Seite - 189 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
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stermm übernahm, fortfetzte. Als aber
am 10. October 1809 Graf Vaccari
auf Breme folgte, stellte ersterer das be-
herzigenswerthe Princip auf: die Stati-
stik müsse von Privaten und nicht vom
Staate gepflegt werden, weil dem Staate
gegenüber die einzelnen Parteien, welche
die zahlenden Elemente der Statistik aus-
macken, ihre Angaben fälschen, welche
Fälschungen der Privatstatistiker auf die
wahren Angaben zurückzuführen bemüht
fein wird. So trat 1811 G. in ein neues
Verhältniß zur Staatsverwaltung in der
Eigenschaft eines Privatstatistikers, den
die Regierung für seine Arbeiten hono-
rirte. I n dieser Stellung entwickelte G.
eine großartige Thätigkeit bis zum Sturze
des Königreiches Italien im April 1814.
Von dieser Zeit an wurde fein Leben ru-
higer, weil die häusigen Ausflüge in die
Departements zum Sammeln und Veri-
ficiren der statistischen Daien unterblie-
ben und
sich G.'s Arbeiten nicht mehr auf
dem administrativen, sondern dem freien
wissenschaftlichen Gebiete bewegten. Mit
dem 1.1815 beginnt jene Thätigkeit die-
ses Fachmannes, die auf dem wissenschaft-
lichen Wege, den er einschlug, einerseits
sein Ansehen steigerte, andererseits die in
der Wirklichkeit öfter angefochtene Ansicht
bestätigte, daß ächte Wissenschaftlichkeit
mit der Praxis des Lebens Hand in Hand
gehe, d. h. lebendig, schaffend und wohl-
thätig wirkend sei. Sie wurde nur ein-
mal (1820) auf kurze Zeit durch seine Ver-
haftung unterbrochen, die in Folge von
Verdächtigung, an revolutionären Um-
trieben gegen die österr. Regierung theil-
zunehmen , Statt fand; als aber nichts
vorkam, was seine Schuld bestätigte,
wurde er freigelassen. G. veröffentlichte
zahlreiche Schriften und hinterließ Vieles
in Handschrift. Seine Werke sind: ^Dk-
i m.e^siio
1797). G. erklärte sich in Beantwortung dieser Preisfrage
für die Republik und erhielt den Preis;
— ^Huaäro L»olitico cli
1798)/ — .,^ologia a/ t
H Mlan.^ (M6Q62. 1798); — ^60^
e Mtn'oti5mo^ (Ndenäk 1798). Ein
Anhang zu den zwei vorgenannten Schrif-
ten ; — „^,a ca^H« cli Aio e cis^li nom,i»«'
.); — „Fnl eom<
«) 2 Läs. Miano Lwno X ft802^
; — ^li^uovo ^alateo" sN2i-
Wuä1802, später 1820, 22 und 27).
Dieses Werk war, als es 1802 in einem
kleinen Bändchen herauskam, sehr fehler-
haft , bedeutend vermehrt und verbessert
in der zweiten Ausgabe 1820 in 2 Bän-
den, dann 1822 und 1327. Obwohl eine
Nachahmung des bekannten gleichnamigen
Werkes vonDella Casa, Verhaltes sich
doch zu demselben, wie das XIX. zum
XVI. Jahrhunderte und die Fortschritte
der Wissenschaftim einen zu dem des an-
deren; — ^ogica Hta
1813, mit synopt. Tafeln); — „
(Ndenä9.1804, 8°.); —
(Ndenäa. 1803, 8".); — ^H
9 Ottobre 2806 co^eclato ck n,ots" (Ndä.
1806) ; — ^ denni^ o^ali e Politici cl^/n-
s^ «bblica" (Ndenäg. 1808^ Fr.
8°., mit 125.)/ — ^I^clole^ sHte^ons^
i clslla statiHtica" (Nbä. 1809);
, Fte»i5iotts, vantaFZi cislla eit-
" (Ndä. 1809); — ^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon