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1850, S. 268, 271, 275 und 279: „Görgey
und die Katastrophe von Villagos. Von einem
Houvsdofsicier" laus dieser Darstellung erfah-
ren wir S. 276: daß Armin, ein Bruder
<'.'s, iu Arad zu mehrjährigem Ker3er vev
urtheilt und sein jüngster Bruder Stevb an
in das öftr. Inf.-Reg. Erzherzog Stephan
als Gemeiner eingereiht worden sei! .— Wien«
Vorftabtzeitung 1857, Nr. 140 lunter der Ru-
brik: „Tagetzgeschichte" wird aus Bern unterm
13. Mai der Borlesungen gedacht, welche
Hlapka in Genf über den Krieg in Ungarn
1848 u. 1849 gebalten und dabei er sein Urtheil
über G. ausgesprochen hat!> — Zur Geschichte
des ungarischen Freiheitskampfes. Authenti-
sche Berichte (Leipzig 1851 , Arnold) I. Bd.
S. 155—176: „Arthur Görgey" leine scho-
nungslose Charakteristik und Kritik der Nolle,
welche G. 1849 gespielt). — Tie von Dr.
O. Lüning, I . Georg Günther und I .
Weydemeyer redigirte Frankfurter Zeitung
enthält in den ersten Nummern des I. 1850
einen Aufsatz „Erinnerung von Villagos."
Nl. Porträte. 1) Unterschrift: a-särsse?. (sie)
0. C. 4.1.2st (lith.) 32". — 2) Lithogr. von
Alophe. Fol. (kouunyg äu, ^ovir) k^riZ,
ftonpii s 0ie. — 3) Nach KurowstF, lith.
von Remi (Berlin, Rocca, Fol> — 4) Nach
Borowsty, lith. von Bülow (Berlin, Nocca,
Fol).
N. Woppni. Irn silbernen Felde aus grünem
Nasen ein wilder Mann, mit beiden Händen
emeu Palrnenöaum umfassend, als wolle er
ihn entwurzeln. Auf der Htrone des Helmes
der wilde Mann mit der Palme, wie im
Schilde.
Gorvg, Demeter von (Schrift-
steller, geb. zu Dorog im Szabolcser
Comitat 4. Nov. 1760, gest. zu Wien
7. Sept. 1833> Stammt von adeligen,
aber unbemittelten Eltern. Die unteren
Schulen besuchte er in Debreczin, die
oberen in Nngvär und Großwardein;
dann hörtcer, unterstützt von Andreas
Bacsinözki, damals Pfarrer zu Dorog,
später Bischof von MuiMcs, auf der
Wiener Universität die Rechte. Er betrieb
steißig das Studium seiner Muttersprache
und brachte sich
durch Ertheilen von Pri-
vatunterricht fort. Auf Anempfehlung
feines ehemaligen Wohlthäters ward er
als Erzieber des jungen Grafen Ladis-
laus Kolon ics aufgenommen, über- ! nahm 1795 die Erziehung des Fürsten
! Paul, Sohnes des Fürsten Nik. Eßter-
hazy, und 1803 berief ihn Kaiser Franz
zum Erzieher des Erzherzogs Joseph,
1807 desKronprinzen Ferdinand, nach-
maligen Kaisers und 1809 des ErzHerz.
Franz; und wurde dann Vorsteher der
Kammer des Erzherzogs, welche Stelle
er bis 1824 bekleidete. Früh beschäftigte
sich G. mit literarischen Arbeiten; bereits
als Erzieher des Grafen L. Kolon ics
(1789) redigirte er im Verein mit Sa-
muel Kerekes die periodische Schrift:
„ÄaH e^ mas nsvessteF td>t6nsts^c", d. i.
Kriegs- und andere nennenswerthe Er-
eignisse (Wien 1789—91). Nach Been-
digung des Türkenkrieges erhielt die
Zeitschrift denTitel: ,)HlK92,a?-/tt7-mo,iH5")
d. i. Ungarischer Bote, und erschien von
1792—1803. Seit 1601 nahmen daran
Theil Steph. Kömlei, Joseph M^rton
und Joseph CfHszar. Auch begann er
noch als Erzieher des Fürsten Paul Etz-
terhäzy die Herausgabe eines SPecial-
Atlasses uon Nngaru, dessen Blätter zum
grölen Theile (41 unter 62) auf Kosten
ocö Grafen Oeorgv.Festencs erschienen
und den Lesern des ,)Hirui0u.ä0" (jährlich
4 Blätter) unentgeltlich zugeschickt wurden.
Die Herausgabe dieses Karlenwerkes be-
gann schon 1795, wurde aber erst 1811
beendet und zwar seit 1808 von Profes-
sor Mä.rton, dem G. das gesammte
Material zur Benützung übergeben, und
ihn auch sonst in der Arbeit unterstützt
hatte. Seine übrige Muße widmete G.
landwirthschaftlichen Beschäftigungen und
legte auf seiner Villa in Grinzing bei
Wien eine Rebenschule an, indem er sich
aus allen Ländern, wo Wein wächst, Re-
ben zu verschaffen wußte, sie baute, und
die benachbarten Weinbergbesitzer mit
Taufenden von seinen Rebensprößlingen
betheilte. Menschenfreundlich unterstützte
er hoffnungsvolle Landsleute, den Schrift-
ftecher Falka in Ofen, Iunkerin Wien,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon