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Gostner, Joseph (Missionär, geb.
zu Völs in der Diöcese Trient 10. März
1822, gest. zu Chart um in Central-
Afrika 16. April 1858). Aus einer be-
sonders gottesfürchtigen Familie; drei
seiner Schwestern traten in den Orden
der barmherzigen Schwestern, zwei von
ihnen sind bereits dem Bruder in's Jen-
seits vorangegangen. Ein Bruder Na-
mens Anton zog als Schreiner, Drechs-
ler und Schmied im Jahre 1854 mit der
Mission nach Cbartum und leistete der-
selben vortreffliche Dienste, doch schon im
nächsten Jahre erlag er den climatischen
Einflüssen. Joseph wollte Maler wer-
den, aber die Armuth der (Ätern, die
ihm keine Unterstützung geben konnten,
zwang ihn, den Plan aufzugeben. Cr
besuchte nun die Schulen, u. z. das Gy-
mnasium iu Bozen, die philosophischen
Jahrgänge in Verona und vollendere die
Theologie in Trient. Auf sich allein ge-
stellt, mußte er
sich
oft durch bittere Noth
durchkämpfen und früh zu dem schweren
Amte vorbereiten, in welchem der Tod
seine energische Thätigkeit so rasch unter-
brach. Am 13. Juli 1851 erhielt er die
h. Weihen, nun trat er in die Seelsorge
und wirkte zwei Jahre hindurch in der Pu-
sterthaler Gemeinde Taufers. Als der Ge-
neral vicar von Chartum, Knoblecher,
den Ruf um geeignete Männer für seiue
Mission iu Central-Afrika ergehen ließ,
war Gostner der erste, der ihm folgte.
Am 27. Aug. 1853 schiffte er sich in Trieft
ein, und wurde von Knoblecher in
Alerandrien empfangen. Nachdem Kno-
blecher den jungen Priester auf der Reise
näher keunen gelernt,ernannte er ihn gleich
nach der Ankunft zum Provicar, mit dem
Rechte der Nachfolge im Generalvicariat.
Nun entfaltete G. eine energische Thätig-
keit und war, wie ihn einer seiner Colle-
gen nennt, bald der „rechte Arm" der
Mission. So wirkte er einige Jahre.
Anfangs 1858 unternahm Knoblecher eine Reise nach Europa, erlag aber unter-
wegs einem älteren Leiden (-j- 13. April
1858 zu Neapel); G. übernahm nach
Knoblechers Abreise die Leitung der
Mission; ein PaarMonate später (imApr.)
befiel ihu ein anfänglich unscheinbares
Unwohlsein, welches sich aber so rasch
entwickelte, daß er schon in wenigen Tagen
eine Leiche war. Während der 4 Jahre
seines rastlosen Wirkens in der Mission
gaben mehrere seiner Briefe (siehe unten
die Quellen) Nachricht über den Stand
und die Erfolge derselben. Als O. starb,
war er 36 I . alt, die geistliche Ober-
leitung der Mission ging auf den ^!^"-
när Kirchner über.
Volks» und Schützen-Zeitung 1838, Nr. 50:
„Der aPost. Provicar Ios. Gostner."^- Dieselbe
Nr. 73: „Schreiben des Herrn I . Spauring
von Kitzbichl, ääo. Chartum 17. April 1858
über Herrn Gostners letzte Lebenszeit und
Hinscheiden." — Auch enthält das genannte
Blatt Gostners Missionsberichte, welche
über das Wirten und die Aufopferung der
Mission wertyvolle Mittheilungen machen, u.z.
1853, Nr. 116 (der erste Grief G.'s); Nr. 130.
. — 185Z, Nr. 24, 25, 40, Beilage Nr. 22 zu
Nr. 76, Nr. 81, 145—148, Beilage Nr. 57
zu Nr. 150. — Katholische Blätter (Linz, 4".)
1858, S. 162. — Allgem. katholische Chronik
für Stadt und Land. Herausa., von Martin
Hub er (Innsbruck 1858, Aufschlager, ü°.)
I. Jahrg. S. 204.
Gotsch, Marcus Anton (Cultur-
!Historiker, geb. zu Prag 1769, gest.
^ zu Lemberg 5. Nov. 1802). Widmete
sich nach beendeten Studien dem Lehrfache
l und war bereits 1796 (mit 27 Jahren)
^ Professor der deutscheu Neichs- und all-
gemeinen Weltgeschichte am Lyceum zu
Linz. Aon da kam er in kurzer Zeit als
Professor der politischen Wissenschaften
und Statistik an die Universität nach Lem-
berg, wo er aber in der Vollkraft seines
Lebens starb. I n der verhältnißmäßig
sehr kurzen Zeit seiues Wirkens hat er
mehrere wissenschaftliche Arbeiten durch
den Druck veröffentlicht, u. z.: „Gebete
! jn Glltt. demschupter derNaw" (Wien 1789);
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon