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ratur- und Anzeigeblatt", 5Bde. und das
„Notizenblatt", 3 Bände), ein Blatt,
das in der Reihe der besten dieses Faches
steht und einer großen Verbreitung im
In- und Auslande sich erfreut, ist F.
noch der Verfasser des Berichtes über die
26. Classe in dem von dem kais. österr.
Ministerium für Handel und Gewerbe
herausgegebenen Gesammtberichte über
die Pariser Industrie-Ausstellung und
des Berichtes über die „Lithographie" im
französischen Gesammtberichte. Von vielen
Akademien, darunter von der Akademie
der schönen Künste in Venedig, der kais.
russ. Akademie in St. Petersburg, der
königl. Akademie der Wissenschaften in
Brüssel, der königl. Societät der Archi-
tekten in London, ist F. Ehren- und cor-
respond. Mitglied. Von seinen Söhnen
widmen sich zwei Heinrich und Emil
der Kunst des Vaters. — Heinrich hat
nach beendeter Bildung in Wien sich
auf
Reisen in Italien, Frankreich und Eng-
land für das praktische Leben vorbereitet
und ist über Vorschlag Sr. kais. Hoheit
des Erzh. Karl Ludwig mit der Aus-
arbeitung und Ausführung der Pläne zur
Restauration des Schlosses Ambras beauf-
tragt. — Der dritte Sohn Friedrich
führt die Leitung der von dem Bater be-
gründeten artistischen Anstalt, mit welcher
in neuerer Zeit eine Buchdruckerei in
Verbindung steht und welche bereits zu
den namhaften Instituten dieser Art in
der Residenz zählt.
Nagler (G. K. Dr.), Neues allg. Künstler-
Lexikon (München 1835 u. f., 8°.) IV. Bd.
'S. 386. - Müller (Franz), Die Künstler
aller Zeiten u. Völker (Stuttgart 1857, Ebner
und Seubert, Lex. 8°.) II. Bd. S. 78 lbeide
Werke mit sehr dürftigen Daten über F.). —
Franll (L. A. Dr.), Sonntagsblätter 1842,
S. 864: „Oehlmüllers Nachlaß" lbiesen Nach-
lutz hat F. auf der Architekten-Versammlung
zu Leipzig angekauft).
Förster, Emanuel Alois (Composi-
tour, geb. zuNiedersteine in Schlesien
26. Iän, 1747, gest. in Wien 12. Nov.
z». Wnrzbach, biogr. Lexikon. IV. 1823). Besaß ein so hervorragendes mu«
sikalisches Talent, daß er ohne Meister
sich in dieser Kunst ausbildete. Früh
componirte er Sonaten und Conzerte für
das Piano; zugleich besuchte er die lateini-
schen Schulen, u. trat dann in eine Wirth-
schaftskanzlei, in der sein Vater als Ver-
walter diente. Später wurde er sogar
genöthigt Kriegsdienste in der preußischen
Armee zu nehmen. Nachdem er dieselben
verlassen, ging er nach Wien und widmete
sich ganz der Musik. Bald wuchs fein
Ruf als Lehrer des Generalbasses und
der Composition, insbesondere nachdem
er einige tüchtige Schüler gebildet. Im
I . 1306 erschien seine „Anleitnng zum Geiu-
ralbas«" (Wien, Artaria), ein Werk aus«
gezeichnet durch seine Faßlichkeit und
Vermeidung aller nutzlosen Längen, ohne
deshalb lückenhaft zu sein. Als Ergänzung
dazu erschienen 1823 seine „Praktischen
Veispiele znr Gemralllaz25chnlk", worin er sich
als tüchtigen Kenner der Harmonielehre
beurkundet. Seine Compositionen für
den Gesang, das Piano und die Violine,
meistens Sonaten, Quartetten, Varia-
tionen über beliebte Themen aus Mo-
zarts Opern u. d. m. zählt Gerber
im unten bezeichneten Werke namentlich
auf. Förster, im Leben ein liebens-
würdiger, sanfter und bedächtiger Mann,
ein Menschenfreund in der vollen Bedeu-
tung dieses Wortes, starb als Greis von
84 Jahren. Sein Porträt befindet sich
in der.Bildergallerie der Gesellschaft der
Musikfreunde des öfterr. Kaiserstaates in
Wien.
Gerber (Ernst Ludwig), Neues histor.-biogr.
Lexikon der Tonlünstler (Leipzig 1812, Kühnel,
gr. 8°.) II. Bd. Sp. 158- — Dlabacz
(Gottfried Johann), Allg. hiftor. Künstler-
Ler.ilon für Böhmen (Prag 181Z, 4°.) I. Bd.
Sp. 412 n^ach diesem ift er in Böhmen 1757
geb.). — Wiener Zeitung vom Jahre 1803
S. 4464. — Oeftr. National-Eucyllopädie
(von Grä'ffer u. Cz ikann), (Wien 1335)
II. Bd. S. 159 lnach dieser geb. 26. Jänner
1747, geft. 12. Nov. 1823). — Allg. Wiener
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon