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brechend. D evise. Unter dem Schilde auf
silbernem Bande mit schwarzen Lapidarbuch-
ftaben die Devise: „In variie uon V2nu5."
Fihittger, Franz (Schriftsteller,
geb. zu Wien 16. Jänner 1800). Sem
Vater war Inspector der niederösterr.
ständischen Oebäude. Der Sohn besuchte
das Gymnasium in Wien und fand im
Alter von 16 Jahren eine Anstellung bei
den niederösterr. Ständen, wo er 1832
zum stand.
Agenten u. 1855 zum Expedits-
Vorstände ernannt wurde. Die Muße, die
ihm sein Amt übrig ließ, benutzte er, um
seiner Neigung für schriftstellerische, meist
poetische Arbeiten zu leben. Gedichte theils
ernsten, theils heitern Inhalts, Balladen,
Erzählungen und Novellen erschienen in
Journalen des In- und Auslandes und
in Almanachen. Seine poetischen Arbei-
ten gesammelt gab er heraus unter dem
Titel: „Gedichte" (Leipzig 1834, Hart-
mann); — und später als „Sammerblumen.
lieber und Balladen, vermischte Gedichte nnd
OpiMmme" (Wien 1844, Kaulfuß Witwe,
8°.). F. zählt unter den Poeten Oester-
reichs zu den begabtesten, welche die Töne
Seidls und I . N. Vogls anschlugen,
als Epigrammatift am Glücklichsten, ent-
wickelte er in früherer Zeit große Frucht-
barkeit.
Seidlitz (Julius Dr.), Die Poesie und die
Poeten in Oesterreich im I . 1836 (Grimma
1837, Gebhardt, 8°.) I. Bd. S. 66 Oarakte-
risirt ihn: „AIs Lyriker mehr Sänger des
Gefühlten als des Gefühls .. . scheint von
den Elementen Vogel'scher und S eidl'scher
Poesie zu besitzen. . . . Seme Prosa entbehrt
der Kraft; er ist einer der wenigen Oefter-
reicher, welche unter ihrem wahren Namen in
ausländische Journale Beiträge liefern"). —
Lorm (Hieron.), Wiens poetische Schwingen
und Federn (Leipzig 1847, Grunow) S. 235
ftennt seine Epigramme (deren F. wohl über
Tausend verfaßt) nicht ohne Werth u. Witz).
— Oeftr. Parnaß, bestiegen von einem her-
untergekommenen Antiquar (Frey - sing
, bei
Athanasius <d Comp. (Hossmann u. Campe in
Hamburg) S. 16 ftennt ihn einen bescheide-
nen Poeten, nicht ohne Beruf, etwas zerfallen).
— Oestr. Nat.-Encyllopädie (von Graff er u. Czikann), (Wien 1835) N. Bd. S. 151.
— Bo witsch (L.) u. Gig l (Alex.), Oestr.
Balladenbuch I. Bd. S. 338 u. II. Bd. S. 718.
— Mosenthal S. 326. — Truska (He-
liodor), Oestr. Frühlingsalbum (Wien 1854,
4«.) S. 325.
FitzMger, Leopold Joseph (Natur-
forsch e r, geb. zu W i e n 13. April 1802).
Bruder des Vorigen. Genoß die erste
Erziehung im väterlichen Hause, zeigte
aber früh große Vorliebe für natur-
geschichtliche Studien. 1812 besuchte er
das Schottengymnasium, trat aber schon
1816 als Lehrling in die k. k. Hofapotheke
ein, zugleich studirte er an der Univer-
sität Naturgeschichte unter Scherer, Bo-
tanik und Chemie unter Iacquin, Ana-
tomie und Physiologie unter Mayer
und Prochaska, und trug privat die
Humanitäts-Gegenstände nach. Minera-
logie und Chemie betrieb er mit Vorliebe
und legte auch eine Mineralien-Samm-
lung an. Die Fortschritte, die er in der
Naturwissenschaft machte, eröffneten ihm
den Zutritt inIacquins Haus, wo er mit
hervorragenden wissenschaftlichen Nota-
bilitäten und mit dem Director der kais.
Naturalien-Cabinette Schreibers be-
kannt wurde. Ueber dessen Aufforderung
begann F. das Studium der Zoologie
und insbesondere jenes der Erpetologie
und Ichtyologie. Schon 1817 trat er
als freiwilliger Praktikant in das kaiserl.
Hofnaturalien-Cabinct, wo ihm die wis-
senschaftliche Besorgung der Sammlun-
gen der Amphibien und Fische übergeben
wurde. Mit dem Entschlüsse, die Medicin
zu studiren, besuchte er 1813 die Vorle-
sungen der Physik am polytechnischen In-
stitute, trug die philosophischen Studien
nach und lernte auch im genannten Jahre
den berühmten Sir Humphry Davy
kennen, der ihm während seines längeren
Aufenthaltes in Wien Unterricht in der
analytischen Chemie ertheilte. Bis 1821
hatte F. die medicinischen Studien unter
Hartmann, Naimann, Nudtorf-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon