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ber Satire, indem er dem ärztlichen Char-
latanismns der Residenz in drei mit viel
Humor und kaustischem Witze geschriebe-
nen Satiren in gebundener Rede, welche
sämmtlich mehrere Auflagen erlebten
svergleiche weiter unten: F.'s Schriften
in chronologischer
Folge^, ernstlich zu Leibe
ging und das lachende Publicum auf sei-
ner Seite hatte. I m Jahre 1850 ward
F. mit in den Vorstand der israeliti-
schen Gemeinde gewählt, und 1851 als
Director des Wiener Mufikvereins und
-als Professor der Aesthetik in demselben.
Das ernstlichste und folgenreichste Er-
gebniß dieser letzten Jahre steht aber in
Verbindung mit seiner nach dem Orient
unternommenen Reise, um die Stiftung
der Frau Elise Herz, geb. von L äm el
(s.d.), eine Lehr- n. Wohlthäügkeits-Anstalt
in Jerusalem im Auftrage der Stifterin
selbst in's Leben zu rufen. Am 11. März
1856 trat F. die Reise an und kehrte,
um seine seit Jahren schon leidende
Gattin sterben zu sehen, im Angnst dess.
Jahres nach Wien zurück, nachdem er seine
von zahllosen Hemmnissen durchkreuzte
Aufgabe glücklich gelost, darüber in
dem Werke: „Nach Jerusalem!" Bericht
erstattet und die interessantesten Auf-
schlüsse über die Zustände Griechen-
lands und des Orients im Allgemeinen,
insbesondere aber der Israeliten daselbst
und namentlich in Jerusalem gegeben.
F. lebt derzeit in Wien, wo er
sich
im
Winter 1857 zum zweiten Mal vermalte,
theils seinem Amte, theils literarischen
Arbeiten, von denen ein großer Theil
gewöhnlich ohne Namen in den Blättern
der Residenz erscheint. F. ist für seine
poetischen Arbeiten manche Auszeichnung
zu Theil gewordm, er erhielt unter andern
von der Stadt Genua und seiner Vater-
stadt das Ehrenbürgerrecht, von Spanien
den Orden Isabella der Katholischen
und von Griechenland den aus Anlaß
der Befreiung desselben vom Türkenjoche
v. Wurzbach, biogr. Lexikon. I V. gestifteten Erlöser-Orden, sowie Diplome
von vielen gelehrten Gesellschaften. -H«- 2>
l. F.'s Schriften sind in chronologischer
Folge:
„Das Habsburgslied. Historische
Balladen" (Wien 1832, von Ghelen'sche
Erben, gr. 8".). Sr. Majestät dem jüngeren
König von Ungarn, Ferdinand, gewidmet.
^Vergl. darüber: Liter. Notizenblatt, herausg.
von Theodor Hell , Juli 1332, Nr. 31, be-
urtheilt von B ö tti g er. — Wiener Zeitschrift
für Literatur :c. von Ioh. Schickh, 1832,
S. 383.1 — „Epische und lyrische Dich-
tungen" (Wien 1833, Sollinger). lVergl.
Wiener Zeitschrift für Literatur :c. von Ioh.
SchickI), 1834, S. 842.1 Dieses Buch ift dem
berühmten Orientalisten Hammer- Purg-
stall gewidmet und von diesem durch die
Widmung der „Duftkörner" erwidert worden.
— „Sagen aus dem Morgenlande"
(Leipzig 1834, Leo). Karoline Pichler ge-
widmet. Zur Bearbeitung derselben in gebun-
dener Rede ist Fr an kl von Hammer-
Purgftall angeregt worden, l Vergleiche:
Menzels Literaturblatt 1834, S. 328. —
Wiener Zeitschrift für Literatur :c. von
Johann Schickh, 1835, S. 807.) — „Pa-
risina. Aus dem Englischen des
Byron" (Wien 1835. v. Siöckholzer). Der
Künstlerin Pauline von Schmerling, geb.
Freun v. Koudelta gewidmet. — „Chri-
stophoro Colombo. Episches Gedicht"
(Stuttgart 1836, Brodhag). F. erhielt für
dieses, dem König Karl Albert gewidmete
Epos bei feiner Rückkehr aus Italien nach
Wien über Genua von der Municipalität
dieser Stadt 183? das Ehrenbürgerrecht und
den Ooäios Coloindo. ^Vcrgl.: Wiener Zei-
tung 183S, Nr. 156. — 1839, Nr. 143,
224. — Blätter für Literatur, Kunst und
Kritik, von I . P. Kaltenbaeck, 1836, Nr.
41 u. 53.1 — »vs Illkluxn rdHiit2.«i2e.
Physiologische Abhandlung" (Padua
1337, Cartellieri). F.'s Inaugural-Dissertation.
zur Erlangung der medicinischen Doctors-
würde. — „Gedichte" (Leipzig 1840, Nrock-
haus) lVergl.: Blätter für literarische Unter-
haltung 1841, 3tr. 125. — Nosen. Literatur-
blatt, 1841, Nr. 13.1^ „Joseph Eman.
Hilschers poetischer Nachlaß" (Pesth
1840, Heckenast). iMrgl. Hilschers Biogras
phie iu diesem Lexikon.1 — ^,Sonntags-
blcitter für Literatur und bildende
Kunst" (Wien 1842—43, gr. 8".) 7 Iahrge.
Dieses nach Hormayrs „Archiv" beste Blatt
Oesterreichs in der ersten Hälfte dieses Jahr-
hunderts hörte im October 1843 zu erscheinen
auf. — „Rachel. Biblisches Gedicht"
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon