Seite - 212 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
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Glavar auch Glüvar, Peter Paul
(Humanist, geb. zu Commenda St.
Petri in Krain 1721, gest. ebd. 24. Jan.
1784). Ist ein Kind der Liebe und sein
Name ist der seines Vaters des Oomiuen-
Aktors B..M. Teftaferrata zu Malta
in slovenischer Uebersetzung. G. wurde
von Landleuten Namens Basfaj in St.
Peter als Pflegekind angenommen und
zugleich mit ihrem Sohne Bartholo-
mäus erzogen. Während aber der letz-
tere nach Laibach geschickt wurde, um zu
studiren, mußte G. daheim das Vieh hü-
ten. Endlich gelang es ihm, seine Wiß-
und Lernbegierde zur Geltung zu bringen
und Peter wurde Barthels Genosse
in den Schulen zu Laibach. Als Barthel
in Graz die Studien weiter fortsetzte, er-
griff auch Peter das Verlangen darnach,
und indem er aus dem Hause seiner
Pflegeeltern entwich, ging er nach Oraz,
wo ihm aber ein unwirthlicher Empfang
von Seite Barthels wurde. Doch blieb
er seitdem in Graz und vollendete das
theologische Studium. Auf den Rath sei-
nes Ortspfarrers unternahm er eine
Reise nach Malta. Da ihm aber alle Geld-
mittel fehlten, so kam er vorerst nur nach
Zengg, wo der junge Cleriker bei einem
reichen Handelsmanne als Erzieher ein-
trat und im folgenden Jahre mit dem
ersparten Gelde seine Weiterreise nach
Malta antrat. Dort traf er mit dem
OonuktznäatolS Teftaferrata zusam-
men, der nach Lesung des von G. mit-
gebrachten Beglaubigung-Schreibens des
Ortspfarrers den jungen Cleriker (seinen
Sohn) auf das Gütigste aufnahm und nun
für seine Zukunft sorgte. Nach einjährigem
Aufenthalt in Malta kehrte G. über Zengg
in seine Heimat zurück, erhielt vorher in Terfat die Priesterweihe, trat dann auf
Anordnung des OomuikQäHtors als Bi-
car des Pfarrers von St. Peter ein, und
übernahm nach dessen Tode die Pfarre
selbst. Noch unternahm G. zwei Reisen
nach Malta und entwickelte, seit er Pfar-
rer war, eine segensreiche Wirksamkeit in
seiner Gemeinde. Noch einmal 1765
begab er sich
nach Malta, als Testafer-
rata's Leiden seinen nahen Tod ahnen
ließ. Kurz zuvor hatte er aber über T e-
ftaferrata's Auftrag den Kanf des Gu-
tes Landspreis betrieben, der nun mit der
Summe bewerkstelligt wurde, welche ihm
als Erbe zufiel. G. setzte nun seinen Zög-
ling Tomelli als Beneficat-Administra-
tor in St. Peter ein, und zog sich auf die
Herrschaft Landspreis zurück, wo er sich
mit Hebung der Landwirthschaft und
Bienenzucht beschäftigte, und mehrere
nützliche Neuerungen einführte, welche in
der in den Quellen angeführten Lebens-
skizze vonI. Rech feld (S.36) ausführ-
lich dargestellt werden. Als Wohlthäter
seiner Gemeinde hat Glavar ein un-
vergängliches Verdienst; noch als Pfar-
rer in St. Peter hatte er aus eigenen
Mitteln ein geräumiges Schulgebäude
errichten lassen und für unentgeltliche
Ertheilung des Unterrichtes in mehreren
Gegenständen und in Musik Sorge getra-
gen. Auch erhielten die Kinder Kost>
Quartier und Wohnung. Als er starb,
setzte er die kranke, arme, hilfsbe-
dürftige Menschheit allein zusei-
nem Universalerben feines bedeu-
tenden Nachlasses ein. jIni I . 1848 er-
hielten 10 Personen 4 Weiber und 6 Män-
ner im Glavar'schen Spital Pflege.^
Die näheren Bestimmungen seines Testa-
mentes enthält die unten angeführte Bio-
graphie. Als landwirtschaftlicher Schrift-
steller verfaßte er ein treffliches theoretisch-
praktisches Werk über die Bienenzucht in
krainischer Sprache, welches sein Testa-
mentsvollstrecker Tomelli laut letzter
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon