Seite - 181 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Bild der Seite - 181 -
Text der Seite - 181 -
181
Handwörterbuch zur Geschichte der exacten
Wissenschaften (Leipzig 1868 u. f., Barth,
gr. 8".) Sp. 894 lnach diesem geb. 1761). —
Oeftr. Nattonal-Encytlopädie (von Gräffer
u. Czilann), (Wien 1835) I I . Bd. S. 371
lnach dieser geb. 17761. — ^Uibons (^«tin),
litoraturs
(Mii2.äklpbia 18Z9, Odiläs anä retorsou,
kex. 8°.) I. Lä. 8. 666. — Allan benannte
nach ihm ein Mineral, den pseudomorphen
Glyfthinsteatit (7- Ordng. 2. Cl.): Gieseckit.
— Die botanische Bezeichnung: l^issekia,,
einer Pflanze aus der Gattung der H.2oiäesQ,
ist aber nicht nach ihm, sondern nach dem
Botaniker Paul Dietrich Gieseke (geb. in
Hamburg 1745, gest. als Gymnasialbibliothe-
lar ebenda 1796).
^ Gieseke, Nikolaus Dietrich (Schri fr-
steller, geb. zu Güns in Ungarn 2.
April 1724, gest. 28. Febr. 1765). Sein
eigentlicher Name ist Köszeghi, er ver-
änderte ihn aber, damit er leichter aus-
gesprochen werde, in Gieseke. Sein
Vater war luther. Prediger und starb,
als der Sohn etwas über 2 Wochen alt
war. Die Mutter zog mit ihrem Kinde
nun zu ihren Verwandten nach Hamburg.
Daselbst erhielt der Knabe eine treffliche
Erziehung, Brockes und Hagedorn
blieben nicht ohne Einfluß auf ihu. 1745
ging er nach Leipzig auf die Universität,
studirte daselbst die Theologie, und trieb
nebenbei in den Mußestunden schöne Wis-
senschaften. Im Jahre 1748 verließ er
Leipzig und nach kurzem Aufenthalt in
Hamburg ging er nach Hannover, später
nach Braunschweig als Erzieher. An
letzterem Orte vertraute ihm Abt Jeru-
salem seinen Sohn an. 1753 folgte er
einem Rufe als Prediger nach Trauten-
stein , im folgenden Jahre als Oberhof-
prediger nach Quedlinburg, 1760 über
Aufforderung des Fürsten Christian
Günther zn Schwarzburg-Son-
dershausen als Superintendent dahin.
Eine Berufung nach Frankfurt a/M. 1763
schlug er aus, aus Liebe zu seinem Fürsten
und seiner Gemeine; aber nicht lange sollte er dieselbe bethätigen, denn schon
2 Jahre später ereilte ihn leider der Tod
im Alter von 40 Jahren. G. schrieb nnd
dichtete zu einer Zeit, in welcher der Sinn
für das Schöne in der deutschen Sprache
noch nicht verbreitet und der Schwulst
herrschend war. Des Gerv in u stressende
Charakteristik G.'s siehe unten in den
Quellen. Bei Lebzeiten war er nur ein
steißiger Mitarbeiter der „Bremischen
Beiträge", eines in der deutschen Literatur
Epoche machenoen Sammelwerkes (1744
nnd 1855), welches C. Chr. Gärtner
herausgab und das diesen Namen von
dem falschen Druckorte „Bremen und
Leipzig" führte, aber eigentlich in Leipzig
erschien. Erst nach seinem Tode gab sein
Freund Gärtner heraus: „Nes Herrn
Nikolaus Dietrich Gieseke Poetische Nelke"
(Braunschweig 1767, gr. 8°.) jMer t ,
Bibl. Ler. Nr. 8571), welche seine mora-
lischen Gedichte, geistlichen Lieder, Oden
4 Bücher, An Daphne 14 Oden, 5 Can-
taten, Fabeln und Erzählungen, Gele-
genheitsgedichte, Epigramme nach Mar-
t i al und Owen enthalten. Sonst er-
schienen von ihm: „AllMllilullg einiger Pre-
digten" (Nostok 1760, 8".); — und nach
seinem Tode aus G.'s Handschriften von
I . Ad. Schlegel herausgegeben: „Pre-
digtrn..." (Flenöburg u. Leipzig 1780,8".);
— „Nü5 Glück der Nebe. Lehrgedicht in 3 Ge-
Zangen" (Vrauuschweig 1760), eine Dich-
tung, ebenso sinnig als innig; — mit
Ioh. Elias Schlegel gab er 1746 eine
Wochenschrift: „Sammlnng einiger Schritten
znm Zeitvertreibe des GeZchmuckez" und 1747
mit Rabe ner die Wochenschrift: „Ner
Jüngling" heraus. In Handschrift hinter-
ließ er eine Abhandlung über den deut-
schen Hexameter, fragmentarische Ueber-
setzungen aus Mi l tons „Verlorenem
Paradiese", eine Uebersetzung des 1. Actes
von Racine's ..Feindlichen Brüdern"
u.d. m. — Der beliebte deutsche Novellist
und Redacteur der „Leipziger Novellen-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon