Seite - 223 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
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viele Jahre bekleidete. Während dieser
Zeit entfaltete G. eine große Thätigkeit,
er schrieb für das Theater, die Feste des
Hofes nnd für fremde Bühnen, die er
auf kurze Zeit auch besuchte. So brachte
er Ende 1754 in Rom seine Opern: »II
3Vio7l/c> ck OamMo"- und
zur Aufführung und wurde zum
liei-O äsiio äxbrono 6'oro ernannt, von
welcher Zeit er sich Ritter von Gluck
schrieb. Für Wien componirte G. 1755
und 1756 das dramatische Gedicht: ,,^a
und ^Ii T-e LaFto^s", von 1756—62 eine
Anzahl von ^,^H noAvsai^ V^ zu franzö-
sischen Singspielen, welche in mehreren'
'Folio- und Quartbänden in der kaiserl.
Hofbibliothet aufbewahrt werden u. z. zu
5,^ ,65 amoA s^ c^a^et^s^"^, von Favars
(1755); — )^s 0^moi5H)oii
von Anseaume (1756); — ^
^ vonLeBret(1756); —
(1758) / — „
(1758); — „O^s
(1759); — „l'z/^ogns co^ige« (1760);
(1761); — „0^ ns
t" (1762) und ^l^r-
(1762). In diese Zeit
fallen auch Glucks emsige Studien in
Sprachen und in der Poesie und insbe-
sondere in seiner Kunst, in denen er durch
den Umgang mit wissenschaftlichen Män-
nern sehr gefördert wurde. Zur Ver-
mälungsfeier des kais. Prinzen Joseph
schrieb G. 1760 die Festoper: ^T'eticls",
im folgenden Jahre das berühmte Ballet
„Don^an" und 1762 für Bologna „II
tn'on/o ck Oielia«. Er begab sich selbst
dahin, um die Aufführung zu leiten und
lernte daselbst den berühmten?2.är6 M a r-
t in i , den „^kärs äi tutti i Maestri",
wie er genannt wurde, kennen. Früher
schon (1760) war er in Wien mit Ra-
niero von Calzabigi, dem Heraus-
geber-der Werke Metastasio's, in
freundschaftliche Verbindung getreten, und blieb dieser Verkehr nicht ohne gün-
stige Rückwirkung für Gluck. 1762 com-
ponirte G. die Oper: .,t>/eo ecl Zun'-
Acs", eines der schönsten Werke des gro-
ßen Meisters. Dieser folgte 1763 „
1764 das launige Singspiel: „I,a
contT-s imprev^e", zur Vermälungsfeier
des römischen Königs Joseph, 1765
„II F'aT'nclSHo oo /^«5o ^ die Umarbeitung
seiner alteren Oper: ^?6le?nacco''^ welche
in Schönbrunu aufgeführt wurde; und
zur Namensfeier des Kaisers Franz:
„I,a Ooi'on.a^, worin vier Erzherzogin-
nen die Gesangsparthien ausführen soll-
ten. Aber der am 18. August plötzlich
eingetretene Tod des Kaisers vereitelte
die Aufführung, die auch später nie statt-
fand. Nun schrieb ihm sein Freund Cal-
zabigi den Text zu der berühmten Oper
„^.lesHte") welche am 16. Dec. 1767
zur Aufführung kam und Epoche ma-
chend in der Geschichte der Musik dasteht.
Im I. 1769 fchrieb G. die Oper: „^>a-
n'cie sti Flsna", folgte einer Einladung
nach Parma. um die Vermälungsfeier
der Erzherzogin Maria Amalia mit
dem Infanten DonFerdinand dr.rch
«in Tonwerk zu verherrlichen, worauf
G. den Prolog: „I,e
— und „l^tw H öanoi s
die ersten 3 neu, componirte. Im Jahre
1769 lernte G. auch Antonio Sal ier i
kennen, setzte mehrere Gedichte Klop-
stocks in Musik, und die Bekanntschaft
mit Bai l ly du Rollet, einem feineu
Musikkenner, der als Attach6 der königl.
französ. Gesandtschaft am österr. Hofe in
Wien lebte, rief bald ein neues Ton-
werk, die nH?/ngs?n6 en.^ ulicls" in's Le-
ben, wozu Bail ly das Libretto geschrie-
ben hatte. Als Dr. Burney, der be-
rühmte Musikhistoriker, in Wien (3O.Aug.
1772) eintraf, lernte er auch G. kennen,
und fällte im Tagebuche feincr Reise jenes
ehrenvolle Urtheil über diesen Tonheros,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon