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Gorouczliewicz, Vincenz (Musiker,
geb. zu Krakau). Zeitgenoß. Aus einer
in Krakau ansäßigen Familie, aus wel-
cher bereits mehrere treffliche Organisten
hervorgegangen. Auch sein Vater Do -
minik war bereits im vorigen Jahr-
hunderte Organist an der Krakauer Ka-
thedrale. Später ging er nach Warschau,
wo er in hohem Alter starb. Auf seinem
Posten in Krakau folgte ihm sein Sohn
Vincenz, der als Organist u. Director
der Domcapelle im Verein mit dem Abb6
Sierakowski bemüht war, den reinen
Geschmack in der Kirchenmusik in der
einstigen Hauptstadt Polens aufrecht zu
erhalieu. Zu diesem Behufe gab er in
2 Abtheilungen das verdienstvolle Werk
heraus: ^Hpisu?z/ e/^alns /cos'cio^a
i-ZiMsko-katolickieFo" ^ d. i. Chorale der
römisch-katholischen Kirche, wie solche in
der Krakauer Kathedrale gesungen wer-
den (Warschau, Krakau, Leipzig 1848,
Spieß, Friedlein, Breitkopf). Auch besitzt
G., der überdies in Krakau als Autorität
in Mnsiksachen gilt, eine reiche musika-
lische Bibliothek.
5iav65 anoiüiis et iuo6srues (karis 1857,
^ärian 1.6 Clero, ssr, 8°.) 8. 247.
Gorove, Ladislaus (Schriftstel-
ler, geb. zu Szamos ujvä.r in der
Szolnoker Gespannschaft 2. März 1780,
gest. 12. März 1339). Besuchte die Schu-
len sciues Geburtsortes, die philosophi-
schen Jahrgänge in Klausenburg und hörte
1800 die Rechte iu Pesth. 1796, als er
erst 16 I . alt war, führte er mit mehrereu
Cameraden im Klauseuburger Theater
das von ihm ungarisch bearbeitete Stück
Kotzebue's „Meuscheuhaß und Neue"
auf. Nach dem Tode seines Vaters (1801),
übernahm er, 21 Jahre alt, das ererbte
Besitzthum, verließ aber 1810 Sieben-
bürgen und ließ sich in Ungarn nieder,
wo er einer königl. Dotation zufolge die
Ortschaft Gattaja erhielt. Nun bot er
v. Wurzbach, biogr. Lexikon, V. Alles auf, um die ungarische Sprache zu
verbreiten, berief ungar. Ansiedler in die
neue Colome. ließ auch eine Kirche bauen,
in welcher ungarisch gepredigt wurde, so
daß nach und nach GattHja und die Um-
gegend ganz ungarisch wurden. Alle An-»
träge zur Uebernahme eines Amtes ab-
lehnend , beschäftigte er
sich
ausschließend
mit den Wissenschaften und der Land-
wirthschaft. Seit dem Beginn des 19.
Jahrhunderts wirkte er für die National-
sprache. Vor die Oeffentlichkeit trat er
zuerst mit der Nittergeschichte: „^/sgi/e-
5s/c Aai't/l^iZöbaN'", d. i. Die Verlobten
in Karthago (Ofen 1807); ferner gab er
heraus die Schauspiele: »<?sc6»'<i ^Saba",
d. i. Ieczid und Haba (1806) und »^--
clemsF Nln lä^ d. i. Der würdige Kauf-
mann (1807). Später wandte er sich den
ernsteren Wissenschaften zu, und hat
außer seinem größeren Werke: „^. /e>.
/nna/c töksi^etensFei"^ d. i. Die Voll-
kommenheiten des Mannes (Pesth 1823)
noch zahlreiche kleinere Abhandlungen für
die ^1u6. 6^Ht6in6i^") d. i. Wissen«
schaftliche Sammlung 1819—37 geschrie-
ben. Am 11. Sept. 1835 erwählte ihn
die ungar. Akademie zum corresp. Mit-
gliede. 1839 stiftete er im Verein mit
seinen Brüdern einen literar. Preis und
übertrug das Berfügungsrecht darüber der
ungar. Akademie. Er starb im Alter von
59 Iahreu; sein Sohn Stephan spielte
in der ungarischen Revolution eine Rolle
(s. d. Folg.).
F'ei'enosz//akai> ss Oanislik ^c)2He/, d. i. Ung.
Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreib.
Von Jakob Ferenczy u. Ios. Dan ie l ik
(Pesth 1856, Gustav Emich) S. 169. — Oestr.
National» Encyklopädie (von Graffer und
Czitann). lWien 1837) I I . Bd. S. 401.
Gorov«, Stephan (ung. Laudtags-
Deputirter, geb. zu Pesth 1819).
Sohn des Vorigen. Die niederen Schu-
len besuchte er zu Szoluok u. Gyöngyös,
die Philosophie und die Rechte hörte er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon