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neu errichtete Bombardiercorps und 1787
als Oberlieutenant in's 2. Feld Art.-Reg.
Im Türkenkriege zeichnete er sich im Ge-
fecht am B e s
ch
a n i a-D amm aus, wurde
im Mai 1790 Hauptmann u.that sich
im
franz. Kriege bei der Einnahme der L au-
terburger Linien (13. Oct. 1793) und
vorBrumpt (28. Nov.) rühmlichst her-
vor. Ani 11. Aug. 1795 zum Bombav
diercords übersetzt, nahm er an den fer-
neren Ereignissen dieser Epoche thätigen
Antheil. Im März 1800 wurde F. Ma-
jor im Bombardier-Corps, in das er schon
ün Aug. 1795 wieder eingetheilt worden
war. Das Mar. Theresien < Ritterkreuz
erkämpfte er sich am Tage der Schlacht von
Austerlitz(2. Dec. 1805). Der rechte
von dem russischen Generat Bagration
commandirte Flügel wurde bereits von
der feindlichenUebermacht zurückgedrängt.
Truppen, welche die Weichenden aufneh-
men und verstärken konnten, waren nicht
da. Da commandirte F. die Oberfeuer-
werker Schweikhardt und Peter-
müller mit ihren Batterien auf eine
Anhöhe, von welcher ihr Geschütz den
Feind bestreichen konnte. Schweik-
h ard ts Batterie, obgleich ohne Truppen-
bedeckung , eröffnete nun das Feuer und
erzielte eine solche Wirkung, daß der
Feind zurückwich. Mittlerweile war die
zweite Batterie aufgefahren und that ein
Gleiches. Die Truppen des General
Bagration hatten nun Zeit gewonnen
sich zu sammeln, um auf's neue in's
Treffen zu rücken. Im Mai 1807 wurde
F. Oberstlieutenant, im Februar 1809
Oberst und Commandant des 2. Art.-Reg.
und im April 1813 Generalmajor uud
Artillerie-Director im Hauptquartiere
des Feldmarschall Fürsten Schwarzen-
berg. Als solcher zeichnete er sich bei
Dresden und Kulm und namentlich
bei der Beschießung Dresdens auf das
rühmlichste aus, wurde aber so schwer
verwundet, daß er feincr Stellung ent- hoben werden mußte. Nach seiner Gene-
sung erhielt F. die Artillerie-Brigade in
Lemberg. Am 5. Iänn. 1820 trat er in
den Ruhestand, den er nur mehr 3 Jahre
genoß, und 64 Jahre alt, im gleichen
Alter wie sein Vater, starb.
Hirtenfeld (I. Dr.), Der Militär - Maria-
Theresien-Orben und seine Mitglieder (Wien
18Z7, Staatsdruckerei, 4°.) S. 809 u. 1745.
— Oestr. Militär-Konvers.-Lexikon. Herausg.
von Hirtenfeld u. Dr. Mevnert (Wien
1852 u. f.) II. Bd. S. Z56.
Fries, Johann Reichsgraf von (In-
dustrieller, geb. zu Mühlhausen
19. Mai 1719, gest. zu Vöslau nächst
Wien 19. Juni 1785). Entstammt einer
schweizerischen Patricierfamilie, in wel-
cher mehrere Glieder höhere Stadtwürden
in Mühlhaufen bekleideten. Johanns
Vater war Mitglied der Regierung. Der
Sohn Johann widmete sich dem Han-
delsgeschäfte, steigerte
das Ansehen seines
Hauses, wurde Bürgermeister in Zürich
und führte über die damaligen dreizehn
Cantons der Schweiz den Vorsitz im Rathe,
leistete im niederländischen Kriege (1746)
der alliirten österreichisch-englisch-hollän-
dischen Armee wesentliche Dienste und
erhielt in Anerkennung derselben die
Erlaubniß, eine Filiale seines Geschäftes
in Wien zu errichten. Daselbst brachte
er sein Haus in solche Blüte, daß ihn die
Kaiserin Maria Theresia 1752 zum
Commerzienrath und in Anerkennung
einer Verdienste um die Hebung der
österr. Industrie und seiner dem Staate
auch sonst noch geleisteten Dienste am 24.
Nov. 1757 in den erblichen Ritterstand
erhob. Im 7jährigen Kriege half er der
Kaiserin mit großen Geldsummen aus
und verproviantirte das Armeecorps,
welches Laudon nach der Schlacht bei
Frankfurt an der Oder durch Polen
führte, auf die uneigennützigste Weise.
Die Belohnung dafür war die Erhebung in
den Freiherrnstand (15. Dec. 1762) unb
1771 die Verleihung des Hofrathtitels.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon