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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 206 -
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206 1671 nach Bozen übersiedelte, weshalb G. allgemein für einen Bozner angesehen wird. Er lernte zuerst bei Deutenhofe r, ging dann zu seiner Ausbildung nach Venedig, wo Heinrich Frisch und Ioh. Karl Loth seine Meister waren; dann reiste er in Italien, in der Schweiz, be- suchte München und ließ sich 1686 in Bozen nieder. Daselbst arbeitete er stei- ßig historische und Altargemälde, länd- liche Gesellschaftsftücke und dergl. m. Bon Ulrichs zahlreichen Arbeiten nen- nen wir: „Vir Agrndr nun den Vundumleit dkg heil. Franj ucm Z53t25i" (Hochaltarbild in der Franciskauer-Kirche zu Bozen, gemalt 1712), wurde im Jahre 1856 von dem Waler PH. Sies aus Ober- innthal, nachdem es nach 144jährigem Bestände etwas gelitten, trefflich restau- r ir t ; — „Nie drei VeiM nus dem Mlwgnl- lande" (Altarblatt in der Pfarrkirche zu Bozen); — „Nie heil. Katharina" (Altar- blatt ebenda); — „Christus um Kreuze" (in der Kaplaneikirche zu Azwang); — „Gim Mlldunnll" (in der Mariaschneecapelle zu Oberbozen); — „Nie heil. Anna und der heil. Joachim" (in der Spitalkirche zu Inns- bruck); — „Ztl hei!. Äntllll mn PniMll, u!5 Munlterthatrr" (zu Rorschach in der Schweiz, gemalt 1721). Die Figuren dieses schö- nen Bildes sind sämmtlich Porträte der dortigen Bürger; — „Jesus speist die Funk- kmsend" (in der Rathsftube zu Bozen); — „Nie Hlichzeit zn <5ünö" (in dem- Prälatur- NeuM zu Briren, 20' lang, 9' hoch), durchaus Porträte von Bozner Bürgern; — „Nn heil. DimenMz" (im Speisesaal des aufgehobenen Dominikanerklosters zu Bozen). Staffeleiftücke mit Darstellungen aus der Religionsgeschichte befinden sich zu Bozen, Rorschach, im Stifte Neustift und an vielen andern Orten, ebenso sind seine ländlichen Gesellschaftsftücke mit Fi- guren in Tyroler Nationaltracht, dar- unter ganz vorzügliche Arbeiten, in Prs- vatsammlungen zerstreut. Ulrichs Ar- beiten sind nicht von gleichem Werthe; jene aus seiner Jugend sind schwach und später kam es vor, daß er die Arbeiten seiner Söhne ausbesserte, welche dann öfter für die feinigen ausgegeben werden. Auf seinen historischen und Altarbildern kommen oft Porträte vor, während er sonst Porträte an und für sich nicht zu malen Pflegte; insbesondere dienten ihm die Bauern der Umgegend Vozens zu seinen Studien für die Apostelköpfe sei- ner Bilder. Auf dem obenerwähnten Hochaltarbilde in der Franciskanerkirche soll der auf dem Baume sitzende Gimpel das Porträt eines Krittlers sein, der das Gemälde auf dieser Seite zu leer fand. Ob es nach der Restauration geblieben, ist nicht bekannt. G. starb, Hl Jahre alt, sein Name aber lebt ruhmvoll in Tyrol fort. — Bon seinen fünf Kindern übten die zwei Söhne des Vaters Kunst aus. Ueber Joseph Anton wurde bereits Näheres berichtet; — der zweite Johann Ulrich ließ sich zu Borgo di Valsugana nieder, übersiedelte später nach Inns- bruck , wo er auch starb. Seine Arbeiten sind bedeutungslos. Glantfchniggs Nachkommen zu Borgo im Valsugnana schreiben sich, wie Ulrich der Bater selbst sich scherzweis zu nennen Pflegte: Landschneck. Auf einem Deckengemälde im Mayrl'schen Canonicat-Hause zu Bozen macht er auch auf diese Namensentstellung eine alle- gorische Anspielung, indem er den Genius der Erde mit dem Globus in der Hand malte, an dem eine Schnecke klebt. — Ueber Joseph Autsn: Nagler (G. K. v?.), Neues allg. Künstler-Lexikon (München 1827 u. f., gr. 8".) V. Bd. S. 229. — Sammler für Geschichte und Statistik Tyrols. III. Bd. S. 186. — Tirolisches Künstler-Lexikon (Innsbruck 1830, Fel. Rauch) S. 65. — Jack, Pantheon der Literaten und ^Künstler Bambergs. — Ueber Ulrich: Bozner Zeitung 1356, Nr. 37. — Tirolisches Künstler-Lexikon (wie oben) S. 64. — Nagler (wie oben) V. Bd. S. 227. — Sammler . . (wie oben) III. Bd. S. 11. — Staffier (Ioh. Jakob), Das deutsche Tirol und Vorarlberg (Innsbruck 1847, Fel. Rauch) I. Bd. S. 574 u. II. Bd. S. 872.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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