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Unter den theoretischen Werken zeichnen sich
die fast vollständigen und jetzt sehr seltenen
Suiten der besten Musik-Journale aus. Die
Bibliothek wird, um sie nicht zu zerstückeln,
im Ganzen zum Verlaufe angeboten). —
Ein Bruder des Obigen, Julius F», schenkte
in jüngster Zeit der kais. Mineralien-Samm-
lung eine Goldftufe, welche in dieser Form
von Kennern als ein seltenes Naturgebilde
erklärt wurde. Se. Majestät zeichnete den
Geber durch einen Brillantring mit Allerh.
Dero Namenschiffre aus. lBergl.: Theater-
zeitung 18Z8, Nr.206.)—Des Baters desObigen
Joseph und des Borigen Julius: Joseph F.
(geb. zu Butschowitz in Mähren 1768),
welcher zur Zeit des 1789 beginnenden Tür-
lenkrieges seine israelitischen Glaubensgenossen
durch die Schrift: „Der Nationalkummer oder
Gespräch zwischen zween jüdischen Studenten
über die Kriegsdienste der Juden in den k. k.
Staaten" (Brunn 1789, 8°.) Zur Theilnahme
am Kampfe aufforderte, erwähnt ausführlicher
Ioh. Jakob Herrn. Czikann: Die lebenden
Schriftsteller Mährens (Brunn 1812) S. 51.
FisMlllM, Franz (Musiker und
Prior der barmherzigen Brüder, geb.
zu Altz edlitz in Böhmen 1722, gest. zu
Wien 15. Juli 1774). Studirte in
Prag, wo er zugleich sein ungewöhnliches
Talent in der Musik ausbildete. 1742
trat er in den Orden der barmherzigen
Brüder, wo er 1743 das Ordensgelübde
ablegte. Der Orden ließ ihn nun in der
Kirchen-Composition unterrichten, worin
F. solche Fortschritte machte, daß er bald
als einer der bessern Komponisten in sei-
nem Orden auftrat und sein Ruf so zu-
nahm, daß er am Hofe Maria There-
sia's bei den musikalischen Unterhaltun-
gen der kaiserl. Prinzen mitwirkte. Zu-
gleich wirkte er als Musik-Director seines
Ordens in Wien. Als er später Provinz-
Procurator, dann Prior des Wiener
Convents und gar Provincial der deut-
schen Provinz seines Ordens wurde, so
blieb ihm wenig Muße für seine Kunst
übrig. In letzterer Eigenschaft mußte er
zu dem in Rom zusammentretenden Ge-
neral« Capitel abreijen, und fand Gele-
genheit, Proben seiner musitalischen Vir- tuosität in Florenz vor dem Großherzog,
in Rom vor dem heiligen Vater und in
Neapel vor dem Könige zu geben. Da-
durch wurde sein Name in Italien be-
kannt und er als Musiker anerkannt;
auch lernte er die italienische Musik ken-
nen, deren Meisterwerke er in jener Zeit
eines noch unverdorbenen Geschmackes
emsig sammelte. Die berühmtesten Com-
ponisten seiner Zeit, Hasse, Bono,Wa-
g enseil, Joseph und Michael Haydn,
waren seine Freunde und versahen ihn
mit den trefflichsten Werken ihrer Kunst.
In allen deutschen Häusern seines Ordens
blühte unter, ihm die Musik in hohem
Grade, und er ließ talentvolle Ordens-
brüder darin tüchtig ausbilden. Seine
reiche Musikalien-Sammlung, wie seine
eigenen Compositionen, werden im Wie-
ner Convente seines Ordens aufbewahrt.
^QQkisg Oräinig ?. ?. 2ligeriooräi2,s kiovino.
Lobslluas. — Dlabacz (G. I.), Allgem.
hist. Künstlei>Ler.ikon für Böhmen ... (Prag
1815, Haase, 4°.) I. Bd. Sp. 406. — Oestr.
National - Encyklopädie (von Graff er und
Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 151.
FissbN T>u-Montet, Joseph Freiherr
von (k.k.Oberstlieutenant und Ritter
des Mar. Theresien - Ordens, geb. in
Lothringen 1774, gest. zu Nancy
18. Nov. 1841). Ein Sohn des vorma-
ligen Parlaments-Präsidenten zu Nancy,
und durch die Revolution in frühester
Jugend genöthiget, mit seinen Angehöri-
gen eine Zuflucht außerhalb Frankreich
zu suchen. 1790 trat er in öftr. Kriegs-
dienste. Mit 23 Jahren war er Ober-
lieutenant bei Prinz Oranien - Infan-
terie und rückte am 12. Juli 1799 zum
Kapitän im neuerrichteten Feldjägercorps
Baron Brentanovor. Dieses Freicorps
(später Mariass Y-Iäger) imArmeecorps
des General Graf Klenau,
stand in der
Ridiera di Genova und wurde zum
Vorpostendienste verwendet. Als das
Centrum des Generals Graf Kle nau in
Folge des gezwungenen Rückzuges von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon