Seite - 248 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
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Musik. Er unternahm eine kleine Kunst
reise, machte in Brunn Halt, wo er bei
dem dortigen Theaterorchefter Dienste
nahm und nun in mehreren Städten
spielte. In Breslau lernte ihn der be-
rühmteDittersdorf (III. Bd. S. 316)
kennen und auf dessen Empfehlung erhielt
er die Stelle des Concertmeisters an der
bischöflichen Capelle zu Iohannesberg.
Als diese aufgelöst ward, ging er wieder
auf Reisen und gab Concerte, bis er einem
Rufe des Baron Kaschnitz nach Brunn
folgte, um die Direction des dortigen
Theaterorchesters zu übernehmen; 1787
ging er nach Olmiitz und wurde Capell-
meifter bei dem Fürft-Erzbischof Collo-
redo. Im I . 1791 reiste er zur böhm.
Krönung des Kaisers Leopold I I . nach
Prag, wo er Concerte gab und einen
Mozart, Sal ier i uuterseinenBewun-
bereru zählte. Auch im folgenden Jahre
gab er ebenda, als die Krönung des Kaiser
Franz II. Stattfand, mit glänzendem
Erfolge Concerte. G. war ein fleißiger
«Compositeur, er schrieb viel für die Gambe
und die Violine, u. z. Sonaten, Concerte,
Trio's, Duetten u. d. m. In seinen Con-
certen spielte er immer neben den Wer-
ken großer Meister seine eigenen Com-
positionen, die jedoch nicht gedruckt er-
schienen, sondern Manuscript geblieben
sind. Im I . 1799 stand er noch immer
als Concertmeister in den Diensten seines
Mäcens, des Erzbischofs von Olmütz.
Seither ist von ihm keine Kuude mehr
in die Oeffentlichkeit gedrungen und die
Zeit seines Todes unbekannt.
Nlabacz (Gottfried Johann), Allgem. hiftor.
Künstler - Lexikon für Böhmen (Prag 1816,
4°.)I.Bb.Sp.481.—Gerber (ErnstLudw.),
Neues hist.-biograph. Lexikon der Tonkünstler
(Leipzig 1812, A. Kühnel, gr. 8°.) II. Bd.
Sp. 353. — Neues Universal - Lexikon der
Tonkunst (begonnen von Dr. I. Schlabebach,
fortgesetzt) von Eduard Bernsdorf (Dresden
1857, Schäfer, gr. 8°.) II. Bd. S. 202. —
Mensel ( I . G.), Künstler-Lexikon vom
Jahre 1303 I. Bd. S. 297. — Der Bruder des Obigen: Anton, Weltpriefter (gest. zu
Wawkinowec im Kaurczimer Kreise in Böh-
men im I. 1804), war ein ausgezeichneter
Violinspieler und erhielt den Unterricht von
feinem älteren Bruder Franz.
Goetz, Gottfried Bernhard (Maler,
geb. zu Welehrad in Mähren 1708,
gest. zu Augsburg 1774). Erhielt den
ersten Unterricht in der Kunst bei Maler
Eckstein in Brunn (s.d. IV. Bd. S. 427),
dann ging er nach Augsburg, wo er
bei I . G. Berg müller arbeitete. Da-
selbst ließ er sich auch häuslich nieder,
malte, legte einen Kupferstich Verlag an
und lieferte der Erste die damals noch
neuen in Farben gedruckten Blätter, als
deren Erfinder gemeiniglich der berühmte
Kupferstecher leBlond (geb. 1670, gest.
1741) genannt wird. Jedenfalls war G.
der Erste, welcher die Schattirungen an-
brachte. Mit Glaub er zusammen führte
er auch zuerst die Mimaturkupferstiche
aus. Nebstdem malte er in Oel u. Fresko
und fanden seine Arbeiten allgemeinen
Beifall. Kaiser Kar l VI. ernannte ihn
zum Hofmaler u. Kupferstecher, Mar ia
Theresia verlieh ihm das Privilegium
für seine Handlung und gab ihm einen
goldenen Gnadenpfennig. Von seinen
Gemälden zählt Lipowsky auf: „Heil.
AnguZtin" ; — „Heil. Iranz nun sales" ; —
„Maria Heimsuchung" — und die „Heilige
Illhannll 22n Ohllndlll", alle vier Altarblätter
in der ehemaligen Nonnenkirche zu Am-
berg;— auch hatte er das Deckengemälde
und die Seitenbilder dieser Kirche 1750
in Fresko ausgeführt; — „Nie Gssenbarung
d« h. Johanne«" im alten Chor der Capelle
zu Regensburg; — das Freskogemälde
in der St. Cassianskirche ebenda; — die
Fresken im Innern der ehemaligen Ie-
suitenkirche zu Augsburg; — „Maria Him«
weliahrt", Ehoraltarblatt in der Pfarrkirche
zu Donauwörth. Bon seinen theils in
schwarzer Manier theils in Farben radir-
ten Blättern sind zu nennen: „s
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon