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unteren blauen Felde ein an der Spitze grün
bewachsener schroffer Felsen, den Lilienftein
in Sachsen vorstellend, wo der General seine
erste Wassenthat 1756 in sächsischen Diensten
vollbracht hatte). Nach der Erhebung in den
Freiherrnftand mit dem Prädicate Fleischer
von Eichenkranz (14. Sept. 1810) wurde
das Wappen etwas abgeändert, u. z. in einen
quergetheilten Schild, in dessen oberem rothen
Felde ein blank geharnischter Arm mit zum
Kampf gerichtetem Säbel, im unteren silbernen
Felde ein befruchteter Eichentranz. Auf der
Freiherrnkrone, welche den Schild bedeckt,
erhebt sich ein in's Visier gestellter gekrönter
Helm, aus dessen Krone zwei rothe in der ^
Mitte eine weiße einwärtsgebogene Straußen-
feder hervorwachsen.
Fln,Alois (Theolog und Schrift-
steller, geb. in Tyrol). Zeitgenoß. Stu-
dirte Theologie, war später Redacteur
des Tyrolerboten und im I . 1848 Abge-
ordneter des Bezirkes Landeck in Tyrol
für das Frankfurter deutsche Reichspar-
lament; er bekleidete 1353 die Stelle
eines Consistorialrathes u. Professors der
Aesthetik in Innsbruck. Der „Bote für
Tyrol und Vorarlberg" 1858, Nr. 206
<10. Sept.) meldet in einer Correspon-
denz ääo. Rom30. Aug. F.'s Ernennung
durch Se. Heiligkeit Papst Pius IX.
zum ki'k6ig.tu8 äoui68tiou8 und zum
Auditor der 63.01-2. Nota. Unter seinen
im Drucke erschienenen Schriften sind
zu nennen : „Bilder ans den Krieg5?eitell Gq»
rals. Geschichtliche nnb poetische Glziihlnngrn"
(Innsbruck 1846,12°.), worin erScenen
aus dem I . 1809 und der Schlacht am
Gezlerberge im Oberlande nach Aussa-
gen lebender Zeugen erzählt; auch erschie-
nen von ihm Novellen, Gedichte und
ästhetische Aufsätze zerstreut in Tyroler
Blättern, in deren ersteren
sich ein t'räf-
tiges nur manchmal zu derbes Talent,
in letzteren eine geläuterte Kunstansicht
kundgibt. Später rrat er mit einem selb-
ständigen historischen Werke hervor: „Nie
Mütiharter. Oin Beitrag M Geschichte Tirols
im 19. Jahrhundert" (Innsbruck 1852, gr.
8°.). Ueber seine Thätigkeit im Frank- furter Parlament gibt Laube im unten
angegebenen Werke Nachricht; daselbst
heißt es aus Anlaß der Debatte, ob
Wälschtyrol aus dem deutschen
Bunde wegzulassen sei: „Der Pre-
diger aus Landeck Flir hatte das ganze
Thema in einer bündigen, vortrefflichen
Rede unter allgemeinem Beifalle voll-
ständig erschöpft. Darin war nachgewie-
sen, daß Wälschtyrol seit Kaiser Otto I.,
seit 950 deutsches Reichsfürftenthum gewe-
sen, daß Trient im 16. Jahrhunderte zum
Sitze des Concils gewählt worden, gerade
darum, weil es noch eine deutsche Stadt
sei und daß selbst in jenen Städten, welche
durch Betrieb der Bischöfe in der Sprache
verwalscht worden, das deutsche Wesen
heute noch das allein herrschende sei; daß
zum Beweise dafür jetzt in so aufgeregter
Stimmung die Walschtyroler Bauern
bewaffnet den Italienern entgegentreten
und die vortrefflichsten Kaiserjäger seien,
so daß man sich überhaupt vor unbeding-
ter Durchführung des Nationalitätsprin-
cipes doch weislich hüten möge."
Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (1847)
S. 240: „Skizzen aus Tyrol" (S. 242). —
Laube (Heinr.), Das erste deutsche Parla-
ment (Leipzig 1849, Weidmann, S°.) II. Bb.
S. 152. — Katholische Blätter aus Tyrol
(Innsbruck, 8°.) XI. Jahrg. (1853) I. Vd.
S. 64 (zu Ende des Aufsatzes über Maler
G. Flatz).
Flor, Franz (Arzt und F ach schrift-
steller, geb. zuGroßwardein 1809).
Besuchte die untern Schulen in N.-Kö.-
roly, die Philosophie in Großwardem.
Die Medicin vollendete er in Pesth. Im
I. 1833 wurde er Professor der Medi-
ein, später der Chirurgie; 1836 zum
Ehrendoctor der Stadt Pefth ernannt.
1848 war er ärztlicher Sectionschef im
Kriegsministerium. Seit 1838 ist F. cor-
respondirendes Mitglied der ungar. Aka-
demie. Seine literarischen Werke sind:
ttk") d. i. Lehre über die Belebung der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon