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Professor in der Kadetencompagnie zu
Oraz, wo er 14 Jahre militär. Gegen-
stände vortrug. Am 6. März 1831 zum
Hauptmann im Corps befördert, kam er
1832 in den Generalftab und wurde
theils im
statistischen
Bureau, theils bei
öer Grenzregulirung gegen Baiern ver-
wendet. Im Dec. 1835 wurde er Major,
Ende 1840 nach Wien berufen, Vorstand
der Directionskanzlei, im Nov. 1841
Oberstlieutenant und Commandant des
Pionniercorps, und im März 1843 dessen
Oberst. Als Commandant dieses Corps
förderte F. die technische und scientisische
Ausbildung, welche es in den Feldzügen
in Italien und Ungarn ;u bewähren Gele-
genheit fand. Nach des Obersten Birago
<s.d. I.Bd. S.402) Tode erhielt F. den Auf-
trag, die bereits begonnene Ausarbeitung
des Reglements des Pionniercorps zu be-
endigen. Am 21. Juni 1848 zum Gene-
ralmajor ernannt, versah er den Posten
eines Stellvertreters des Militär-Stadt-
commaudanten in Wien, übernahm in
den Octobcrtagen das Commando einer
Brigade der im Schwarzenberggarten
conzentrirten Garnison, und erhielt für
sein Verhalten bei der Einnahme der
Brigitten-Au und der Vorstadt Leopold-
stadt das Ritterkreuz des Leopoldordens.
Das Opfer eines längeren Leidens, starb
er als Stadtcommandant von Wien im
Alter von 54 Jahren, verdient um die
Hebung des Corps, dem er durch die
größte Zeit seines Dienstes angehört hatte.
Oestr. Militär-Konversat.-Lexikon. Herausgeg.
von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien
1851) II. Bd. S. 456.
Franlel, Zacharias (Director des
jüdisch - theolog. Seminars in Breslau,
geb. zu Prag 1801). Entstammt einer
angesehenen jüdischen Familie (s. d. S.334
bei Artikel L. Aug. Frankl ) , aus wel-
cher bereits mehrere achtbare Gelehrte
und sonst um ihr Volk vielverdiente Män-
ner hervorgegangen. Erhielt den ersten Unterricht in den mosaischen und talmu-
dischen Schriften, trieb aber zugleich
Mathematik, deutsche und altclasstsche
Literatur und besuchte die Universität in
Pesthf wo namentlich Schedius ermun-
ternd auf ihn wirkte. Im I . 1831 kehrte
er nach Prag zurück und 1832 wurde er
Kreisrabbiner für den Leitmeritzer Kreis;
1836 berief ihn das sächsische Cultus-
ministerium als Oberrabbiner für Dres-
den und Leipzig. Daselbst errichtete F.
eine Schule, die sich bald allgemeiner
Anerkennung erfreute und richtete seine
Bemühungen vornämlich darauf, dem
Iudenthum die Stellung einer im Staate
berechtigten Confefsion zu verschaffen.
Schon der Landtag 1837 gestattete den
Bau einer Synagoge, deren Einweihung
1840 erfolgte. Die dem Landtage von
1840 vorgelegte Schrift: „Nie GibeZleiswllg
der Juden in theologischer und historischer Nezie-
huny" (Dresden u. Leipzig 1840, 2 Aufl.
1847) hatte die Aufhebung des früher-
üblichen Iudeneides in Sachsen und in
mehreren deutschen Ländern zur Folge.
Sie wurde auf mehreren Landtagen der
deutschen Staaten vielfach besprochen und
auch von dem Pariser Cassationshofe im
I . 1842, wo Herr Mar t in ^ävooat
aux eon56il3 äu. Noi ot ». 1s. cour 6k
oH3S2.tion. darüber im »^6882.361" sich
aus sprach: „Franket hat die letzte
Schranke niedergerissen, die noch zwischen
dem französisch christlichen und jüdischen
Bürger bestand. Von nun an, da der
Eid inoro Hu.6Hi.oo durch F.'s Schrifr,
die mich in meinem Plaidoyer leitete,
abgeschafft ist, gibt es in Frankreich keinen
Unterschied mehr zwischen Christen und
Juden". Im I . 1854. nachdem F. schon
1842 einen Ruf als Oberrabbiner nach
Berlin abgelehnt, ging er als Director
des jüdisch-theolog. Seminars nach Bres-
lau , in welcher Stellung er noch jetzt
thätig ist..Außer der erwähnten Schrift
üb« die Eidesleistung der Juden gab er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon