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der Hofofterntheater - Direction einge- sop. 34^
reicht. Statt der vergeblich versuchten — „Streichquartett, 2 Stalin, Vialll und Na«
ersten Aufführung auf der Hofbühne, ! in 0" (o^p. 36, Wien, Haslinger); —
fand selbe in Graz am 1. April 1846 „Vagia tür 2 Vialinen, M nnü Vass" ^op.
mit glänzendem Erfolge statt. Nachdem 39)/ — „Jagdchor tiir vier Männrrztiminrn^
dieses Tonwerk früher noch in Brunn! ftp. 40, Simvok in Bonn). Sein
(18. October 1846) gegeben worden, , Nachlaß enthält die vollständige Partitur
gelang es dem Comftonisteu, dasselbe im der Oper: „Nie Stnürnlen non Zaillmanca",
Theater an der Wien zur Darstellung zu ! 3 Ouvertüren für das ganze Orchester
bringen, wo es Ztaudigl (!9. Nov.! (in l), 0 und II), mehrere Concertstücke^
1346) zur Einnahme wählte. Die Oper ! Quintetten, Quartetten, 10 Männer^
erntete reichen Bcifall. Diabel l iu. Co.
übernahm den Verlag des Werkes,
das Fuchs dem Mey erde er widmete.
Im nächsten Jahre compomrte er die
komische Oper „Nie Stninnttn
wozu Pabiasek den Text geschrieben.
Schon im I . 1646 w^rde F. von einer
schweren Krankheit befallen, von der er
sich nie recht mehr erlwlen konnte. Als
im Mai 1847 sein Leiden einen immer
bedenklicheren Charakter annihm, brachte Vocal - Quartetten und viele Lieder
mit Pianobegleitung. Schließlich sei
hier noch des regen Antheils erwähnt,
den F. an der Begründung des zu Ende
1843 von August Schmidt in's Leben
gerufenen Männergesang-Vereins nahm,
dessen Singübungen er als Vereins-Chor-
meister so lange leitete, bis er diese Stelle
in die Hände seines Jugendfreundes Gu-
stav Barth (f. d. I. Bd. S. 165) nieder-
legte. Nach F.'s Tode trat ein Comite
ihn seine Mutter nach'Nußdorf (13. Mai),! zusammen, welches ein Concert veran-
wo die milde Gebirgslnst heilend wirkte.
Als er Ende September in die Stadt
zurückgekehrt, schien er völlig genesen;
aber schon Ende October trat cm neuer
Anfall seines Leidens cm, dem er in we-
nigen Wochen in dcn Armen der Mntter
mit den letzten Worten: „Behüt dich
Gott" erlag. Fuchs war 3? Jahre alt
geworden. Er liegt auf dein St. Marrer
Friedhose beslattcl. 48 Werke sind von
F. durch den Druck bekannt geworden.
Der größte The^l besteht aus Composttio-!
nen zu Liedern von Schiller, Goethe,
Tieck, Gleim, Mathisfon, Rückert,!
Eicheudorf, Heine, Geibel,Bech-j
stein,Frankl, Prechtler u.A. Außer
dem befinden sich darunter:
avec 2 ^ioi. ^ito^ ^i'olonceiis et
/-^.Hso^u (op. 1, Wien,
— „<5°nrettilia tiir Horn" ftp. 17, Stuttg.
Mg. Mus. Handlung); — staltete (20. Febr. 1849), dessen Ertrag
zur Aufstellung eines Grabsteines be-
stimmt war.
Wiener allg. Musilzeitung. herauSg. von Luib
(Wien, 4°.) 1346 (VI. Jahrg.) Nr. 41 u. 42.
— 18^8 (VIII. Ihrg.) Nr. 11—17, ^9-23:
„Nekrolog" von Dr. August Schmidt lm
Nr. 23 mit vollständiger Angabe seiner Werke
und im Nachlasse gefundenen größeren und
kleineren Comvositionmi. — Charakteristik.
„Fuchs als Compositeur erregte große Erwar-
tungen. Sein „Guttendcrg" wurde von der
Kritik als ein wahrhaft deutsches Opern-
wert bezeichnet. Seine größte Stärke besaß er
in der Melodie, worin cr aber, jedes Effect-
haschen vermeidend, nur mit künstlerischen
Mitteln wirkte. Der elegische Zug, der in F.
dem Menschen überall durchschimmerte, herrscht
auch in seinen Compositionen vor, ohne jedoch
in eitle Empsindelei sich zu verlieren, sondern
vielmehr ein reines tiefes Gefühlleben abspie-
gelnd. Durch seinen schnellen Tod verlor die
Kunst einen Jünger, der ihren rechten Pfad
wandelnd, noch Bedeutendes geleistet hätte"
(so ein Freund des Todten).
Ende dez vierlen Bandes.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon