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feiner Beobachtungen und trat mit seinem
«l O^o" (Vsnetttß 177 l, 4°.),
. als Naturforscher vor das Publicum. Aus-
gerüstet mit der Kenntniß der illyrischen
Sprache, welche er sich zu diesem Zwecke
angeeignet, unternahm er nun seine
Reise nach Dalmatien, derenBeschreibunH
in dem seiner Zeit vielgenannten Werke:
^ Vt'aFgio in DailnaHia-^ 2 ^cie. (Vene-
ck^ 1774,4°.) niedergelegt ist, welches
eine Fülle von Aufschlüssen nach verschie-
denen Seiten über das damals noch we-
uig gekannte Land gibt. Es erschienen
davon eine deutsche (Berlin 1777, gr. 8°.
mit K. K.), eine franzosische (Ebenda
1778, gr. 8°.) und eine englische Ueber-
fetzung (London, 4°. jede mit K. K.). Giov.
Lovrich trat gegen dieses Werk, nament-
lich gegen die Schilderung der Morlacken
mit der Schrift: ^Ogsbl-vgHicmi Zoprs.
äiversi P6221 äei Vig.ßßio in vI.!m».-
«» äei S. ^d^te ^Idsrto k'ortiL" (Ve>
nsälF 1776, 4'.) auf, welche F. mit
seinem: ^Fei-Tnone ^a^snetico cii
l 1777, 4".) und einer zweiten
Schrift: ^/^4ö. F'ol't« a/ )3tF»7o»' 67'ov.
^,ov^ic^" (Zi-68oj2 1777) erwiederte.
Das Werk von F. enthält ohne Zweifel
einige Unrichtigkeiten, doch sind dieselben
nicht von der Art, daß sie Qu6rard
iu seinem Werke ,1g, lrauee littel'g.irtz"
(III. 3ä. 8.172) zu der der franz. Ueber-
setzung beigefügten Bemerkung: »Väi-
xeuexkote" berechtigte. Als die Mut-
ter zum zweiten Male Witwe geworden,
beschenkte
sie den Sohn mit einem reizend
gelegenenLandhauseim Vicentinischen und
als sie bald darauf starb, beerbte er sie.
Nun unternahm F. behufs seiner For-
schungen Reisen durch ganz Italien. Die
-Ergebnisse derselben, welche er theils in
selbständigen Schriften, theils in periodi-
schen Werken veröffentlichte, erhöhten fei- nen Ruf um so mehr, als es tüchtige Ar-
beiten emes regen und gründlich gebil"
deten Geistes waren. Bereits widmete
er sich der reizenden Muße des Land-
lebens, als die Stürme der franz. Revo-
lution auch Italien heimsuchten. F. gab
all sein durch das Erbe von seiner Mut-
ter bedeutend vermehrtes Vermögen i»
fremde Hände. Durch ein Falliment war
der bereits in Jahren vorgerückte Gelehrte
mit einem Schlage vermögenslos gewor-
den. Ueberdies hatten die politischen Zu-
stände Italiens einen Charakter ange-
nommen, der ihn bewog, sein Vaterland
zu verlassen. Er verkaufte die ihm geblie-
benen Besitzungen und begab sich nach
Paris. Dort flüchtete er von Neuem zur
Feder, und verdankte seinem Werke über
die Naturgeschichte und Oryktographie
Italiens, die nach seiner Rückkehr nach
Italien erfolgte Ernennung zum Biblio-
theks - Präfecten des IMtuto äolle
8oien2ft in Bologna (1801), und als spä-
ter diese Gesellschaft zum Istiwto 25210
uaiti it2.Iig.u0 erhoben wurde, seine Wahl
zu ihrem Secretär. Als er starb, hinter-
ließ er sein Vermögen der Künstlerin
Sophia Sel l ier, welche ihm zu Liebe
aus Frankreich nach Bologna übergesie-
delt war, und mit großer Geschicklichkeit
und Wahrheit die schwierigsten Gegen-
stände in Kupfer stach, welche F. seine»
Forschungen unterzog. F. war Poet, Na-
turforscher, Journalist und Bibliograph,
und entwickelte nach allen diesen Richtun-
! gen eine reiche Thätigkeit; außer den be-
reits erwähnten Werken erschienen von
ihm: y^ettsl'H H «w )^7-sts
» H«s5tione clei batten'mo
(86<nnäk Läixionk 1770, 8'.).
Die Angabe ssoouäg. eäi^ionk, da eine
erste Ausgabe gar me erschienen ist, ist
eine Laune von For t is , wie denn auch
der ganze Inhalt dieser in Ottaven ge-
schriebenen aber wie Prosa gedruckte»
! Schrift; — ferner:
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon