Seite - 371 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Bild der Seite - 371 -
Text der Seite - 371 -
371
Seit seines Aufenthaltes in Wien 1821
—1825, darunter zwei Lustspiele: „Mrn
nach Gnnst" uud „(bine Scene ans GliZinm",
kamen nie zur Darstellung; hingegen er-
schien eine Iugendfchrift im Drucke:
„Nine Nlmnen und Frnchtstiicke tür die iiede Zu-
yM", welche das kleine Lustspiel: „Nicht
Jeder ist dumm, der zu unssieht" und die ro-
mantische Erzählung: „Gebeth, die kleine
Citherechliigerin" enthält. Die persönliche
Bekanntschaft mit Ludwig T ie
ck,
die er im
Sommer 1825 zuTeplitz machte, blieb nicht
ohne Frucht für seine Fortbildung. I n
jene Zeit fallen mehrere Arbeiten, meist
Tragödien, ferner eine Bearbeitung des
1. Theiles von Tiecks „Fortunat" für
dieBühue, desShakspear'schen „Win-
termährchens", das Eßlair in München
und Prag zur Aufführuug brachte uud
in Wien 1827 im Theater an der Wien
unter dem Titel: „Ein Orakelspruch"
gegeben wurde. Auch vollendete er zwei
fünfactige Lustspiele: „Nerm und Nebe"
und „Gr i2t allein betrogen", den Schwank:
„Ner AchuMckel von Gauklet", auf Privat-
theatern aufgeführt und 1845 im „Album
für die Prager Ueberschwemmten" abge-
druckt; endlich das einactige Trauerspiel:
„Gin Hrrbstllliend". I n weitern Kreisen
bekannt wurde sein Name erst durch das
einactige epigrammatische Lustspiel: „Zn-
best", abgedruckt im „Album zum Besten
der grauen Schwestern in Wien". I n
einer Wohlthätigkeit - Vorstellung für
denselben Zweck wurde es 1840 in ver-
kürzter Bearbeitung auf dem Burgtheater
gegeben und gesicl so, daß es ihm alsbald
einen Ruf machte. I m nämlichen Jahre
kam sein fünfactiges Lustspiel: „Ner die
Nebe hat, fährt die Braut hriw" im Burg-
theater und 1842 das öactige Lustspiel:
Nerui nnd Niebe" ebenda zur Aufführung
und machten von da die Runde auf den
meisten Bühnen Deutschlands. Ueber Auf-
forderung Netzers, des Compositeurs
derOper.Mara", schrieb F. einen Opern- tcxt:„Die Vrllntkl!lirt". Außerdem veröffent-
lichte er lyrische Gedichte. Balladen, Er-
zählungen uud humoristische Aufsätze in
Zeitschriften, Taschenbüchern uudAlbums,
von denen „Gin RrebZbiichlem lnr Künstler"
in der „Gegenwart" und die komische
Erzählung: „Ein Z^Hermitwoch" zu nen-
nen sind. Von seinen spätcru Arbeiten
blieben zwei Lustspiele: „Ner dicke Gizchlrr"
und „Nach ein GaliZman" unausgeführt;
hingegen wurde 1345 auf dem Burg-
theate'r seiu Schauspiel „Valdruiar" gege-
ben, dem der Brcmer'sche Roman
„Streit und Friede" zum Grunde liegt;
ferner 1847 das Zactige Lustspiel „schleife
und Vlvmr". eine Bearbeitung des Calde-
ron'scheu „Schärpe und Blume"; —
auf dem Karliyeatcr 1849 das Zactige
Lustspiel: ,Fine Badekur", als Posse unter
dem Titel: „Ner gefoppte Fupprr" als Ma-
nuscript gedruckt uud aus mehreren Büh-
nen gegeben, und wieder auf dem Burg»
theater März 1852 das 3actige Lustspiel:
„GnerZtreiche", dessen Grundgedanke dem
Mol ie r eschen ,.^.63 oontreteiripZ, ou.
I^toui-äu" entlehnt ist, das aber, s'a die
Zeit, dem Verständniß solcher Hanswurst-
streiche entrückt ist, durchfiel. Seine neueste
Arbeit, eine Lokalpossc mit histor. Hinter-
grund: „Nie drei HlluZmürst^', scit 1855
zur Darstellung im Karltheater augenom-
rneu, kam noch uicht zur Aufsührung.
Seiu Sohn ist der Melchior F. (s. d
Zweüfolgenden).
Allg. Theaterzewmg, herausg. von A. Bäuerle
1840, Nr. 288, S. 13 l4. — Oestr. Zuschauer,
herausgeg. von Ebersberg 1840, IV. Bd.
S. 1481.
Fritsch, Karl (Natur forsch er, geb.
zu Prag 16. Aug. 1812). Stlidirte in
Prag, widmete sich der Rechtswissenschaft,
nach deren Beendigung er als Concepts-
beamter bei der böhm. kaiserl. Cameral-
gefällen - Verwaltung in Prag eintrat.
Bald aber vertauschte er diesen Dienst
mit einem anderen, der ihm bei seiner
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon