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74. Jahre. Er wurde mit großer Feier
lichkeit auf dem Matzleinsdorfer Fried-
hofe bestattet, wo sein Grab neben der
Baron Dietri
ch'schen
Familiengruft un
ter Nr. 668 sich befindet. Die Zeit hat
es erkannt, was G. war und daß sie ihm
die Wiedergeburt des guten Geschmacks,
der echten Kunst in der Mnsik zu danken
hat. Decennieu nach seinem Tode wurden,
wie nach dem jedes großen Geistes, Feste
seinem Andenken gefeiert: am 20. Aug.
1846 der große Trauergottesdieuft ihm
zu Ehren im Kloster St. Euftache zu
Paris; und am 15. Oct.1848 mitten unter
heillosen und schmerzlichen polit. Wirren
die Aufstellung feiner Statue in Mün-
chen, durch die Munificenz eines Königs,
der der Kunst jeden seiner Athemzüge
gewidmet. Gluck war es, wie wenigen
Künstlern beschieden, vom Baume der
Kunst goldene Früchte zu pflücken. Sein
Biograph Schmid erzählt uns: „ Im
Ganzen soll, laut mündlichen Ueberliefe-
rungen, Frau v.G. nach ihres GattenTode
von ihrem Gefammtvermögen eine Iah-
resrente von 30,000 fl. bezogen haben"
(siehe Schmid S. 415). Die Wiener
Hofbibliothek besitzt einen großen Theil
seiner handschriftlichen Werke und Ori«
ginaldrucke. G.'s Ehe war kinderlos ge-
blieben, er nahm daher an Kindesstatt
an seine Nichte — Nanette (geb. zu
Wien 1759, gest. ebd. 22. April 1776).
Sie war eine Tochter des Rittmeisters
Claudius von Hedler, aus dessen Ehe
mit Glucks Schwester. Das Mädchen
besaß eine vortreffliche Stimme, welche
sich unter der Leitung des ausgezeich-
neten Sängers Millico künstlerisch ent-
faltete. Sie begleitete 1775 Gluck nach
Paris. In Wien sang sie bei Hofe und
in den Salons des hohen Adels. Im I .
1776 wurde sie von den Blattern befal-
len nud erlag der Seuche im Alter von
17 Jahren. Als sie starb, richtete der
große Karl August von Weimar an G.
u. Wurzbach, biogr. Lexikon. V. einen eigenhändigen Troftbrief, welcher
ihm durch Wieland zugeschickt wurde.
I. Opern u. andere Compositionen (chronologisch).
Hier folgen nun Glucks Opern; jene, deren
Original-Partitur die kaiserl. Hofbibliothek
besitzt, sind mit einem *, welche sich im Pri-
vatbesitze befinden, mit zwei ** bezeichnet.
H) Opern. 1741: „^rtasergs" von Me-
tastasio, für Mailand lvergl. A. Schmid:
Christ. R. v. Gluck, S. 24 u. f.); — 1742:
„voniofooiits" von Metastasio, für Mai-
land; — „veinetrio« von demselben, für
Venedig; wurde unter dem Titel „Oisouiee"
auf dem Theater 3QQ Zaniueis aufgeführt;
— nlpbnnnegtrk" von demselben, für
Venedig; — 1743: „^itauiänO" für Cre-
mona; — „Sikaee" für Mailand; —
1744: „Usära." für Mailand; — 1745:
^lossg.üäi'o 2611' luäis" von Meta-
stasio, mit dem Titel: „?c>ro" für Turin;
— 1746: „1.2 Oaäuta äei 65sauti«
für London lvergl. Schmid: Ch. R. v. Gluck
S. 27 u. f.); — „.^.i-ta,iQeus« wiederholt
in London ssiehe: Schmid S. 29 u. f.); —
„?5rziQQ oi'iLbe", Pafticcio für London;
— 1747: „1.5 Q022e ä'Nroo1k eä'Nbs«
für Dresden Mehe: Oeftr. Bürgerblatt 1856,
Nr. 108: „Eine neue Oper Glucks", Nach-
richt über ein einactiges Festspiel, welches
G. für den 29. Juni 1747 zu Ehren der Ber-
mälung der Prinzessin Anna, Tochter Au-
gusts III. von Sachsen, mit dem Churfürsten,
von Baiern componirt hatte. Sie wurde von
den italien. Sängern des Impres. Mingotti
im Schloßgarten zu Pillnitz aufgeführt. Ant.
Sch mi d in feinem Werke über „Gluck" macht
derselben keine Erwähnung- Vergl. auch die
Theaterzeitung von Adolph Bäuerle 1856,
Nr. 102^; — 1748: *„1.2. äLmirarnias
riooNQ5ointä« von Metaftasio, für Wien.
Sie wurde am 14. Mai o. I . zur Geburts-
feier Maria Theresia's gegebenen lsiehe:
Schmid am angez. Orte S. 40 n. f.); —
1750: „ lo ism 2,000« für Nom ssiehe:
Schmid S. 47); — 175i: „ ^ oi^.
IN6N2H äi l i to" von Metaftasio für Nea-
pel ^S
ch mid S.48I;—1754:»!. e 0in58i«
von Metastasio, für Schloßhoff; in Wien wie-
derholt 1755. Sie wurde zur Feier der An-
wesenheit der Kaiserin in Schloßhcff, einem
damals dem Prinzen von Sachsen-Hildburg-
hausen gehörigen Luftschlosse, am 23. Sept.
1754 gegeben lsiehe: Wiener Diarium 1754
Nr. 52 — u. S
ch mid am ang,Orte S. 54 u.f.);
— „II Iriant'o äi (ükiuiliu« für Rom;
— „ä.nrisl)QQ" vou Mctastasio für Nom;
— l.755: 5„l^3. Oankä." vou Metastasio,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon