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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 208 -
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208 1804, also volle 7 Jahre, währte, und während welcher Zeit er größere und kleinere Ausflüge in Deutschland mochte. Mehrere vortheilhafte Anträge in dieser Periode schlug G. aus Liebe zu seiner Hei- mat aus, in die er anfangs 1804 zurück- kehrte , einem Rufe an die Schulanstalt der evangelischen Gemeinden Augsburger und Helvetischer Konfession in Wien fol gend. Im Mai g. I . trat G. sein Lehr- amtan, wurde 1805 an Bredetzky's Stelle (s. d. II. Bd. S. 127) dritter Pre- diger der evangel. Gemeinde, bald dar- auf zweiter Prediger und geistl. Consi- storialrath. Berufungen nach Eperics (1806) und Leutschau (1807), welche in der Zwischenzeit «erfolgt waren, hatte abgelehnt. Seit Jahren leidend, sah er stch genöthigt, 1816 seinem Predigeramte zu entsagen und sich im Mai g. I . in die Ruhe zurückzuziehen; sein Gesuch um Entlassung vom k. k. Consiftorium schlug aber der Kaiser Franz in einer für den Bittsteller sehr ehrenvollen Weife ab, und erhöhte unter Einem seine Bezüge. Nun oblag G. ganz seinen Geschäften als Con- fisiorialrath und leitete zuvörderst die Verhandlungen betreffs der 3. Sä'cular- feier der Reformation, welche im I . 1817 Statt fand, und am 2. Nov. d. I . in her ganzen Monarchie gefeiert wurde, anläß- lich welcher Feier G. mehrere Gelegen- heitsschrifien veröffentlichte, welche werth- volles Materiale zu einer Geschichte der Protest. Kirche im Kaiserstaate enthalten. Eine erfolgreiche Thätigkeit bewies G. bei den Verhandlungen über die Errich- tung einer Protest. - theolog. Lehranstalt in Wien, über deren Geschichte er auch eine Denkschrift ausarbeitete, die sich in seinem handschriftlichen Nachlasse befin- det. Familienverhältnisse bestimmten G. im I . 1824 feinen Wohnsitz von Wien nach Preßburg zu verlegen, wo sein Sohn das treffliche protestantische Gymnasium, welches in Wien fehlt, besuchen konnte. Im Frühling 1825 unternahm er''eine Erholungsreise nach Oberitalien, deren Ergebnisse er in den „Bruchstücken uns Vrie» ten, geschrieben aut einer Aeise uan Wien mich, ErieZt nnil einem Gheüe mn Mniwlim" , im zweiten Bande seiner „Aurora" S. 349 —446 mittheilte. Seine wankende Ge- sundheit zwang ihu zu wiederholtem Be- suche von Bädern, welche aber wenig hal- fen. Der Winter 1830 auf 31 ging un- ter schweren Anfällen der Gicht dahin, deren Folgen er endlich im September des gen.I. im Alter von 55 Jahren erlag. Ein Jahr vor seinem^ Tode wurde ihm noch die Auszeichnung, daß die Hochschule Göttingen, welche am 25. Juni 1830 das dritte Säcularfest der Uebergabe der Augsburger Confession feierte, ihm mit mehreren Gelehrten die theolog. Doctor- würde verkehr Als Jugendschriftsteller steht G. nur ein Mann ebenbürtig zur Seite: Christoph S chm id. Bei Benü- tzung der Schriften beider verschwindet jeder Religions-Unterschich und die des katholischen Schmid bilden ebenso Herz und Kopf protestantischer Kinder, wie jene des protestantischen Glatz Herz und Kopf katholischer Kinder gebildet und geläutert haben. Eine große Menge seiner Schrif- ten wurde nachgedruckt, viele iu's Fran- zösische, Englische, Italienische," Hollän- dische, Ungarische und in slavische Spra- chen übersetzt. Die, Natürlichkeit und Wahrheit der religiös-sittlichen Gefühle, die er aussprach, die verständliche, schlichte und edle Sprache, in die er seine Gedan- ken kleidete, und die vernunftgemäße Auf- fassung und Darstellung des Christen- thums, die seinen Askesen überall zum Grunde liegt, haben es gemacht, daß man seine Werke in den Händen der Christen- familien au der Themse, wie an der Loire, an der Tiber, wie an der Donau, ja selbst in Händen nicht°christlicher Glau- bensgenossen sah und noch heute findet. Von feinem „AndllchtZkuche tür gebildete Hl»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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