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Gebiete, worin ihnGril lparzers Auf-
munterung wesentlich förderte. In der
„Thalia" und m dem von I . N. Vogl
herausgegebeuen „Morgenblatte" erschie-
nen seine ersten Arbeiten. Später (1845)
wurde er mi t I . Chmel (gest. 28. Nov.
1858, s. d. I I I . Bd. S. 351) bekannt und
erhielt von diesem um Oesterreichs, na-
mentlich um des Hauses Habsburg Ge-
schichte hochverdienten Gelehrten, die An-
regung ;u ernsteren Arbeiten, worin er
durch seinen Eintritt in die administra-
tive Bibliothek in mehr als Einer Rich-
tung unterstützt wurde. Mit größeren
Arbeiten trat er Ende 1852 auf und zwar
im „Wiener Lloyd" (der nachmal, „öster-
reichischen Zeitung") mit einerReihe von
Kuustbriesen im Feuilleton, deren Titel:
A^esthetischeVilderöchuu in Nriricn" auch ihren
Inhalt bezeichnet. Selbständig erschienen
Don ihm: „Erinnerungen an« Nuiern. Krise-
bilder" (Wien 1854. Walliühausser), in
gebundener Rede eiue Poctcufahrt durch
die herrlichen Gegenden Baierns nach
Possenhofen, dem Geburtsorte Ihrer
Majestät der Kaiserin Elisabetb, zu
dereu VcrmÄuugsfeier das Büchlein
einen Beitrag bildet. Im I . 1856 gab er
mit L. Bo wisch „Naz iiZterr. Naülldrnbnch",
2 Bde. (Wien 1855—56. tl.8«.) heraus,
eine Sammlung Balladen l.on ostr. Dich-
tern , die erste dieser Arl und reich an
Namen jeden Klanges. Seit Begründung
der kaiserl. geograph. Gesellschaft, deren
Mitglied G.-ist, betrat er dasjenige Ge-
biet seiner literarischen Thätigkeit, welches
im Kaiserstaate noch wenig gepflegt ist
und reiche Ausbeute verspricht. Die Her-
ausgabe einer „Geographischen Zeit-
schrift", für die er die Concession erhalten,
wurde in Folge der Zeitereignisse auf-
geschoben; ebenso auch die einer größeren
Schrift: „2ns Wiens «lllmpagna". eine Reihe
'landschaftlicher und ethnographischer Stu-
dien iü Niehls beliebter Manier.
Theater-Zeitung 1354, 1. August. — Scheyrer (Ludw.), Die öftr. Schriftftelle^
(Wien 1856, Zamarski) S. 487.
Gigler, Iofeph(Schriftstell er. geb.
zu Steinamanger 1822). Studirte
die Theologie, nach deren Beendigung er
in die Seelsorge trat. Gegenwärtig
(1858) ist er Pfarrer zu Borostyankeö.
Zugleich beschäftigte er sich viel mit Lite-
ratur und trat zuerst mit lyrischen Ge-
dichten in mehreren Zeitschriften auf.
Der leichte,
stießende Styl seiner Artikel
zog die Anfmerksamkeit der Redacteure
auf sich. 1845 wurde er Mitarbeiter des
-Lonäerü.", d. i. Vaterlandshalle, und
schrieb für dieses Blatt bis 1847 Leit-
artikel , psychologische Abhandlungen und
Novellen. Seine Erzählung: ^^st?a»-ea
ittsa') d. i. der Segen Petrarca's, er-
hielt 1845 eiuen Preis. Seine Schriften,
in streng sittlicher Richtung, beurkunden
tiefes und religiöses Gefühl. Seine belle-
tristischen Arbeiten sind unter den Pseu-
donymen Gero und Iodok erschienen.
Nach längerem Stillschweigen ist er in
neuerer Zeit mit mehreren Aufsätzen in
der Pcsther Zeitschrift „KeliFio" auf-
getreten.
2.2 elgöt Ki63682it6 kätftt, d. i. Ung. Schrift-
steller. Sammlung von Lebensbeschr. Zweiter,
den ersten ergänzender Band (Pesth 1858, 8".)
S. 93.
Gigolll, Iohauu Baptist M in i a -
turmaler, geb. in Brescia 1769, gest.
zu Mai land 7. August 1841). Verlor
früh seinen Vater, und um sich und seine
Mutter zu erhalten, malte er Porträte
anf Elfenbein, ohne vorher eiuen gründ-
lichen Zeichnenunterricht erhalten zu ba-
ben. Spater übersiedelte er nack Ber-
gamo , dann nach Mailand und zuletzt
nach Rom, wo er sich oft von trockenem
Brode nährte, da er aller Hilfsmittel be-
raubt war. Fünf Jahre studirte er in
Rom und gewann zwei Preise. Nun
kehrte er nach Brescia und nach Mailand
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon