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Weidlina, bei Wien 15. Aug. 1811).
Studirte in Wien die Rechte, widmete
sich anfänglich der Advocatnr, trat aber
1764 als Fiscaladjnnct in österr. Staats-
dienste, wnrde 1768 Ratb, 1771 Hostam-
mer-Precurator, 1772 Rath bei dem
niederösterr. Appellations - Gerichte und
wenige Monate später Hofrath bei der
obersten Iustizstelle. 1811 trat er uach
46jä'hriger Dienstleistung in den Ruhe-
stand. In Folge seiner unter 4 Regenten
im Staatsdienste erworbenen Verdienste
erhielt er am 6. Oct. 1785 den Ritter-
stand und 1808 den St. Stephansorden.
Als Referent bei der zur Bearbeitung
der neuen Gesetze aufgestellten Iustiz-
Compilations-Hof-Commission hatte F.
wesentlichen Antheil an der nachmals
erschienenen Gerichtsordnung. Auch wid-
mete sich F. der Cultur der Seide und
erzeugte der Erste in seinem Garten in
der Rossau ldem ehemaligen Iesuitenhof)
größere Quantitäten Seide und legte
mehrere Anpflanzungen von Manlbeer-
bä'umen an; ebenso machte er
sich
um die
Veredlung der Neben in Grinzing ver-
dient, wo er in scinem Garten zuerst
bessere Sorten aus den südlichen Theilen
der Monarchie mit Erfolg anpflanzte.
Froidevo siarb i:n hohen Alter von
76 Jahren.
Qeftr. National-Encytlopädie (von Gr äffer
u. Zzilann), (Wien 583ö) II. Bd. S. 235.
— Nitterstands - Diplom vom 6. Oct. 1785.
— Wappen. Ein aufrechtstehender gevierteter
Schild. 1 u. 4 im schwarzen Felde zwei rechts
schief übereinanderliegende ftufenartige silberne
Balken; 2 u. Z im goldenen Feld mittendurch
ein rother Querballen mit fünf goldenen
Sternen belegt. Auf dem Schilde zwei gekrönte
nach einwärts gelehrte Helme. Aus dem vor-
dern erhebt sich ein links gewendetes schwarz
gekleidetes Männlein ohne Hände und Füße,
die Stirn mit einem zurückfliegenden rothen
Bande umgeben, den Leib mit den Silber-
ballen von 1 u. 4 belegt. Auf dem hinteren
Helme ein mit der Sachse linksgetehrter gol-
dener Adlerfiügel mit dem goldgestcrnten rothen
Querbalten von 2 u. 3 belegt. Froloff- Vagreeff- Sperausty, Eli-
sabeth Gräfin von (Schriftstel lerin,
geb. 1799, gest. zuWien4.April 1857).
Sie, ist die Tochter des durch seine denk-
würdigen Schicksale bekannten russischen
Grafen Michael SPeransky, der sich
ans niederem Stande zu den höchsten
Aemtern emporgeschwungen hatte, dnrch
eine falsche Anklage in Verbannung ge-
rieth, in die ihm seine Tochter Elisabeth
folgte, und später, als seine Unschuld zu
Tage kam, General-Gouverneur von
Penso wurde. Um diese Zeit vermalte
sich Elisabeth mir Herrn vou Froloff-
Vagr^eff, aus welcher Ehe ein Sohn
und eine Tochter hervorgingen. Später
übersiedelte sie uach Petersburg, wohin
ihr Vater berufen worden war, uud lebte
da im Kreise der bedeutendsten Staats-
männer , Schriftsteller und Künstler und
schloß mit Puschkin eine Freundschaft,
die erst der Tod löste. Als 1839 Graf
SPeransky starb, begab sich Elisabeth
nach Deutschland, von wo sie auf ihre
Güter in die Ukraine zurückkehrte und sich
der Erziehung ihrer Kinder widmete.
Anf die' schmerzlichste Weife verlor sie
ihren Sohn, der Militär geworden und
als er das Leben eines Freundes verthei-
digte, von der Haud eines betrunkenen
Cameradeu fiel. I n der Religion fand
die tief erschütterte Frau Trost und in
dieser Stimmung führte sie
die Wallfahrt
zum heil. Grabe aus, indem sie znvor
ihre Tochter Mar ia mit dem Fürsten
Kantakuzeno vermalt hatte. Anderthalb
Jahre brachte sie auf ihrer Pilgerfahrt
zu, kehrte dann auf ihre Güter uach Ruß-
land zurück, wo sie
durch Verbesserungen
mannigfacher Art und durch Errichtung
wohlthätiger Anstalten vielen Segen stif-
tete. Im I . 1850 verließ sie aber ihre
Heimat, übersiedelte uach Wieu und schlug
daselbst ihren bleibenden Wohnsitz auf.
In diese Zeit ihres Aufenthaltes in Wien
und also schon in höheren Jahren, fällt ihr
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon