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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 271 -
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Seite - 271 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4

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271 1. April ankam. Er fand Beschäftigung, um dürftig sein Leben zu fristen, bis ihn Peter Nobile kennen lernte, der damals durch Kaiser Franz I. von Trieft nach Wien berufen wurde, um daselbst den völlig gesunkenen Sinn für Architektur zu wecken und die Studien über diesen Gegenstand zu organisiren. Nobile, F.'s Talente würdigend, nahm sich väterlich desselben an, und behielt ihn in seinem Hause, wo dauernde Beschäftigung im Zeichneu von Plänen, Entwürfen, im Kupferstechen und Lithographiren, ja selbst im Uebersetzen aus dem Italienischen und in andern schriftlichen Arbeiten, einerseits zur Entwicklung des talentvollen Mannes in der Kunst beitrugen, andererseits auch seine Anstellung als Corrector an der Architektnrschule der Akademie der bil- denden Künste (Mai 1820) zur Folge hatten. Sechs Jahre besorgte F. seinen Dienst, aber die Qual, aller selbständigen Thätigkeit entbehren zu müssen, ließ ihn denselben aufgeben. Bei der schlechten Bestelltheit des Bauwesens in Oesterreich in allen seinen Richtungen, in öffentlichen wie privaten, erwachte W F. der Gedanke: eine artistisch-lithographische Anstalt in's Leben zu rufen. Nun gab er eine Samm- lung von Ideen zur äußeren Verzierung von Gebäuden und eine Sammlung von Haudzeichnungen alter Meister heraus, letztere nach Originalen aus der Galle- rie des Erzherzogs Karl. Im I. 1836 begründete F. die „Bauzeitung", bei welcher ihm die von ihm eingeführte bisher in Oesterreich nicht bekannte Zin- kographie treffliche Dienste leistete, weil er sich derselben bei den Abbildungen der,,Bauzeitung" bediente. Die Aufmerk- samkeit, welche F. unter Einem dem Eisenhüttenwesen zuwendete, erwies sich bei F.'s Arbeiten im Gebiete der Archi- tektur und Plastik so lohnend, daß cr ein eigenes Etablissement in Wien und bei Merkliu in Böhmen eine Zinkhütte errich- tete, in deren Betrieb erst die Jahre 1848 und 49 störend einwirkten, weil der Preis des Zinkes so herabgedrückt wurde, daß die Zinkhütte aufgelassen werden mußte. Auch war das genannte Jahr von andern schlimmen Folgen für F. begleitet, weil in den Octoberereignissen die Verwüstung und Plünderung seines Hauses in der Leopoldstadt stattfand. Die „Bauzeitung" bot ihm Gelegenheit genug, ebenso seine vom Studium durchgebildete, praktische Richtung, als einen durch viele Reisen in Deutschland, Italien, Frankreich und England geläuterten Geschmack zu bethä- tigen. Gleich bei ihrer Begründung er- freute sich F. eines namhaften Schutzes der Regierung, da selbe allein 200 Exem- plare seiner Zeitung pränumerirte, unter die amtlichen Bauämter vertheilte und dadurch den abgestumpften Sinn für diese Kunst wieder weckte. Auch wurde Förster im Publicum als Architekt be- kannt und mit der Ausführung mancher Bauwerke betraut. Unter den von F. theils ausgeführten, theils entworfenen Bauten nennen wir das Baron L. Pe - reira'sche Haus in der Weihburggasse, das Daum'sche Haus am Peter, welches bei seiner Umgestaltung in ein Hotel manche Umänderungen erfuhr, den Bazar am Haarmarkt, das Baron Ad. Perei- ra'sche Haus in der Krongasse, in Ver- bindung mit dem Architekten Hansen (s. d.), der sich 1851 mit F.'s Tochter vermalt hatte, vom I . 1846 — 1848 das Naional - Hätel in der Leopoldstadt, die evangelische Kirche in der Vorstadt Gum- Pendorf, die Baron L. Pereira'sche Villa in Altenberg bei Greifenstein, das Klein'sche Haus in Brunn u. m. a. Im I . 1849 wurde ihm und Hansen nach den von ihnen eingereichten Concurs- Projecten für das Arsenal vor dem Süd- bahnhofe der Bau des Waffenmuseums, der Gewehrfabrik und Schießstätte über- tragen, welche letztere zwei sie ganz, das
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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