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Theimer vermalt, welche zu ihrer
Zeit die „erste Zerline" wie er seiner
Zeit der erste „Don Juan" war
Die einzige Tochter anS dieser Ehe starb
m der Blüte der Jahre. Fort i , der
Günstling der Muse des Gesangs,
auch jener der Göttin des Glllses: in
einer Güterlotterie hatte er den gro
ßen Treffer gemacht. Er lebt seit Jahren
zurückgezogen von der Welt und fast sei
neS Augenlichtes beraubt in Wien.
Allgem. Wiener Musik-Zeitung, herausgeg. von
Aug. Schmidt 1842, II. Jahrg. Nr. ft2—64
„Das Debüt eines Sängers." — Der Spiegel
für Kunst, Eleganz und Mode (Pefth u. Ofen,
gr. 8°.) 1842, XVI. Jahrg. Nr. 30 und 31
Derselbe Aufsatz von Anton Bentert, worin
die Wahrheit dieses Vorfalles, der das erste
Auftreten des nachmals berühmt gewordenen
Sängers Forti erzählt, verbürgt wirdi. —
Oeftr. Nat.-Encyklopädie <von Gr äffer und
Czilann), (Wien 1335) II. Bd. S. 166
lnach diesem geb. 8. Juni 1790). — Schil
ling (G. vi.), Das musikalische Europa
(Speyer 1542, F. C. Neidhard, gr. 8«.) S. 99
Fortis, Eugenia (Dichterin, geb
zu Mailand 4. Iänn. 1822). Tochter
des reichen Juweliers Salomon Pavia,
zum ersten Male vermalt mit Giuseppe
Gentilomo, zum zweiten Male (1856)
mit Leone Fortis, daher sie öfter als
Eugenia Pavia-Gentilomo-Fortis
erscheint. Früh schon zeigte Eugenie
einen ungewöhnlichen Geist, der durch
eine wissenschaftliche Erziehung geleitet
von Männern wie Egyd De Magri
(vergl. III. Bd. S. 228) und Giuseppe
Sacchi
sich
auf das vortheilhafteste ent-
wickelte. Ihren Vater — der überdies
sardinischer Hofjuwelier war — beglei-
tete
sie
öfter auf feinen Reisen in Italien
und der franz. Schweiz und lernte in
Venedig Giuseppe Gentilomo kennen,
mit welchem sie sich 1839 — 17 Jahre
alt — ehelich verband. In die Zeit ihres
Aufenthaltes in Venedig fällt die Bekannt»
schaft mit Luigi Earrer (f. d. II. Bd.
S. 292), welche für ihre poetische Gei. stesrichwng nichtohne Einfluß blieb. Noch
hatte fie nichts von ihren Poesien veröffent-
licht, als aber der Tod im März 1844
ihr den ersten Gatten entriß, brachte sie
das in glücklicheren Tagen begonnene und
nun erst beendete Gedicht ^ieavle« zum
Drucke (Venedig 1847, Cecchini, 8°.).
Das in Versi soioiti verfaßte Gedicht
bat den Besuch der Königin Saba bei
Salomon zum Gegenstand und gehört
zu den lieblichsten Erscheinungen der mo-
dernen italienischen Poesie. Mit diesem
Gedichte zugleich erschienen mehrere bibli-
sche Idyllen: als Rebecca, der Tod Ja-
cobs, mehrere Psalmen Davids in Sefti-
nen, mehrere heil. Gesänge aus hebräi-
schen Dichtungen des XI. und XII. Jahr-
hunderts, worunter, eines die „Zerstörung
Jerusalems". Die neueste Sammlung
ihrer Dichtungen unter demTitel:
5>o«ie«, 2 ö^ie. (VkQOäiß 1857,
tovion, 8°.), ist den Manen Carrers
gewidmet. Außer mehreren noch hand-
schriftlich bewahrten Schöpfungen ihres
Genius, darunter ein
schmückt sie mit ihren Arbeiten die be-
liebtesten Journale und Almanache Ita-
liens , von denen wir nennen ihre Can-
zone auf den Bildhauer Luigi Minisini
in der „kivigtg. Vsnetg.^ 1656 (Nr. 8)
und die „^3p«tola ail" ili. /loso/o e sen't-
e6i<u5.Ziancüetti«, im XXIII. Jahr-
gange der sti-eunk itäUauI' (Mailand,
Verona, Venedig bei Ripamonti C ar-
pano). Verstorbene und noch lebende
Dichter und Gelehrten, unter ersteren
in Grossi, Paravia, Carrer, unter
etzteren der gelehrte Orientalist Bian-
chetti von Treviso. der jüngst (1858)
verstorbene GräcistFelice Bellotti, der
Dichter Benassü, Montanari von
Verona, der treffliche Uebersetzer Schil-
ers, Moore's und Miltons, Eav.
Andrea Maffei, feierten in Wort und
Schrift die geistreiche Dame. DaS
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon