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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 192 -
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Seite - 192 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5

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192 zu Venedig iO. Iänn. 1800). Erhieb in Bologna und Rom eine gelehrte Erzie- hung und in Padua die juridische Do» ctorswürde. Er entschied sich aber für die geistliche Laufbahn und lebte bis zum 30, Jahre in geistlicher Zurückgezogenheit Als im I . 1758 Karl Rezzonico zum Papste — als ClemensXIlI. —gewähl worden war und G. sich dahin b?gab dem neuen Kirchenfürflen zu huldigen, nahm ihn Clemens, der die trefflichen Eigenschaften des Priesters erkannte, un ter feine Hausprälaten auf, ernannte ihn zum päpstlichen Kämmerer, ihn immer im Auge behaltend zur Wahl für eine hohe Kirchenwürde. Obwohl O. in seiner Bescheidenheit sich jeder solchen Bestim- mung zu entziehen suchte, mußte er doch die Wahl zum Bischof von Chioggia, die von Seite des Senats von Venedig 1775 erfolgte, annehmen. 1776 fand seine Er Hebung auf den Patriarchenstuhl Venedigs Statt, welche Würde er 24 Jahre — bis 1800 — bekleidete. In stürmischen Zei ten leitete er mit Weisheit sein kirchliches Regiment. Papst Pins VI. hegte solche Zuversicht zu ihm, daß er, als ihn der französische Gewalthaber nach Frankreich entführte, ihm die Geschäfte der Kirche unter dem Titel eines OeihAato g^os lioo übertrug. Als Kaiser Franz I. das venetianische Königreich übernahm, er- nannte er ihn — am 28. Jänner 1798 — zum geheimen Rath. Seine Privat- Bibliothek vermachte er der Patriarchen- kirche Venedigs. In den letzten Jahren feines Lebens war er erblindet. Er war ein Kirchenfürst, der die seltensten Tu- genden in seiner Person vereinte, und mit ihm starb der Zweig derGiovanelli della Calle delle Acque aus. I. Genealogie. Die Familie der Giovanelli zerfällt in 2 Linien, in die Venetianische und in die Tyroler. Beide sind gräflich und stammen ursprünglich aus Bergamo. Urkund- lich erscheint 1230 Alberico Zoanello, dessen Sohn ist Zamboni Zoanelli (d.i. bo2U5 ßiovaneiio). Ein Peter Gio- vanelli ist der Stammvater der zwei obigen Linien, von denen letztere, die tyroler, sich in zwei Aefte, den gräflichen zu Trient und in den freiherrlichen zu Boyen abtheilt. Peters Sohn, Vincenz gründete die gräfliche Venediger Linie, der zweite Sohn Alexander die beiden tyroler Linien. Tassen Enkel Joseph Petruzzo kaufte sich . v. die Mitte des 16. Jahrhunderts in Tyrol , Im I. 1564 wurde dem Joseph Pe- uzzo G. von Kaiser Ferdinand der . <e Adel bestätigt und er für seine Person 5, den deutschen Reichsadelftand erhoben. Kaiser Mari l . vermehrte 1572 das Familien- Wappen ; Kaiser Nudolph erhob den Peter v. G. 1583 in den Reichsritterftack, und gestattete 1590, als Joseph G. das Schloß Gerstburg von der Familie Gerstl käuflich an sich brachte, demselben: das Gerstl'sche Wappen (die beiden Gerstenähren) mit dem Giovane I li'schen Hauswappen (den beiden Jünglingen im Schifflein) zu vereinigen. Jo- sephs Sohn Bernard I. (geb. 1575) wurde 1618 in den Nitterftand der tyroler Adels- matritel aufgenommen. Ein Enkel Bernards I., Vernarb II., hinterließ zwei Söhne: Al- ban I., den eigentlichen Stifter des gräflichen Astes zu Trient und Bernard III., den des freiherrlichen Astes zu Botzen. Alban I. er- hielt 1660 das trienter Patriziat; sein Enkel Alban II. durch Heirat mit Barbara Freiin von Gcmtrndi die Herrschaft Noccabruna in Tyrol und dessen Sohn Peter von dem Churfürsten Karl Theodor von der Pfalz am 2. Sept. 1790 (während dieser das Reichs- vicariat führte) den Reichsgrafenstand. Der Ast von Botzen erhielt von Kaiser Ferdi- nand I. im I . 1838 die erbländische Frei- herrnwürde (siehe den besonderen Artikel: Joseph v. G.). — Die VenedigerLinie erhielt 1659 von Kaiser Leopold I. den Reichsfreiherrnftand, 1668 von der Republik das Patriziat, 1678 in der Person des Frei- herrn IohanuAnoreas den Reichsgrafen- ftand; am 30. Dec. 1681 den ungarischen Magnatenstand und 1838 die österreichische Fürftenwürde nach dem Rechte der Erstgeburt. II. Ausgezeichnete Glieder der Familie. Franz G. focht als Feldzeugmeifter unter dem be- rühmten Lazar Schwendi in Ungarn gegen die Türken. — Friedrich Maria, Patriarch von Venedig. Dergl. die obige Biographie.) Quellen über denselben: Ouccetti solenn! eseyuis per ?. K. HiovaQeUi', pa- triaroa. äi Verulk (Venkäi^ 1300, 8°.). — Desselben: lHoiupenäia äsU«.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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