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das Glaubensbekenntniß seiner Lehre des
„Nichtstinmlirenden", die er stets verfocht;
ferner: „HueHtionimeckcks"/ — ^^ilan-
cia meHca") gegen das System des Em-
pyrikers Le - Roy gerichtet; — »
endlich: ^Aialo^i ^opi'a Zl
guato ^a^so^, welch' letzteres Werk der
Heilwissenschaftwie der Literatnrgeschichte
zugleich angehört.
i Lrsseia, per 1'g.nno
ao»ä. 1831 (Lre8«H 1832, per Nio. Lottoui
H (?.) 8. 10 (vom Secretär des Athenäums).
— Dieselben 1838 (kregel 1839, tip. äelln,
Ainerva) 8. 100 (von Ant. Schivardi).
Giacomim, Jakob Andreas (Arzt,
geb. zu Mocasina in der Provinz Bre-
scia 16. April 1796, gest. zu Padua 29.
Dec. 1849). Der Sohn von Bürgers«
leuten, welche ein kleines Vermögen be-
saßen. Den ersten Unterricht erhielt er
von dem Pfarrer seines Geburtsortes,
besuchte 1911 in Desenzano das Gymna-
sium , dann in Verena das Lyceum und
1816 die Universität in Padua, wo er
die medicinisch - chirurgischen Studien
vollendete und 1820 die Doctorwürde
erhielt. Als im genannten Jahre die
Universitäten von Padua und Pavia von
der kön. Regierung eingeladen wurden,
die vorzüglichsten ihrer Schüler nach Wien
zur Ausbildung zu senden, befand sich
G. unter denjenigen, welche gewählt
wurden. Hier widmete er sich mit allem
Eiser dem Beruse und bereitete sich für
eine medicinische Lehrkanzel vor, die er
auch an der Universität Padua erhielt,
als er kaum 28 Jahre zählte. 1830 sup>
plirte er die Klinik für die Hörer der
Chirurgie. 18!8 wurde er Director der
Medicin. Facultät und Rector Magnisicus
an der Hochschule von Padia. Bei den
Gelehrten - Congressen zu Padua und Venedig in den I . 1842 und 47 wurde
G. zum Präsidenten der medic. Section,
von den Akademien und Gesellschaften
der Aerzte zu Paris, Brüssel, Wien, Athen
u. A. zum Mitgliede erwählt. Als prak-
tischer Arzt besaß er einen ausgezeichneten
Ruf und wurde in gefährlichen Krank-
heiten immer confultirt. Als wissenschaft-
licher Fachmann zählt G. mit Ioh. Ra-
sori und Jakob Tommasini zu den
Begründern der Oottrwk meäieä. itg.-
likua. Die Nichtigkeit mancher bis dahin
befolgten Ansichten und die Irrthümer
in der Behandlung aufhellend, trat er
1832 mit seinem Programm auf, worin er
nach den Ansichten Rasor i's, dieselben auf
gegebene Fälle anwendend, das System
der Pharmakologie begründete. Reisen in
Frankreich und England hatten seinen
beobachtenden Blick geschärft und seine
Ansichten in Betreff der Richtigkeit desSy-
stenis, zu dem er sich bekannte, befestigt.
Als sein „ ÄVattato Floso/co HpeT-imentals
clei 5oeco?-5i te»-aps«ti«" (1833—39) ge-
druckt erschien, erweckte das Buch, wel-
ches alsbald zu Paris in's Französische
übersetzt wurde, allenthalben großes Auf-
sehen. Noch mehr wuchs fein Ruf, als
er den Unterschied der mechanischen
und dynamischen Wirkung der Heil-
mittel feststellend, das bisher befolgte
Princip in der Toxikologie umwarf und
als Gegner des berühmten Toxikologen
Or f i l a auftrat. Die Polemik wurde
von beiden Seiten mit aller wissenschaft-
lichen Energie geführt, und die von Rog-
netta nach den Principien G.'s ange-
stellten Versuche fielen zu dessen Gunsten
aus; mehrere Bergiftungs - Processe,
die eben im Zuge waren, erhielten eine
ganz andere Wendung. G.'s Verfahren
fand trotz allen Gegnern Anhänger und
faßte immer festeren Fuß. Zur Begrün-
dung seiner Ansichten veröffentlichte G.
verschiedene Abhandlungen als: „9ul^
iciealismo in meckcina"'; — „önl 5oi/ato
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon