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machte das Doctorat der Philosophie und
lehrte seit 1748 an der Universität in
Wien Mathematik nud Astronomie und
Experimentalphysik, diese Stelle bis an
seinen Tod bekleidend. Früher — 1740
— begleitete er den kaiserl. Gesandten,
Grafen von Uhlefeld, nach Constan-
tinopel und machte mit mehreren Gesandt-
schafts ^ Cavalieren einen Ausflug nach
Kleinasien, von welchem er eine reiche
Ernte alter Münzen, merkwürdige Natur-
gegenstände u. d. m. heimbrachte. F.
war Lehrer des Erzherzogs Joseph,
nachmaligen Kaiser, in der Philosophie,
und Kaiser Franz I., Mar ia There-
sia's Gemal, bediente sich seiner Hilfe
bei den
chemischen Versuchen, dde er vor-
nahm. Auch war F. der erste, welcher
mehrere Jahre hindurch die orientalische
Akademie leitete; im Auftrage der Kaise-
rin Mar iaTheres ia das Bergwesen
überwachte und die Einführung gleichen
Maaßes und Gewichtes im Kaiserstaate
durchführte. Im Leben war er ein Mann
seltener Entsagung und hohen Pflicht-
gefühls, und als er 72 Jahre alt starb,
ließ ihn Kaiser Joseph auf seine Kosten
feierlich bestatten. Von ihm erschienen:
ennas^'> in den Lon-
doner „1>2.N8ll.oU0N
1743; — „^)l55S5-tatl'o cls
1751, 4".); — ^
(Nbsnäa. 1759). Seine
astronomischen Beobachtnugen von dem
I . 1734—50 sind in verschiedenen Wer-
ken seiner Zeit zerstreut. Seine Tragödie:
„(?ocls/7'»eiu5 ^3ie»'05ol^M'itan<UH" ^ wurde
in latein., französ. und türkischer Sprache
in der Akademie in Wien 1757,1758 und
1761 aufgeführt. Mehrere seiner Hand-
schriften über verschiedene Gegenstände
befinden sich im Besitze seines Ordens.
. 2l.in2, I.ex. 8°.) 8. 86
diesem die obigen Angaben der Geburt
1356, Mld des Todes). — j-'o^el,
lNriilck lom. I. 3. 416. — Adelungs Fort-
setzung und Ergänzung des Iöcher'schen
Gelehrten - Lexikons. — Meusel ( I . G.),
Lexikon der vom Jahre I7ö0—1800 verstorb.
deutschen Schriftsteller III.. Bd. S. 463. —
Ersch (I . S.) u. Grub er (I. G.), Allg.
Encyklopädie der Wissenschaften und Künste
(Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 48. Thl.
Inach dieser geb. 1703, gest. 15. April 1776).
Franz, Stephan (Musikus, geb. zu,
Wien 26. Nov. 1735, gest. ebenda 19.
Dec. 1355). Erhielt den ersten Unter-
richt in der Violine von feinem Vater
Kar l Franz, Kammermufikus in der
Capelle des Fürsten Esterhäzy jvergl.
über diesen: Gerber Histor. biogr. Lex.
derTonkünstler, Leipzig 1790,1.Sp. 439^,
kam, 9 Jahre alt, als Sopranist in's
Iosephstädter Piaristen-Kloster, besuchte
zugleich die Humanitäts-Classen und bil-
dete sich bei Albrechtsb erger im Ge-
neralbasse aus. Um sich
dem Kaufmanns-
geschäfte zu widmen, eignete er sich die
dazu nöthigen Kenntnisse an, als ihm
(1803) ein reicher Mann antrug, Musik-
lehrer seinem Sohne und erster Violinist
im Quartett zu sein, welches er unter-
hielt. Franz, damals 18 Jahre alt,
nabin den Antrag an; blieb 3 Jahre in
diesem Dienste und wurde 1807 Musik-
director dcr kleinen Capelle eines reichen
Edelmannes im Smhlweißenkurger Co-
mitatc. 6 Jahre leitete er die Capelle
und componirte in dcr freien Zeit fleißig.
Nachdem sein Coutract zu Ende war, er-
hielt cr im Orchcster des Theaters an der
Wien eine Stelle als erster Violinist und
kam bald darauf zur HofcapM, wo er
1816 die Hof-Violinisten-Sielle bleibend
erhielt. I n gleicher Zcit ertheilte er Unter-
richt, der ihn bald so in Anspruch nahm,
dau cr 1318 seine Stelle aufgab, bis er
1823 als Orchester-Director des Hofburg-
theatcrs neuerdings Mitglied dieser Ca-
pelle wurde, deren Leiter er bis an sein
Ende blieb. Franz hat viel componirt:
Ouvertüren, Entreacts, eine Messe,Quin-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon