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vom Schlachtfeld qetragen werden mußte
und feine Division im entscheidenden
Augenblicke des Kampfes in Unordnung
gerietb, übernabm G. auf Befehl Beau-
harnais ' das Commaudo der Division,
stellte die Ordnung her nud war es eben
diese Division, welche die siegreiche Ent-
scheidung dieser Schlacht herbeiführte.
Auf dem Sclilachtfelde ernannte Napc-
leon den Oberst zum Brigade-Gcneral,
und bald auch rückte <K. zum Divisiontz-
General vor. Unter den Wenigen, denen
es gelang,, ihre Truppe nach der Nieder-
lage bei Moskau ans Rußland zurüct'zu»
führen, befand sich G. Freilich war seine
Division von mehreren Tausend auf
einige Hundert zusammengeschmolzen.
Seme 181:.; ganz geschwächte Gesundheit
gewann er in der Heimat wieder, 1813
übernahm er die zweite Brigade in der
Division Palombini , 1814 den Befehl
über die Festung Mantna, und die dritte
Brigade in der Division Z noch i. Als
Mantua am 27. April 1814 von franzö-
sischen u. italienischen Truppen geräumt
wurde, rrat G. an Z uc
ch
i's Stelle an
die Spitze der Diviston, welche er nach
Cremona und iu die Umgebung führte, j Glll l, Franz Joseph (Phrenolog,
geb. zu T iefenbrunn in Schwaben
9. März 175)8, gest. zn Mont rouge
bei ^aris 22. Aug. 1628). Entstammt
nach I . A. L..F ossati's (siehe diesen
IV. Bd. S.:6<)7) Mittheilung einer lom-
bardischen Familie, Namens Gal lo ,
welche ans Malland nach Deutschland
übersiedelte. Von zehn Kindern eines
Kaufmanns widmete er sich dem ärztli-
chen Studium, welches er in Straßburg
begann. Daselbst von eincr schweren
Krankheil durch die Sorgfalt eines Mäd-
chens gerettet, nahm er d^sseloe aus
Dankbarken zur Frau. 1781 Hing er nach
Wien, wo van Swic ten und S to l l
lehrre:!, eryielt daselbst dic Doctorwürde
und trieb neben seincr Praxis fleißig
anatomische Studien, wcbei er seine Auf-
merksamkeit vorzugsweise auf die Anato-
mie des Gehirns uud die genaues^ Un-
tersuchung des Nervensystems desselben
richcete. 17W begann cr seine berühmten
Vorträge über dieSchädellehrc iu Wien,
welche seinen Namen alsbald in ganz
Europa bekannt malten. Sie wurden
später verboten, nachmals aber für einen
kleinen Kreis von Auserwäblten — mit
bis das Decret vom 31. Juli das Heer > Ausschluß des großen Pnblicums — ge-
des Königreichs Italien ausloste. 1815 l stattet. 1805 verließ G. Wien, n. z. für
trat er nn Range eines Oeneral-Majcrs
in's o'str. Heer über, ließ sich aber seiner
geschwächten Gesundheit wegen schon nach
einigen Jahren in Ruhestand versetzen.
Nun betheiligte er sich freiwillig an den
Arbeiten des Municipiums von Crema
und war 1822 Mitglied der Deputation,
welche dem Kaiser Franz in Verona im
Namen des Vaterlandes ihre Huldigung
darbrachte. G. starb im Alter von 74 I .
Er war von Napoleon zum Officier
der Ehrenlegion und zum Commandeur
der eisernen Krone ernannt worden.
. Itnäii »torioi (VeneäiF 1857,
co 8. 224. immer, hielt Vorträge in Berlin, Mag-
deburg, Dresden und 18l)7 in Paris,
wo er seinen bleibenden Aufenthalt nahm,
großen Anhang für seine Lebre und eine
bedeutende ärztliche Praxis fand. I n
Betreff der letzteren weigerten sich viele
Aerzte, ihn zu ihreu Consultationeu bei-
zuziehen , theils weil er Ausländer war,
theils weil es G. so eingerichtet hatte,
daß seine Patienten nie erfuhren, welche
Arzneien
sie erhielten; jeder Patient hatte
nämlich eine bestimmte Nummer und der
Apotheker erhielt die numerirten Recept-
formeln von G. unmittelbar. 1819 wurde
G. als Franzose naturalisirt. Seine
Reise nach London 1823, um daselbst
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon