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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 381 -
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381 unkenntlich. Er meldete sich m Wien als Ranzionirter, als er aber seinen Namen nannte, hieß es: in der Stammrolle ste „Frohn geblieben vor dem Feinde". Niemand erkannte ihn, er wurde für einen Abenteurer gehalten. Sein Necurs wurde abgewiesen, denn er war für tod in der Regimentsliste eingetragen und mußte todt bleiben. F. suchte nun eine Bedienstung als Bereiter, Lakei u. dergl., u. wohnte in dieser Absicht einer Reitprobe in der kaiserl. Reitschule bei, wo eines der Pferde des Feldmarschall Grafen Aspremont-Linden Niemand zubän- digen im Stande war. F. bot sich an, das wilde Thier zu reiten, was ihm be- willigt ward, und das Thier fügte sich dem Manne, den es bald als seinen Mei> ster erkannte. Als der General den Rei- ter mit Geld belohnen wollte, schlug'er es aus, da ein gedienter kaiserl. Officier kein Trinkgeld annehmen könne. Dies hatte eine Vorstellung F.'s vor Aspre- mont zur Folge, in welcher F.seineSchick- sale, seine gegenwärtige Lage schilderte, daß er als todt ausgegeben, nicht mehr in's Regiment zugelassen werde, und Afftre- mont, von der Wahrheit der Aussagen überzeugt, bemerkte: „er sei todt, stehe als todt im Register, ihn darin lebend zu machen, besitze weder er noch die Kaiserin die Macht. Doch biete er ibm den Ein- tritt in die Ar eieren-Garde an". Frohn trat nun zum dritten Male als Lieutenant ein. Als solcher wußte sich F. die Huld des Kaisers Joseph zu erwerben, und brachte unter dieser Begünstigung des Monarchen wieder ein, was er durch seine widrigen Schicksale versäumt hatte. Erst wurde F. Rittmeister in des Kaisers Hu- ßaren - Regiment, und 1779 Oberst des Kürassier - Regimentes Ber l i chingen (jetzt 1. Dragoner-Regiment). Bei einer Revue in Großwardein gerieth F. mit dem inspicirenden Feldmarschalllieutenant FriedrichAlerander von... in Wort- wechsel, wurde zum Profoßen gebracht und vor ein Kriegsgericht gestellt. F. hatte Mittel gefunden, den Kaiser von feinem Schicksal zu benachrichtigen, worauf die- ser seinen Flügeladjutanteu (Graf Har- deck nachStramb erg, GrafKh even- hüller nach Bülau)nach Großwardein abschickte. Als dieser daselbst eintraf, ließ er sich zu F. in den Kerker führen, fand aber denselben bereits todt. F. war kurz vorher verschieden. Es ergaben sich un- bestreitbare Spuren einer Vergiftung. Protocoll über den Sachverhalt wurde aufgenommen; als die letzten Unterschrif- ten gegeben werden sollten, traf die Mel- dung ein, daß der bei der Sache bethei- ligte Feldmarschall - Lieutenant in seinem Quartier sich erschossen habe. Daß in Folge dessen Kaiser Joseph 1779 das Kürassier - Regiment in ein Dragoner- Regiment verwandelt und statt der car- moisiurothen Aufschläge ihm schwarze zum Abzeichen gegeben habe, sind unbewiesene Annahmen. Bülau (Friedrich), Geheime Geschichten und räthfelhafte Menschen (Leipzig 1850 u. f., . Brockhaus) I I . Bd. S. 342. IBülau's Bemer- kung, daß unter den Feldmarfchall-Lieutenants jener Zeit ein Berl ichingen Friedrich Alexander hieß, ift befremdend; dieser Ber- l ichingen starb am 11. Mai 1789 lsiehe II. Bd. S. 320), mcht wie der ungenannte Fcldmarschall'Lieutenant, der sich 1779 erschoß). — Stramberg (Chr. v.), Ehrenbreitstein, Feste und Thal. Historisch und topographisch dargestellt (Coblenz 1845, R. F. Horpt, 8°.) S. 532 u. f. ldieses Werk bildet „des denk- würdigenNheinischen Antiquarius Mittelrhein" der I I . Abth. I. Bd. — Oestr. Zeitung (Wiener polit. Blatt, vormals Wiener Lloyd, Fol.) 1855, Nr. 325: „Joseph v. Frohn. Geschichte eines Soldaten aus dem vorigen Jahrhundert." — Dasselbe in der Didaskalia (Frankfurter Unterhaltungsblatt) 1855, Nr. 208 und in der Linz er Zeitung 1855, Nr. 206—208. Frohn, siehe anch: Froon von Kirch- rath, Joseph Freiherr von S. 335. Froidevo, Joseph Hyazint Edler von 'Staatsmann, geb. zu Arlesheim m der Schweiz 15. Aug. 1735, gest. zu
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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