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tes vor; da er aber 1740 über Auftrag
der großen Maria Theresia den Ent-
wurf zum Okstruni äolorig für Kaiser
Kar l VI. ausführte, welches die Gebrü-
der S ch m uz er dann in Kupfer gestochen
haben, so widerlegt sich die häusig vor-
kommende Angabe des I.1738 als seines
Todesjahrs durch diese Thatsache von selbst.
Die bei dem Vorigen angeführten Quellen han-
deln meistens auch über den Sohn (den Obi-
gen). — Nur zur Berichtigung citiren wir:
Meyer( I . ) . Das große Conversat.-Lexikon
(Hildburgbauscn 1845, Bibl. Inst., Lex. 3".)
X. Bd. S. 360, Nr. 6 ^daselbst wird F. ko-
misch genug mit folgenden Worten aufgeführt:
„Joseph Emanuel von F., Bibliothekar des
Kaisers von Oesterreich, schrieb: ,Di1noiä»
«prÄLgentatio inHFniL.oA.o et LumzitnogHS
Libliotbeeae C2.L82i>S2e« (Wien 1731)"; doch
werden S. 363, Nr. 25 u. 26 beide Fischer
von Erlach, und also auch Joseph Emanuel
Baron von Er lach, genannt. Das erstere ift
ein offenbarer Irrthum und die architektoni-
sche Beschreibung und Darstellung der Hof-
bibliothek wurde für eine bibliographische
angenommen). — Freiherrnstands-Diplom äs
äato Laxenburg 9. Mai 1735. — Freiherrn-
Nappen. Quadrirtes Schild mit Herzschild.
Im blauen Herzschild eine mit goldener Krone
auf dem Haupte geschmückte Sirene, in der
rechten Hand einen goldgefaßten ovalen Spie-
gel haltend, die linke in die Hüfte stemmend.
Der Untertheil lauft in einen Fischschweif
aus. Im vorderen oberen u. hinteren unteren
goldenen Felde einen schräg von der Rechten
zur Linken aufsteigenden schwarzen Balken,
welcher rechts und links von einem schwarzen,
sich in's goldene Feld ausbreitenden, mit den
Sachsen gegeneinander einwärts gekehrten
offenen Fluge begleitet und dieser mit zwei
hintereinander stehenden sechseckigen goldenen
Sternen belegt ift. Im vorderen unteren und
hinteren oberen silbernen Felde am Grunde
ein wellendes Meer, auf welchem ein Delphin
mit über sich geschwungenem Schweife und
fleischfarbigen Flossen schwimmt.
Fischer-Maraffa, Anna, siehe im
Artikel: Fischer, Joseph I. (S. 240).
Fischer von Nagy-Szalatnya, Ste-
phan Freiherr von (erster Bischof von
Szathniar, dann Erzbischof von Erlau
und Humanist, geb. in der zweiten
Hälfte des vorigen Jahrhunderts, gest. 4. Juli 1822). Studirte die Theologie
und stieg von Stufe zu Stufe, bis er am
12. Febr. 1805 das von Kaiser Franz
unterm 27. März 1804 aus der zu gro-
ßen Erlauer Did'cese neu errichtete Bis-
thum von Szathmar erhielt, aber schon
1807 Erzbischof von Erlau wurde und
auf diesem wie auf dem vorigen Posten
ein segensreiches Andenken zurückließ.
Als Bischof von Szathmar wandelte er
die kleine Pfarrkirche zur stattlichen Ka-
thedrale um, erbaute die bischöfliche Resi-
denz und errichtete eine philosophisch-theo-
logische Facultät. Während seiner 15jäh-
rigen Wirksamkeit als Erzbischof von
Erlau errichtete er aber ebenso viele
Pfarren, verwendete 75,000 st. zur Her-
stellung von Kirchen, Pfarr- und Schul-
gebäuden, errichtete eine Stiftung von
32,000 st. zur bessern Versorgung der
Pfarrer nnd Schullehrer, ließ jährlich
30 arme Knaben zu Erlau auf seine Kosten
mit einemAufwande von 12,000 st. jährlich
erziehen, und eine gleiche Anzahl Mädchen
und Knaben in verschiedenen Handwerken
unterweisen. I n Erlcm unterhielt er in
den drei Vorstädten drei Lehrer und er-
kaufte für verdiente alte dienstunfähige
Seelsorger ein Haus von 20,000 fl., wo
sie ihre letzten Tage zubrachten; schenkte
der Ludovicäa in Waizen 12,000, dem
Taubstummen-Institut daselbst 1000 fl.,
dem Invalidenhause 2000 sl., dem Irren-
hause 1000 fl. Im 1.1809 verpflegte er
im Lyceum und in den Klöstern von Er-
lau über 4000 verwundete Krieger, stellte
zur Insurrektion 33 ganz ausgerüstete
Reiter, brachte 1810 sein ganzes reiches
Silbergeschirr den Bedürfnissen des Staa-
tes dar uud hatte während 17 Jahren
seiner bischöflichen und erzbischöstichen
Würde viel über eine halbe Million
edlen, kirchlichen und humanistischen
Zwecken gewidmet.
Ehrentempel der katholischen Geistlichen (Wien
1345, Dirnböck, 8°.) S. 123.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon