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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 256 -
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256 len. Da aber alle vacanten Rechtsanwalt- stellen an Pisaner verliehen wurden, sl widmete sich G. ganz dem letzteren Berufe und ging fünf Jahre später, als ihm vor- theilhafte Anträge von Venedig gemach wurden, dahin zurück, nun schon aub schließlich für die Bühne arbeitend. Unter den vielen Stücken, die er jetzt zur Auf führung brachte, nennen wir seine „ ^eäova 5tnlt?a« (1748), welches die Einführung der Theatercensur in Venedig veranlaßte, und seinen „Hloli6?-e^ der sehr an das „Urbild des Tartüffe" erin nert. Im 1.1750/51 lieferte Goldoni 16 neue Stücke. Diese Thätigkeit in einem Jahre blieb nicht ohne Folgen. G. verfiel in eine Krankheit. Genesen und der Uebervortheilungen müde, deren sich der Benetianer-Director ihm gegenüber schul- dig gemacht, trennte sich G. von diesem und unternahm Ausflüge nach den bedeu tenderen Städten Italiens. I n Parma, wohin ihn 1756 der Infant Don Phi- l ipp berief, wurde er mit großen Ehren empfangen. 1757 folgte G. einer Ein- ladung nach Rom, wo ihm von Seite sei- nes Landsmannes Papst Clemens XIII. die gnädigste Aufnahme und als Komö- dienschreiber die fast unglaubliche Gnade des Pantoffelkusses zu Theil wurde. Bald nach seiner Rückkehr von Rom erhielt er eine Einladung, für zwei Jahre die ita- lienische Bühne in Paris zu übernehmen. Im April 1761 verließ G. seine Heimat, längst erfüllt von der innigsten Sehnsucht nach dem Baterlande Mol iöre 's . Mit feiner Gattin und seinem Neffen kam G. in Paris an. Als sich die zuerst festgesetzte Frist von 2 Jahren ihrem Ende näherte, erhielt G. die Anstellung als Lehrer der italienischen Sprache bei den Töchtern Ludwig XV. Durch dieses Amt und die mit demselben verbundenen Gnaden- geschenke beglückt, zufrieden mit den Er- folgen seiner dramatischen Arbeiten, die er für die Theater von Paris, Venedig und London lieferte und die ihm auch ansehnliche Honorare eintrugen, dachte G. gar nicht mehr daran, Paris zu ver- lassen. Es war ihm zur zweiten Heimat geworden. Neben seinen Luftspielen schrieb er seine Denkwürdigkeiten, den letzten Band derselben im Alter von 80 Jahren. Die Revolution überraschte ihn und der 10. August 1792 raubte ihm den auf der Civillifte angewiesenen Gnadengehalt, dessen er jetzt mehr denn je bedürfte. Auf einen Antrag CH6niers beschloß der Nationalconvent am 7. Iänn. 1793, Goldoni 's Iahrgeld sammt den Rück- ständen aus dem Nationalschatze auszu- bezahlen. Aber es war zu spat; am fol- genden Tage war G. todt und die Wohl- that kam seiner Witwe zu Statten. Wie jeder Reformator, sei es in Sachen des Glaubens, der Politik, des Geschmackes und der Wissenschaft, so wandelte auch G. nicht auf geebneten Pfaden. Neid und Eigennutz suchten seine Triumphe zu schmälern. Insbesondere war Carlo Gozzi, des berühmten Gasparo Bruder, einer seiner heftigsten Gegner. ImSchooße ^lloaäömig. äsi (ZrNneiwni wurden die beißendsten Spöttereien gegen ihn ausgeheckt. Goldoni verhielt sich diesen Angriffen gegenüber mit Nuhe und setzte diesen kritischen Unziemlichkeiten Unbe- fangenheit entgegen, höchstens dann und wann einen seiner unduldsamsten und unfähigsten Gegner zu einer lächerlichen Figur in seinen Stücken benutzend. I n Paris erfuhr er'das Geschick, eben von enem Schriftsteller verkleinert zu werden, der ihn am meisten plünderte, von D i» erot. Auch hatte er es versucht, ein französisches Lustspiel zuschreiben: „1,6. ou^u bi6n/äH?ant', das eine Satire auf Rousseau sein sollte, dasselbe wurde am 4. Nov. 1771 auf dem 11i6Htr6 tlkn- s und gleich darauf in Fontainebleau und mit solchem Beifall gegeben, daß G. als er hervorgerufen, vor dem Publicum
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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