Seite - 275 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Bild der Seite - 275 -
Text der Seite - 275 -
275
Namen in der Armee rühmlich bekannt.
Um ihn auszuzeichnen wurde er beordert,
den Operationsplan der Rheinarmee im
Elsaß nach Wien dem Kaiser zu überbrin-
gen; er wurde nun 1794 zum Gen.-Adjut.
bei Herzog Albert von Sachseu-Teschen,
1796 aber bei Erzherzog Karl und bald
darauf (28. Febr. 1797) zum Obersten
ernannt. Als zn Ansauge des I . 1798
das Stabsdragoner-Regiment errichtet
wurde, und man
sich nach einem umsich-
tigen Commandanten umsah, siel
die Wahl
auf G. Noch während der Kriegsepoche
zum Generalmajor (6. März 1809) er-
nannt, kam er nach dem Lüueviller Frie-
den als Brigadier nach Szasvaros in
Siebenbürgen, später nach Ungarn, dann
1806 als Militarcommandaut nach Kla-
genfuri. Am 22. Iäuu. 1808 zum Feld-
marschall-Lieutenant befördert, versah er
1809 die Dienste eiues Chefs desGeueral-
stabes bei der Armee in Italien, befeh-
ligte später cine Division im 9. Armee-
corps uud nahm an alleu Gefechten dieses
Corps bis zum Rückzüge nach Uugarn
den thätigsten uud ehrenvollsten Antheil.
1810 kam er als Divistouär nach Graz.
Am 4. März 1816 in den Freiherrnstand
erhoben, wurde G. Militarcommandant
in Klagenfurt, 1821 geheimer Rath und
trat 1. August 1826 mn dem Charakter
eines Generals der Cav. iu Ruhestand.
Neun Jahre genoß er uoch denselben,
dann starb er, 86 I . alt, deu Nuf eines
tüchtigen Reitergenerals hinterlassend.
Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg.
von Hirtenf eld und Dr. Meynert (Wien
1851) II . Bd. S. 764. — (Kneschke, Ernst
Heinrich Dr.) Die Wappen der deutschen frei-
herrlichen und adeligen Familien (Leipzig
1855, Weigel, 8".) I. Bd. S. 173. — Genea-
logisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser
1849, S. 152 u. 1855, S. 208. — Freiherru-
Diplom vom 4. März 1816. — Wappen.
Schild quer und in der oberen Hälfte der Länge
nach getheilt (dreifeldrig), i (oben rechts) in
Silber eine anf grünem Boden stehende natür-
liche Korngarbe; 2 (oben links) in Blau ein
einwärtsgetehrter goldener Löwe, in rechter Vorderpranke ein Schwert nach oben schwin-
gend; 3 (unten) in Roth eine goldene fünf-
perlige Freiherrnkrone. Den Schild bebeckt
eine Freiherrnkrone, auf welcher sich ein ge-
krönter Helm erhebt, aus welchem, zwischen
einem schwarzen offenen Adlerstuge, der Löwe
mit dem Schwert (des 2. Feldes) emporwächst.
Oorzlowsti von Gorzkow, Karl Ritter
(General derCavallerie, Ritter des Mar.
Theresienordens, geb. zu Baby cein Ga-
lizien1778, gest. zu Venedig 22. März
1858). Entstammt einer galizischen Adels-
familie. Trat am i. Nov. 1792 als Cadet
in das Chevaurleg.-Neg. Herzog von Mo-
dena,machte mit selbem die Feldzüge 1793
—96 mit, kam im Oct. 1796 als Garde-
und Unterlieutenanr zu der seit 1792 mit
der ersten Arciereu-Leibgarde einverleib-
teu poln. Abtheilung, und vou da zu Ende
1797 als Oberlieutenant zu Merveldt-
Uhlaneu. Im Jahre 1799 wurde G. bei
Stockach u. 1800 bei U l m verwundet,
rückce im März 1801 zum 2. Rittmeister
bei Erzh. Karl-Uhlauen, und im Dec.
1804 MM ersten Rittmeister vor. Dem
Feldzuge 1805 wohnte er m Italien bei,
rückte im Dec. 1807 zum Major und im
Aug. 1809 zum Oberstlieutenant im Re-
gimente vor. Im Feldzuge letzteren Jah-
res bei dem 5. Armeecorps in der Bri-
gade des GM.Grafen Radetzky^iuge-
theilt, nahm er deu thätigsten Autbeil au
alleu Avaut> uud Arrieregarde-Gefechten,
in welchen sich diese Brigade Ruhm er-
worben hatte. Deu Feldzug gegen Ruß-
land (1612) machte er mit dem Regimeme
bei dem Auxiliarcorps mit, rückte im Oct.
dess. I . zum Obersten vor, uud kam im
darauffolgenden Kriege gegen Frankreich
zur Armee in Italien. Mit 1. Juni 1820
zum Generalmajor beförderi, kam er als
Brigadier nach Kaschau, 1829 nach Epe-
ries, wurde im März 1831 Feldmarschall-
Lieutenaut und Divisiouär iu Italien,
dann iu Brunn und 1833 iu Prag.
1839 erhielt G. den Ruf als Militär-
kommandant nach Laibach, später nach
18*
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon