Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 335 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 335 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4

Bild der Seite - 335 -

Bild der Seite - 335 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4

Text der Seite - 335 -

335 rathes Israel Honig Edlen v. Honigs- berg (s. d.), welcher, der erste Jude in Oesterreich, seiner Verdienste wegen um das Tabakregale den erbländischen Adel erhielt. Die erste Erziehung bekam F. im elterlichen Hause und in der Volks- schule des Ortes, welche damals der tüch- tige Lehrer Filcik (s. dies. Bd. S. 226) leitete, auch wurde darauf gesehen, daß der Knabe zugleich mit der deutschen die böhmische Sprache erlerne. Da ihn der Vater für die Studien bestimmt hatte, erhielt er von einem katholischen Geistli- chen den Unterricht in der lateinischen Sprache. Schon um diese Zeit erwachte in dem Knaben eine große Leselust, von feinen kleinen Ersparnissen kaufte er sich einige Dichterwerke als: Sal is, Ma- thisson, Hölty u. a., und die reizende Natur seines ländlichen Geburtsortes, der durch den kleinen Prunk des bischöf- lichen Residenzlebens einiges Leben er- hielt, trug das. ihrige dazu bei, den Sinn für Poesie in dem Knaben zu wecken. Ende 1823 wurde F. nach Prag geschickt und Schüler des Piaristen-Gymnasiums auf der Prager Neustadt. Daselbst studirte F. gerade so viel, um nicht zurückzublei- ben, nur in den stylistischen Ausarbeitun- gen zog er die Aufmerksamkeit des ?. Guido Lang auf sich, der F.'s Aufgaben den Mitschülern zum Muster aufstellte. Um diese Zeit erschienen Egon Eberts Dichtungen im Drucke und blieben theils durch ihre Schönheit, theils als Schö- pfungen eines vaterländischen Poeten nicht ohne Einfluß auf das rege Gemüth des Jünglings. Eine Wendung in den bisherigen Verhältnissen erfolgte Ende 1825 mit dem Tode seines Vaters: F. war nun mittellos, sich selbst überlassen und angewiesen, sich durch Unterrichtgeben zu erhalten. Nach beendeten Gymnasial- studien kehrte er nach Chrast zurück, und sollte als ältester Sohn die Leitung des an die Großmutter übergegangenen kais. Tabakdisirittsverlags übernehmen. Doch kam es nicht dazu, und F. ging Ende 1826 nach Leutomischl, um am dortigen Piari« sten-Collegium Philosophie zu hören. Der feurige Vortrag aus der Geschichte, welche ein Piarist lehrte, weckte die Lust dafür in den jungen Zöglingen; Pubitschka's Geschichtswerk über Böhmen machte F. mit der Geschichte der Heimat bekannt, die Liebe zur Poesie war die gleiche ge- blieben und aus dieser Zeit stammen Balladen, Trauerspiele, als: „Agnes mir Zezinill" ; — „Nnbolph unn der Wart"; — „Wenzel im Milige" , ja selbst Gedichte in böhmischer Sprache, welche als Jugend- arbeiten bis auf ein böhm. Gedicht nie ge- druckt wurden. Nun gelang es ihm durch seine Bekanntschaft mit den Mitgliedern derSuwa r'schen Truppe, welche damals auf ihren Wanderungen in Leutomischl Haltgemacht, ein Stück betitelt: „Nie Braut- nacht", unter dem Einflüsse des Müllner-- schen Fatnms geschrieben, zur Aufführung zu bringen. Die Tendenz, welche seine Professoren in diesem Stücke entdecken wollten, erregte derenMißfalleu, F. wurde vor die Conferenz geladen und nur die mildernden Umstände seines Vergehens verwandelten die beschlossene Erclusion in eine schlechtere Sittenclasse. Die ge- ringen Fortschritte in der Mathematik drohten auch die Fortsetzung seiner Stu- dien zu stören; doch auch diese Hemmnisse überwand er, ging in den Ferien 1827 nach Wien, wo er den Freiherrn v. Hor- ni a y r aufsuchte und demselben sein epi- sches Gedicht inHexametern „«/cm^a^^ übergab, der es im „Archiv" 1828 ab- drucken ließ. Zur Fortsetzung seiner Stu- dien begab sich F. Ende 1828 nach Wien, erhielt sich vom Unterrichtertheilen und wählte die Medicin zum Berufsftudium, weil ihn sein Glaubensbekenntniß in einem andern Fache keine Zukunft er- warten ließ. Doch immer behielt die Poesie die Oberhand, wozu der Umgang
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich