Seite - 286 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Bild der Seite - 286 -
Text der Seite - 286 -
286
diesem Posten, er fristete wieder als Cor-
rector einer Druckerei ^n Leben, ertheilte
dabei Unterricht im Griechischen und He-
bräischen, und bildete manchen ausgezeich-
neten Schüler, wie den nachmaligen Bi-
schof von Mine Gius. Luigi Trevisa-
nato, bis er sein Leben in bitterer Ar
muth im Alter von 59 Jahren beschloß.
Von seinen zahlreichen meistens gram
matikalischen Schriften nennen wir noch:
1809, 12°.); —
Mlmi so/)»'« la, HLconcla ecii^ions clei
/liacle cli Omero t?-aclotta <la ?ino. H^onti
näK 1814, 8".); — „Usmo»-ia ^o
a" (Nbeuäü. 1822, 12".); —
F." (Nbonäg.), behandelt die Aussprache
des griechischen Buchstaben,?
(Ndenäs. 1320, 8°.), zweite Aufl. unter
dem Titel: „Knckmenti clella
! italiano-g^sco" (Ndä. 1825,
e<i itlliiano-eb^aico^ (Vbe-n^g. 1824). —
Außerdem verfaßte er vou 1795—1824
viele Gedichte, Inschriften in italienischer,
lateinischer, griechischer und hebräischer
Sprache. Der Tod ereilte ihn, als er
eben eine neue Ausgabe des „Vooadoik-
iio äi Aanäosio" vorbereitete; in seinem
Nachlasse fanden
sich
mehrere philologische
Handschriften, darunter eine Prosodie
der griechischen Sprache und eine hebräi-
sche Grammatik. F. hat auch sein eigenes
Leben niedergeschrieben v^ergleiche die
Quellens.
Vita äi I>ancosoo ^ontaueiia I»reteVkuo2iHllo
scritta 6a lui lnoliesiiuo (Vs^säi^ 1825
kieotti). — I^ ipaicio, Lio3r2.Ü2. äeßli Itl^ig,Qi
äella re^uddliea, äi Vonsxi^ sä i 8uoi ultinü tuclii «torio ,
IsaratovicIi/8'.) 8. 243 u. ^pponäioe 8. 30
lwo das im Hauptwerk angegebene Todesjahr
1830 auf den 22. März 1827 berichtigt wirdi.
Fontanelli, Achilles o<)Qts(Feld-
marschall-Lieutenaut, geb. 18. Nov.
1775, gest. in Mailand 1837). Trat,
als im Frühling 1796 die Franzosen in's
Modenesische vorrückten, wo seine Eltern
ansäßig waren, in die lombardische Legion,
an deren Spitze Lahoz stand, befehligte
1800 ein Bataillon leichter Truppen und
schwang
sich
in den französischen Kriegen
in Napoleons Armee zum Division's-
General, Minister des Krieges und der
Marine des Königreichs Italien (1813)
empor. In den letzten Kämpfen in Ita-
lien 1811 und 15 spielte F. eine wichtige
Rolle; als aber Eugen Beauharnais
die letzte Convention (23. April 1814)
unterzeichnet und die italienischen Trup-
pen entlassen hatte, verließ F. Paris, wo
er sich in letzterer Zeit aufgehalten, uud zog
sich auf sein Landhaus bei Mailand zurück.
Alsbald erhielt er einen Ruf nach Wien,
wo er mit dem Range eines Feldmar-
schall-Lieutenants der Armee bekleidet,
bei mehreren militärischen Organisations«
Arbeiten verwendet wurde, bis er ge-
sundheitshalber mit Beibehaltung seines
Ranges sich
in den Ruhestand zurückzog.
Er lebte seitdem auf seinen Besitzungen
unweit Modena, mit der Verwaltung
seiner Güter beschäftiget. Im I . 1831
veranlaßten ihn aber die Unruhen, welche
in den Eftensischen Staaten ausgebrochen,
nach Mailand zu übersiedeln, wo er bis
an sein Lebensende verblieb.' Als er starb,
wurde F. mit militärischen Ehren bestat-
tet uud Graf Radetzky führte seinen Lei-
chenconduct. Napoleon hatte ss. zum
Commandeur des Ordens der eisernen
Krone (1801), später zum Großofficier
der Ehrenlegion ernannt, ihn iu einer
Proclamation des I . 1809 als „wohl-
verdient um Italien" bezeichnet, ihn zum
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon