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XI. Bd. S. 667, Nr. 1. — Zwei andere
um Oesterreich verdiente Staatsmänner diese
Namens sind: Ghriftian Friedrich Freiherr
von Gärtner lgeb. 17. Aug. 1768, geft. zu
Währing bei Wien 2. April 1842), einer der
letzten Reichshofräthe und bann k. k. nieder-
öfterr. Appellations - Präsident — und sein
jüngerer Bruder E-onrad Freih. v. Gärtne,
(geb. zu Wien 21. Sept. 1775, geft. ebend
10. April 1849), geheimer Nath und Vice-
Präsident der obersten Iuftizftelle. In Pr a-
tooevera's „Materialien" erschienen von
ihm 2 Abhandlungen: „Ueber Fideicommiß-
schuiden" (II. 199—250) und „Von gericht-
licher Untersuchung der Streitigkeiten der Eye-
gatten über Scheidung von Tisch und Ve't"
(1. 100—142). Letzteres mit Abhandlungen
von Dr. Vinc. Wagner und Or. Schuft er
in italienifcyer Uederfttzung ausgegeben (Ve
rona 1830, «".). lGeschichts- u. Erinnerungs
Kalender (Wien, Sollinger, 4°.) 1827, S. 77,
17. August und S. «9 , 21. September. —
Frant l (L. A. Or.), Sonntagsblaiter 1842,
S. 28O.j
Gärtner, Wilhelm (Weltpriester
und Profejsor der deutschen Sprache
und Literatur in Pesib, geb. zu Keichen-
berq iu Böhmen 4. Mai 1611,. Stu-
dirte Theologie und wurde als Wettprie-
ster der ^eitmeritzer Diöcese ausgeweiht;
später kam er nach Wien, wurde daselbst
FeiertaH5prediger au der Uuioersitäts-
kirche und Katechet im Er^iekungs-Insti-
tute für Soldaten - Todter iu der ^tor^
stadt Erdberg. Als die Lehrkanzel der
deutschen Sprache nnd Literatur an der
Pefther Universität, welche 1850 und 51
supplirt wurde, ob Mangel an Zuhörern
thatsächlich z:i bestehen aufborte, wurde
1852 G. für dieselbe bestimmt, und ob-
wohl der Bestand derselben fast Zweifel--
haft erschien, gelang es feinen Anstren-
gungen, das Interesse für den Gegen-
stand in einer Weise zu steigern, daß nun
diese Stelle an der Pesther Hochschule für
immer gesichert ist. Durch seine ästheti-
schen Vorträge über Schil lers Dra<
men, über den Faust, den Hamlet, wuchs
die Zahl der Zuhörer, welche allen gebil-
deten Stauden angehörte. Frühzeitig wid-
mete sich G. d«r Schriftstellers und ent- wickelte nach philosovhischer und ästheti-
scher Richtung eine reiche Thätigkeit. I n
ersterer, verbunden mit der kirchlichen, ist
von ihm: „llaelizlni'lldermnzg es eine Kirche geben l
und welche? Nunelle", 2 Thle. (Leipzig 1845,
Teubner, 8°., 2. Mch Auflage Wien
1849, Gerold); — „Nie Oaktik der Näm-
linge, ans llnti-Unnge'Zchrn
Schritten nachgewiesen"
(Dresden 1845, Adler u. Dietze, gr. 8°.);
— „NathlllischesRirchenthum behandelt in zman-
zig Nirchenreden mit besanaers kritischer Mahr-
nrhnillug deZ sogenannten NeutIchkllttllllizizmnz;
nevLt einem Anhange: Fresken ans ilem Rren^-
gange" (Wien 1849, (Herold, gr. 8°.); —
„Vas haben uns die versammelten Nischme gebracht?
ein wies ehrliches Wart". 2 Hfte. (Ebd. 1851,
gr. 8".); — „Nie Nelt angeschaut in ihren
Oegrnsiitien: Geist nnd Natnr. Ungleich eine
Kritische Entgegnung ant die mndrrnen Thränen-
„Geiste der Nnwr" (2. Auflage Ebenda
1852, gr. 8°.); — „le lieum lan^iau«. Grasses
Kathlllisches geistliches Vieilerdnch", 3 Bände
(Ebd. 1854—57), gr. 8".), eine kritisch-
historische Abhandlung über das Kirchen-
lied eröffnet das Werk. Der erste Band
enthält die 3 Cyclen: Weihnacht, Ostern
und Pfingsten; der zweite Band 150
Marien-, 97 Heiligenlieder, 63 Gesänge
von den Sacramenten und Kirchenfesten,
uud 28 Lieder bei Todtenfeierlichkeiten;
der dritte und letzte andere geistliche Ge-
änge. Jedem Liede ist die Quelle, welcher
es entnommen, oder der Name des Autors
eigefügt. I n ästhetischer und wissenschaft-
licher Richtung veröffentlichte er: „Ama-
»ans. Nramatisches Märchen in 5 Handlangen"
Wien 1845, Vfautsch und Eomp., 8".),
:ine Modification der Faustsage; — „An-
>reas Haier. Trauerspiel in tiint Abtheilungen"
Leipzig 1845, Teubner, 2. Mtel^ Aufl.
Wien 1856, Gerold, 8°.); — „Ualeidazkup.
Nunellen" (Wien 1845, Mechitharisten,
'-); -7- „Zimslln. Gragüilie in 5 Handlangen"
Wien 1849, Gerold, 8°.); — „Oräöaungs-
:ede ^ den Nartragen tnr deutsche Sprache nnd
an der k. K. Pesthn Uniner-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon