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— Ueber Vtlchael: vanäolo (wie oben) das
eigentliche Wert S. 2ö2.
Gielge, Ignaz (Topograph, geb.
zu Poßnitz in Preußisch-Schlesien 21.
März 1763, gest. wann?). Studirte zu
Troppau und Wien, diente von 1786—
1795 bei verschiedenen Herrschaften in
Niederösterreich im Kanzlei- und Wirth-
schaftsfache, wurde 1796 Pflegsverwefer
zu Waxenberg in Oberösterreich, 1797
Pfleger und Landrichter zu Wimsbach,
1814 Hofrichter in Lambach, welchen
Posten er 1824 aufgab und wonach er als
beeideter Güterschä'tzmeisier in Linz lebte.
Für seine dem Staate 1813 und 1814
geleisteten Dienste wurde er mit dem
Civilehrenkreuze ausgezeichnet. Im Druck
gab er heraus: „Gopogr.-Hiztor. Vegchrribnllg
allnMiidte, Märkte, Schlösser... des 3°nde5 llb
der Sun", 3 Bde. (Wels 1814 u. 1815),
ein wenig gekanntes, recht brauchbares
Werk.
Oestr. National-Encyklopädie (von G raff er
u.Czikann), (Wien 1335) II. Bd. S. 371.
Giesecke, Karl Ludwig Ritter von
(Mineralog und dramat. Dichter,
geb. zu Augsburg 1775, gest. zu Du-'
blin 5. März 183Z). Sein eigentlicher
Name ist Metzler und sein Vater war
Schneider zu Augsburg. G. besuchte die
Schulen und studirte die Nechte zu Alt-
dorf. Aber mehr als diese zogen ihn schöne
Wissenschaften und die Bühne an, zu
welcher er 1780 übertrat, den Namen
Giesecke annahm und seine Laufbahn
in Wien unter Sch i ka n ed e rs Direction
begann. Er spielte
chargirte
Charaktere
mit Glück und besonders trefflich gelangen
ihm die Engländer. Hier dichtete er auch
für die Bühne und erhielt den Titel eines
Theaterdichters. Die Sammlungen Wiens
entwickelten sein naturwissenschaftliches
Talent. Insbesondere trieb er mineralo-
gische Studien, gab, um
sich
ihnen ganz
zu widmen, 1804 die Bühne auf, machte
Reisen, ging nach Kopenhagen, von dort als Mineralienhändler auf
sieben
Jahre
(1806-13) nach Grönland und folgte
endlich einem Rufe als Professor der
Mineralogie nach Dublin, wo er Mitglied
der R.o^ g.1 ^käsm^ wurde und bis an
feinen Tod für die Wissenschaft wirkte^
Im I. 1819 brachte G. mehrere Grön-
ländische und andere Naturmerkwürdig-
keiten nach Wien, welche später den kais.
Sammlungen einverleibt wurden, für-
welche G. übrigens auf des Director von
Schreibers eifrige Verwendung fleißig
sammelte. In der früheren Zeit, als er
noch Schauspieler war, schrieb G. mehrere
dramatische Arbeiten: „Der tranestirte Hamlet.
Nurlrzkr" (Wien 1798); — „3nh °°n MW-
stein. Aitter!iche5 Schauspiel" (Wien u.Leipz.
1792); — „Nie Pkaueninsrl. Oper" (Wien
1799); — „Ner tranestirte Zleneas" (Wien.
1799). G. ist auch der wahre Verfasser-
des Textes zur „Zauberflöte" Mozarts.
Später, als er sich ausschließlich mit Mi-
neralogie beschäftigte, schrieb er mehrere
mineralogische Abhandlungen, als: „Ueber
üie Nineralllgizchr VeschMnhrit nun Grönland"
(in Brewsters „Encyklopädie"); —
it'' (M. p!n1.«lc>lirü.VI1822);
X 1822); — ,
" (ib. 311826) — und selbständig
erschien von ihm: „MnsT-ai-H^tem"
(Oubiw 1815, 8°.). Auch gab er 1820
eine Beschreibung seiner Reise nach Grön-
land in den 1.1605—9 heraus.
Karl Gödele in seinem „Grundriß zur Ge-
schichte der deutschen Dichtung. Aus den Quel-
len" (Hannover 18Z9, Ehlermann) S. 1088,
Nr. 804 nennt ihn einen Sohn des Nilol.
Dietrich (f. d. Folg.), eine Angabe, welche
mit den obigen nicht übereinstimmt, auch
wäre er nach Gödeke zu Quedlinburg
am 21. Juli 1756 geboren. — Cornet
(Julius), Die Oper in Deutschland (Ham-
burg 1849, Meißner u. Schirges, 8".) S. 24
Enthält interessante Daten über Giesese).
— Poggendorf (Samuel), Biogr.-literar.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon