Seite - 274 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Bild der Seite - 274 -
Text der Seite - 274 -
274
in Pesth. Früb betrat er das Gebiet der
Poesie, und als Studiosus rief er auf
der Pesiber Universität einen Verein zu
patriotischen u. literärischen Zwecken in's
Leben. Nach Beendigung seiner Studien
unternahm er eine Reise nach Oesterreich
und Steiermark und beschrieb sie im
„lärgklkoäo >, d. i. Der Gesellschafter.
Die darin ausgesprochenen Ansichten tru-
gen datz Gepräge solcher Neife an sich,
daß sie allgemein für die seines Baters
gehalten wurden. Daß er bereits auf
eigenen Füßen
stehe,
bewies er auf das
Glänzendste durch sein zweites Werk:
^>u«/ot") d. i. Der Occident, 2 Bde.
(Pesth 1844), in welchem nicht nur in
literarischer, sondern auch in politischer
Beziehung interessanten Werte er seine
zweite Reise in den Westen, welche er in
den I. 1842 u. 43 unternommen hatte,
meisterhaft erzählt. Dieses Werk, ferner
seine politische Schrift: ^emHsticeg",
d. i. Die Nationalität (1842) und seine
trefflichen Zeitungsartikel veranlaßten
1643 seine Wadl zum corresp. Mitgliede
der ungar. Akademie. Seine politische
Laufbahn betrat er im Heveser Comitat,
setzte sie später im Temeser Comitate
fort, wo er auf seinem Oute in Oattäja
wohnte, und einer der Führer und der
ausgezeichnetste Redner der Opposition
wurde. Auf dem Preßdurger Landtage
von 1843/4 und 1847 candioirte er um
eine Deputirtenstelle, rourde aber, da
damals die conservative Pariei im Te-
meser Comitat die
stärkere war, erst im
I. 1348 Dehutirter. Als solcher spielte
er eine hervorragende Rolle und zählte
anfänglich zur conservativen, der sogen,
ministeriellen Partei, schloß sich aber
später an Kossuth an. In der Sitzung
vom 3. Aug. sprach er sich warm für eine
heilige Allianz mit Deutschland aus, und
wies besorglich auf den gefährlichen Nach-
bar iui Osten; am 24. September
drang er darauf, daß die Minister, nicht das Repräsentantenhaus
die bekannte österreichische Staatsschrift
beantworten und diese Antwort erst dem
Parlamente mittheilen sollten. In die
Neihe der revolutionären Notabeln trat
er mit dem 14. April 1849, als ihn das
Parlament mit Kossuth und Szacs-
vay zugleich mit der Abfassung des unga-
rischen Unabhängigkeits-Manifestes be-
traute. Nach dem Sturze der Republik
begleitete er Kossuth auf seiner Flucht
nack Orsova, über Widdin nach Schumla.
Nun lebie er im Auslande, kebrte aber
beqnadiqi nach 8jähr. Abwesenheit von
der Heimat in dieselbe zurück.
9.2 sisöt kikF682itö kätst, d. i. Ung. Schrift-
steller. Sammlung von Lebensbesckr. Zweiter,
den ersten ergänzender Band (Pesth 1858, 8°.)
S. 94. — Levitschniga (Heinrich Ritter
von), Kossuth und seine Bannerschaft (Pesth
1850, Heckmast, 8«.) I I . Bd. S. 188 ^S. 189
befindet sich das Facsimile seiner Unterschrift).
Gorup von Besünez, Franz Mathias
Freiherr (General der Cavallerie,
geb. zu Bit l ingen in Lothringen 25.
Febr. 1749, gest. zu Klagenfnrt 17.
Febr. 1835). Entstammt einem croati-
schen Adelsgeschlechte. Trat 1770 als
Cadet in das Inf.-Reg. Nr. 19. damals
Palffy, und im Aug. 1775 zum 1. Hu-
ßaren - Regiment über. Beim Ansbruch
des Türkenkrieges war er schon Rittmei-
ster und that sich 1789 im Scharmützel
bei Mm na und in der Schlacht bei
Martinestie hervor. Als der französi-
sch e Nevolutionskricg ausgebrocheu war,
wählte ihn Wurms er zum Flügeladju-
tanteu, mit welcher Wahl die Ernennung
zum Major (17. Iänn. 1793) verknüpft
war; im October d. I . wnrde er Oberst-
liemenant; nun machten die Einnahmen
des Bienwaldes (20.Aug.), der Lau-
terburger Linien, wo er Weißenburg
beschießen ließ, und viele andere Züge
von Entschlossenheit und Tapferkeit seinen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon