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treter des Erzherzogs Johann in das
Frankfurter Reichsparlameut wählten.
Da der kaiserl. Prinz die Wahl nicht an-
nehmen konnte, trat F. an dessen Stelle
in die National-Bersammlung ein.
Meyer (I.), Das große Conversations-Lexikon
lHildburghausen 1842, Bibl. Inst., Lex. 8°.)
III. Suppl. Bd. S. 597.
Franck, siehe auch: Frank und daselbst
nach der Ordnung der Taufnamen.
Franckel, Adolph (Schriftsteller,
geb. zu Brunn 20. Oct. 1323). Besuchte
in Brunn die Gymuasialschulen und voll»
endete daselbst den Philosoph. Cursus.
Der sich eben damals entwickelnden tech-
nischen Richtung der Zeit auf den Wunsch
seines Vaters folgend, kam er im Jahre
1841 nach Wien und trieb da höhere
Mathematik, Mechanik :c., verließ aber
1848 die technische Laufbahn, hielt sich
längere Zeit auf den Hochschulen von
Leipzig und Jena auf, und erlangte in
letzterer Stadt 1851 die philosophische
Doctorswürde. Seitdem lebte er in meh-
reren Städten Deutschlands, zuletzt in
Dresden, daselbst im engeren Verkehr
mit Gutzkow Man bezeichnet ihn als
den Autor der anonym erschienenen:
„Vikner Gräber" (Leipzig 1850, Wigand,
8".) und mit seinem Namen gab er her-
aus: „2er GllNtchiinzrr" (Weimar 1854.
Böhlau, 8".), ein größeres episch-lyrisches
Gedicht, über dessen einzelne poetische
Schönheiten — ohne ernste Bedenken
über den Kunstwerth des Werkes zurück-
zuhalten — viele der maßgebenden
literarischen Blätter Deutschlands über-
einstimmen. Zahlreiche lyrische und epi-
sche Gedichte befinden sich zerstreut in
Zeitschriften, Almanachen, Anthologien,
auch in Wolfs „Po tischem Hausschatz."
Seit seiner im I . 1856 erfolgten Rück-
kehr in seine Vaterstadt arbeitete er an
einem bereits in Dresden begonnenen
größeren historischen Werke: „Glenplltru
»«d ihn Seit", dessen Veröffentlichung, ob- gleich es schon vollendet, bisher noch nicht
erfolgt ist. — Sein älterer Bruder Her-
mann (geb. zu Brunn im April 1816),
besuchte daselbst die Gymnasial- und phi-
losophischen Schulen. Dem Kaufmanns-
stande bestimmt, bezog er im Jahre 1835
das Politechnikum in Wien. Seine lange
vorherrschende Neigung zu literarischen
Studien Mld Arbeiten wich endlich der
praktischen Richtung des Kaufmannsstan-
des. Einzelne Gedichte veröffentlichte er
in Zeitschriften und Almanachen; eine
llebersetzung vonMarino's ^aFtl-agge
tisgl'Innocsnti" ^ wiewohl schon bedeu-
tend vorgerückt, blieb später des undank-
baren Stoffes wegen liegen; ebenso eine
Bearbeitung der „Ambra" von Lorenz
von Medic i , ein Luftspiel „Gnsa" nach
einer Grundidee Goldoni 's, wovon
einige Scenen im „Humoristen" abge-
druckt waren; die Uebersetzung von Rober
Soutb ey's ^ l^at Thls^ und von dessen
und zwei dramatische Arbeiten, das
Lustspiel „Ner Nemagug" und das Trauer-
spiel „Ner Richter mn Gallmay". — Ein
anderer Bruder Berthold (geb. in
Brunn 1810), trat schon als Knabe,
in seiner Vaterstadt als Conc^rtant im
Clavierspiele auf. Später bildete er sich
in Wien unter A. Halm aus, und stu-
dirteunter SeyfriedGeneralbaß. Auch
hat er sich
als Compositeur— aber nur in
der leichten Gattung des Liedes — versucht.
Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig,
BrockhauS, 4°.). — Frankfurter Conversa-
tionsblatt 1854, S. 1091, ftaselbst eine Cor-
respondenz „Aus Thüringen" mit der Ueber-
schrift : „Tannhäuser von L. A. Franll" von
Sigismund Scharffenberg, worin offen-
bar Adolph Franckel, der Sänger des
Tannhäusers, mit v^. Ludwig Aug. Fr an kl,
dem Dichter in Wien (f. denselben) irrthüm-
lich verwechselt wirdl. — Deutsche Allgemeine
Zeitung 1866, Nr. 302, S. 2547 — und
Ostdeutsche Post 1366, Nr. 4 unter den No-
tizen loafelbft Aufklärungen, Ad. Franckels
Ausweisung und Verhaftung m Dresden be-
treffend).
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon