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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 256 -
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256 Unter den theoretischen Werken zeichnen sich die fast vollständigen und jetzt sehr seltenen Suiten der besten Musik-Journale aus. Die Bibliothek wird, um sie nicht zu zerstückeln, im Ganzen zum Verlaufe angeboten). — Ein Bruder des Obigen, Julius F», schenkte in jüngster Zeit der kais. Mineralien-Samm- lung eine Goldftufe, welche in dieser Form von Kennern als ein seltenes Naturgebilde erklärt wurde. Se. Majestät zeichnete den Geber durch einen Brillantring mit Allerh. Dero Namenschiffre aus. lBergl.: Theater- zeitung 18Z8, Nr.206.)—Des Baters desObigen Joseph und des Borigen Julius: Joseph F. (geb. zu Butschowitz in Mähren 1768), welcher zur Zeit des 1789 beginnenden Tür- lenkrieges seine israelitischen Glaubensgenossen durch die Schrift: „Der Nationalkummer oder Gespräch zwischen zween jüdischen Studenten über die Kriegsdienste der Juden in den k. k. Staaten" (Brunn 1789, 8°.) Zur Theilnahme am Kampfe aufforderte, erwähnt ausführlicher Ioh. Jakob Herrn. Czikann: Die lebenden Schriftsteller Mährens (Brunn 1812) S. 51. FisMlllM, Franz (Musiker und Prior der barmherzigen Brüder, geb. zu Altz edlitz in Böhmen 1722, gest. zu Wien 15. Juli 1774). Studirte in Prag, wo er zugleich sein ungewöhnliches Talent in der Musik ausbildete. 1742 trat er in den Orden der barmherzigen Brüder, wo er 1743 das Ordensgelübde ablegte. Der Orden ließ ihn nun in der Kirchen-Composition unterrichten, worin F. solche Fortschritte machte, daß er bald als einer der bessern Komponisten in sei- nem Orden auftrat und sein Ruf so zu- nahm, daß er am Hofe Maria There- sia's bei den musikalischen Unterhaltun- gen der kaiserl. Prinzen mitwirkte. Zu- gleich wirkte er als Musik-Director seines Ordens in Wien. Als er später Provinz- Procurator, dann Prior des Wiener Convents und gar Provincial der deut- schen Provinz seines Ordens wurde, so blieb ihm wenig Muße für seine Kunst übrig. In letzterer Eigenschaft mußte er zu dem in Rom zusammentretenden Ge- neral« Capitel abreijen, und fand Gele- genheit, Proben seiner musitalischen Vir- tuosität in Florenz vor dem Großherzog, in Rom vor dem heiligen Vater und in Neapel vor dem Könige zu geben. Da- durch wurde sein Name in Italien be- kannt und er als Musiker anerkannt; auch lernte er die italienische Musik ken- nen, deren Meisterwerke er in jener Zeit eines noch unverdorbenen Geschmackes emsig sammelte. Die berühmtesten Com- ponisten seiner Zeit, Hasse, Bono,Wa- g enseil, Joseph und Michael Haydn, waren seine Freunde und versahen ihn mit den trefflichsten Werken ihrer Kunst. In allen deutschen Häusern seines Ordens blühte unter, ihm die Musik in hohem Grade, und er ließ talentvolle Ordens- brüder darin tüchtig ausbilden. Seine reiche Musikalien-Sammlung, wie seine eigenen Compositionen, werden im Wie- ner Convente seines Ordens aufbewahrt. ^QQkisg Oräinig ?. ?. 2ligeriooräi2,s kiovino. Lobslluas. — Dlabacz (G. I.), Allgem. hist. Künstlei>Ler.ikon für Böhmen ... (Prag 1815, Haase, 4°.) I. Bd. Sp. 406. — Oestr. National - Encyklopädie (von Graff er und Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 151. FissbN T>u-Montet, Joseph Freiherr von (k.k.Oberstlieutenant und Ritter des Mar. Theresien - Ordens, geb. in Lothringen 1774, gest. zu Nancy 18. Nov. 1841). Ein Sohn des vorma- ligen Parlaments-Präsidenten zu Nancy, und durch die Revolution in frühester Jugend genöthiget, mit seinen Angehöri- gen eine Zuflucht außerhalb Frankreich zu suchen. 1790 trat er in öftr. Kriegs- dienste. Mit 23 Jahren war er Ober- lieutenant bei Prinz Oranien - Infan- terie und rückte am 12. Juli 1799 zum Kapitän im neuerrichteten Feldjägercorps Baron Brentanovor. Dieses Freicorps (später Mariass Y-Iäger) imArmeecorps des General Graf Klenau, stand in der Ridiera di Genova und wurde zum Vorpostendienste verwendet. Als das Centrum des Generals Graf Kle nau in Folge des gezwungenen Rückzuges von
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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