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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 334 -
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334 Frantl, David Bernhard (Kauf- ni a nn, geb. zuChra st in Böhmen 3. Mai 1820). Bruder des Ludwig August F. <s. d.). Erhielt die erste Erziehung im Elternhause und ging, als sein Bruder Lndwig August in Wien war, eben- falls dahin, besuchte das polytechnische Institut, wurde Chorknabe im israeliti- schen Tempel und ertheilte Unterricht. Nach einigen Jahren 1834 dem Handels- geschäfte sich widmend, trat er in das Haus seineö Onkels I . I . Pollak in Prag als Praktikant ein, wurde nach vier Jahren Vollmachtsträger dieses Hauses und blieb 9 Jahre in dieser Stellung. 1845 etablirte er sich als Kaufmann in Prag, wo seine Firma derzeit eine der geachtetsten des Platzes ist; 1847 wurde er Vorsteher des Prager Handelsstandes und diese Wahl nach der Hand viermal erneuert; 1848 wurde er M. Land au, dem Vorstände der damals noch selbstän- digen Israeliten-Gemeinde, an die Seite gegeben; 1849 znm Stadtverordneten und 1851 zum Stadtrathe gewählt. Seit bem Bestehen der Prager Handelskammer ist er deren Mitglied, auch Mitglied der meisten Kunst- und Humanitäts-Vereine in Prag und hat um die Errichtung der Präger Sonntags-Gremialschule, wie um die Gründung der ersten höheren Han- delslehranftalt in Oesterreich wesentliche Verdienste, war an ersterer durch 5 Jahre als Verwaltungsrath, und ist an letzterer s^eit ihrer Errichtung in gleicher Eigen- schaft noch thätig. Für diese Verdienste um seine Gemeinde und die bürgerliche Gesellschaft erhielt er 1354 das goldene Verdienftkreuz, 1855 das Bürgerrecht der Stadt Prag und 1856 das Diplom eines Ehrenhauptmanns des k. k. privil. bürgerl. Infanterie-Corps, nachdem ihm schon 1851 eine Deputation der hervor- ragendsten Mitglieder der Prager Israe- liten-Gemeinde öffentlich eine Dankadresse für sein aufopferndes u. beharrliches Wir- ken im Interesseder Gemeinde überbracht hatte. Durch seinen Bruder Ludwig August kam er frühzeitig mit Dichtern und Künstlern in nähere Berührung, was seinen Sinn für Kunst und Wissen- schaft belebte. In Verbindung mit seinem Freunde W. A. Gerle schrieb er das Lustspiel „Mademoiselle OMmb", das in Stuttgart, Prag, Wien und sonst beifällig aufgenommen u. in den Wiener Blättern günstig besprochen wurde. — Wilhelm (geb. zuChrastZ.Dec. 1821). Der zweite jüngere Bruder Ludwig Augusts, der, nachdem er einige Jahre das Gymnasium besucht, die Studien mit dem Handels- geschäfte vertauschen mußte. Seit 1850 hat er sich in Wien als Kaufmann eta- blirt. Doch sein seit früher Jugend er- wachterHang zur Poesie verließ ihn selbst nicht während emsiger Verfolgung rein praktischer Lebenszwecke. Er blieb in Kenntniß der literarischen Erscheinungen des Tages und schrieb in seinen Muße- stunden einige Dramen, welche jedoch nie aufgeführt wurden u. z. 1348: „NeZ Märzen Mus", Drama in 3 Acten, von Holbein zur Aufführung angenommen, doch später weggelegt; — „Gme Grab- Zchriit", Trauerspiel in 5 Acten und „Ich kllMlire", Lustspiel in 1 Acte. Außerdem veröffentlichte er in Zeitschriften — jedoch anonym — einige kritische Aufsätze. Prager Zeitung Jahrg. 1848—56. Frankl, Ludwig August (Dichter, geb. zu Chrast in Böhmen 3. Februar 1810). Entstammt einer geachteten und alten, schon 1671 bei dem Kaufe des Leichenhofes in der Roßau urkundlich er- fcheinenden israelitischen Familie, die noch in mehreren Zweigen fortblüht und sich nur durch die Schreibung der Namen: Franckel, Frankel (s.d.), Fränkel und wie der obigeFrankl unterscheidet. Ludw.Augusts Bater, Leopold, war kais. Tabakdiftrictsverleger und ein Sohn der Schwester des kais. n. östr. Regierungs-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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