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erhobenem Schweife. 1 und 4 in Blau zwei
aufrechtstehende silberne Garben. 2 und 3 in
Silber zwei rothe Pfähle. Dcn Schild deckt
die Grafenlrone, worauf vier gefrunte Helme
-stehen, der rechte trägt einen schwarzen offenen
Flug. dcr zweite eine von Gold u. Schwarz
geviertete Admiralsflagge an goldenem Fah-
nensiocke, aus dem dritten wächst zwischen
zwei von Silber und Blau qncrgethcilien
Büffelhörnern mit gewechselten Tincturen der
rechtsgelehrte rothe Fuchs des Herzschildeö
hervor und auf dem linken Helme stehen drei
einwärtsgebogene Straußenfedern, die mittlere
silbern, die äußeren roth. Schildhalter.
Zwei aufrechtstehende auswärtssetzende, mit
Hermelinmänteln bekleidete Füchse mit aus-
gcschlagenen Zungen, erhobenen Schweifen. —
Vergl. über die Familie: lKneschlc, Ernst
Heinrich Dr.) Deutsche Grafcnhänser der
Gegenwart (Leipzig 1852, Engelmann, 8°.)
I. Bd. S. '^47. — Oestr. Nat-^Encyklopädie
(vonGräffer u. Czikaan), (Wien 1835)
II. Vd. S. 239. — VI. Bd. u. Suftpl. S. 440.
—Berg mann (Ios >, Medaillen auf berühmte
u. ausgezeichn. Männer des ö'str. Kaiscrstaates
vom 16.—19. Jahrh. (Wieni344u f.,Tendier,
4".). Erwähnt mehrere Glieder dieser Familie.
Fnchs, Wilhelm (Geognvst, ged.
zu Leutschau 1802, gest. zu Belgrad
28. Iän. 1853). Sohn des Pastors und
Superintendenten Johann Samuel F.
(s. d. S. 391). Besuchte die Schule sei-
ner Vaterstadt, an der Lumnitzer chä-
tig war und das Gymnasium in Lemberg,
wo sich seine Liebe für die Naturwissen-
schaften entwickelte. Nach seiucs Vaters
Tode (1817) kehrte die Mutter mit ihren
8 Kindern nach Le.nschau zurück, wo die
beschränkten Vermögensverhältrüsse zur
Wahl eines Berufes drängten, der bald
ein Brod geben sollte. F. trat somit 1819
in eine Apotheke, diente mehrere Jahre
als Gehilfe, und hörte 1826 in Wien
den pharmaceutischen Curs. Mit Vorliebe
trieb er nun Botanik uud Chemie, aus
letzterer am 17. Iänn. 1829 das Doeto-
rat erlangend. Als Iuaugural-Disser-
tation gab er eine Analyse der Brenn-
berger Brannkohle heraus. I n Wien ge-
wann F. bald das Wohlwollen manches
Gelehrten und war ein gern gesehener Gast im Hause des Freih. von Iacqu in ,
dessen Einfluß wohl zunächst wirksam ge-
wesen sein mochre, als F. in Gemeinschaft
mit Oi-. Ladislaus von Kra lov as;ky,
die Herausgabe der .."loi-a. äcknoädki'- -
g-ünsis" alö llk!-d2.i^u.n vivuiü begann,
welches Werk jedoch, wohl ob Mana,l an
gehörigen Mitteln, nur bis zum 5. Hefte
gedieh. F. kehrte nun zu seineu pbarmcc.
Studien zurück. ImI.1829 auf einerReise
nachEperies begriffen,verweilte er längere
Zeit in Schcmnitz, wo ihn das dortige
Bergmanns-Leben so fesselte, daß er, un-
geachtet sein Körper diesem schweren
Dienste nicht gewachsen schien, doch im
Herbste 1832 die Akademie in Schemnitz
besuchte, nachdem ei mittlerweile fleißig
Mineralogie unter Mohs studirt hatte.
Vorbereitet wie er war, beendigte er den
3jähr. Curs zu Schemnitz in Einem Jahre.
Nun kam er 1834 als Praktikant nach
Schmöllnitz, wo ihm das Probiergeschäft,
und der Kupfervcrkaüf anvertraut wurde.
Ende 1834 wurde F. ProbiererAdjunct
in Agordo. Von dort erstattete er alsbald
einen Bericht über die geognostischen Ver-
hältnisse der Alpcngegeud von Agordo,
der Vorläufer seines 8 Jahre später über
die Veuetiancr Alpen erschienenen Wer-
kes. Im Juli 1836 erhielt er die Hütten-
meisters-Stelle in Szaszka. Neben seinen
üwllichen Arbeiten, welche namentlich
auf die entsprechendste Geroinnung des
Silbers aus silberhaltigem Schwarz-
kupfer gerichtet wareu, gelaug es ihm
doch, während des zweijährigen Aufent-
haltes im Banale, die geognostischen Ver-
hältnisse der dortigen Erzgebirge zu siudi-
ren. I m I . 1833 kam er als Hütten-
verwalter nach Schmölluitz, aber mit dem
dortigen Gange der Hüttenroesens-Ange-
legenheiten nicht einverstanden, erwirkte
er Aug.1838 seine Versetzung nach Agordo.
I n diesem Iabre begleitete cr im amtlicken
Auftrageden berühmten Mo i) s auf seiner
Reise durch die Venctianer Alpen u.erlebre
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon