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nach I . G. Bergmül ler (Folio); —
„Hie heil. Walburga" nach dems. (Fol.); —
„KaiLrr Karl VlI." nach seinem eigenen
lebensgroßen Bilde in schwarzer Manier
gestochen (gr. Fol.); — „Baiser Franz!.",
Porträt in schwarzer Manier (Fol.); —
„Maria Ghrresia", Gegenstück dazu; —
„Ludwig XV. um Frankreich", Brustbild,
Farbendruck, 4°.; — „Maria AZMZKa,
Königin uan Frankreich in ihrer Jugend", Far-
bendruck; — „Nrr Grlöser, Maria, der heil.
Johannes und die Apostel", 15 Blätter in
ganzen Figuren. Außerdem sind von seiner
Hand mehrere farbige Mezzotintablätter
And zart punctirte Miniatur-Heiligenbil-
der bekannt. — Sein Sohn -Fran? war
.auch ein geschickter Maler U.Kupferstecher.
Mehrere Seestücke und Landschaften und
-verschiedene Blätter in Punctirmanier
rühren von ihm her. — Dessen Schwester,
besaltenGottfried BernhardToch-
ter, malte geschickt in Wasserfarben und
führte auch mehrere gelungene Miniatur-
stiche in Farben ans.
Lipowsty (F. I.), Bairisches Künstler-Lexikon
S. 92. — Neue Bibliothek der schönen Wis>
senschaften und Künste. . I. Bd. S. 159. —
Füßli, Allgem. Künstler-Lexikon S. 268. —
(De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein
Hersuch (Wien 1776, Ghelen, 8°.) I. Bds.
1. St. S.479. — Dlabacz (G. I.), Allg.
hift. Künstler-Lexikon für Böhmen . .. (Prag
1815, Hause, 4°.) I. Bd. Sp. 483. —
Nagler (G. K. Vr.), Neues allg. Künstler-
Lexikon (München 1835) V. Bd. S. 259. —
Gottfried Bernhard Goetz ist nicht zu ver-
wechseln mit einem Joseph Mathias Götz,
Architekt im Dienste Kaiser Karl VII., nach
dessen Entwurf, anläßlich der Kaiserlrönung
1742, Gottfried Bernhard G. ein Blatt
gestochen hat, den Kaiser auf einem Posta-
mente vorstellend, welches Porträt sich ins-
besondere durch die sprechende Aehnlichteit
auszeichnet.
Goez auch Wz, Joseph Franz Frei-
herr (Maler und Kupferstecher,
geb. zu Hermannstadt in Siebenbür-
gen 28. Febr. 1754, gest. zu Regens-
burg 16. Sept. 1815). Zum Staats-
bienste bestimmt, folgte er unter ungün- stigen Verhältnissen seiRer Neigung zur
Kunst und bildete sich in derselben auf
das Vollkommenste aus. Wohl trat er
zuerst in den Hofkriegsrath ein und spä-
ter zur Iustizftelle über und blieb im
Amte so lange sein Vater lebte. Als aber
dieser starb, gab er die Stelle auf, die er
bekleidete und lebte nun von seinem klei-
nen Vermögen, ausschließlich mit der
Knnst
sich beschäftigend, oder auf Reisen,
auf denen er die Gallerien besuchte und
seinen Geschmack ausbildete. 1779 besuchte
er München und entwarf in dieser Stadt
jene Folge von Charakterbildern, welche
seinen Namen als trefflichen Charakter-
zeichner bald in ganz Deutschland bekannt
machten. Nachdem er dritthalb Jahre in
München sich aufgehalten, ging er nach
Augsburg, um aber bald nach München
zurückzukehren. Nach nicht langer Zeck be-
reitete ihm seine Eigenschaft als Mitglied
des Freimaurerordens, welchem er in
Wien beigetreten war, ohne Veranlassung
seinerseits große Unannehmlichkeiten. In
Vaiern hatten eben die Verfolgungen
des Illuminatenordens begonnen. Goez
siel in Verdacht— die Gründe, warum?
sind nicht bekannt — und unvermuthet
erhielt er 1791 von der Regierung Befehl,
München zu verlassen. Obwohl unschul-
dig von dieser Maßregel getroffen, fügte
sich G. dem Befehle und ging nach Ne-
gensburg. Als der dortige Fürstprimas
die Errichtung einer Kunstakademie beab-
sichtigte, sollte O. deren Director werden,
aber die Zeitverhältniffe nnd die Regie-
rungsveränderung Regensburgs vereitel-
ten den Plan. Getäuscht in manchen Hoff-
nungen und heimgesucht von körperlichen
Leiden brachte G. die letzten Jahre in Re-
gensburg zu, bis er imAlter von 61I. starb.
Goez' Arbeiten sind sehr zahlreich uud
mannigfaltig, er malte in Oel, in Gouache,
ätzte mehrere Blätter u. drgl. m. Sewe
Hauptarbeiten sind: „Vtunch einer zchlrei-
chen Folge leidenschaftlicher OntUnrie iiir die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon