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u.^ d. i. Beitrag
zur slavischen Sprachfrage (Prag 1853);
^^,"lcla^c/i, d. i. Ueberzeugendes Wort
über die Endsylben r>^ und ni bei An-
hängseln(Prag 1854); — „Nötinn2ch-drnt3che
Zsirllchnbllngen", 3. und. Anst. (Prag und
Leitmeritz 1854), in beiden Sprachen zu-
gleich; — und die Zeitschriften: „<?sllk.
A«bar?n w ^oii<^lt/^ F^>i5", d. i. Der
öeche, eine unterhaltende und belehrende
Zeitschrift (Königgrätz 1832 mit Abbldg.);
d. i. Krok (Königgrätz mit vielen Abbildg.);
d. i. Samo (Ebenda 1852). Diese wie
die schon genannten „O'ec/l." und „H>o?c"
gab F. in Gemeinschaft mit Tomicek
heraus; — ^osei ^ öuclcs. /
cisHs", d. i. Der Bote ans Budeö. Zeit-
schrift für Lehrer, Erzieher und Kinder-
freunde (Prag 1848—1851). Die Voll-
endung des eben im Erscheinen begriffe-
nen deutsch - slavischen LerikonL, worin
die sämmtlichen slavischen Dialekte ver-
treten sind, hat der Tod unterbrochen,
der ihn im Alter von 61 Jahren der
Wissenschaft entriß.
61a2uik 2«, literllwro in nmetnost 1863, Nr. 2
lenthält den Nekrolog). — I>r2.2gkö Aoviu?
(?i-a3, ?l)1.) 1858, Nr. 6—9 : ^^usst?r2,ut2.
8ulnuvg^^."— Tagesbote aus Böhmen (Prag,
Fol.) 1857, Beilage zu Nr. 354.
Frannl von Weissenthuru, Johanna
(kaiserl. Hofschau fpielerin, geb. zu
Coblenz 1773, gest. in Wien 17.
Mai 1847). Sie ist eine Tochter des
Schauspielers Benjamin Grünberg.
Den Bater verlor sie 1781, da sie erst
acht Jahre zählte. Ihr Stiefvater Andr.
Teich mann gab nun mit den hilflosen
Hinterbliebenen 6 Kindern dramatische
Vorstellungen aus Weiße's „Kinder-
freund" , welche sehr gefielen und worin
die 10jährige Johanna durch ihre An-
muth fesselte. Graf Seefeld berief das Teichmann 'sche Kinder - Theater nach
München, und Johanna gefiel auch dort
so, daß das 14jährige Mädchen ein En-
gagement in München erhielt (1787).
Im folgenden Jahre eilte
sie
ihrem Bru-
der, der in Baden bei Wien spielte, nach;
mit einem Bündel, das ihre ganze Habe
enthielt, unterm Arm, schiffte sie
sich
allein
auf einem Flosse ein und schwamm so nach
Wien. Dort fand sick)
Vro ckman n durch
ihre Leistung so überrascht, daß er ihr
ein Engagement am Hoftheater antrug,
welches sie 1789 antrat und seither uichr
mehr vertauschte. 1791 vermalte sie
sich
mit Franul v. Weiss ent hurn, einem
Patrizier aus Fiume, der in Wien bedien-»
stet war. Die Kinder aus dieser Ehe
starben alle vor ihr. Als
sie ihre 40 Dienst-
jähre zurückgelegt, zeichnete sie Kaiser
Franz mit der großen goldenen Civil-
verdienstmedaille aus. Noch aber blieb
sie im Dienste und erreichte 1839 das
Jubeljahr ihres Eintrittes bei der Hof«
bühne. Doch erst 1842 — nach 53 Dienst-
jahren — bat sie Krankheithalber um
ihre Entlassung. Am 3. März 1842 be-
willigte ihr der Kaiser noch eine Benefiz-
Vorstellung, bei welcher zwei ihrer Stücke:
„Die stille Braut" und „Sie hilft sich
selbst" gegeben wurden. Unter vier Mon-
archen hatte die Künstlerin auf der Hof-»
bühne gewirkt. Sie hatte noch die Züge
des Kaisers Joseph gesehen, war noch
durch sein Wort ermuntert worden und
Zeuge der höchsten Blüte des von ihm
begründeten Knnstinstitutes. Als Künst-
lerin behauptete sie sich anfänglich im
Fache der ersten Liebhaberinnen nebenc
Frau Rose, in spätern Jahren trat sie
in's Fach der Mütter über und spielte
gemüthliche Frauen mit vielem Erfolg.
Sie trat 1809 in Schönbrunn vor Na«
poleon als „Phädra"auf, und ihr-
Spiel brachte auf den Kaiser einen sol-
chen Eindruck hervor, daß er ihr naH
der Vorstellung ein Honorar von 300O '
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon