Seite - 282 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
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weil sie mit Sicherheit und Leichtigkeit bei
ihrer Anwendung auch Gefahrlosigkeit
verbindet. Besonders trefflich sind seine
zum Unterricht geeigneten Lehrapparate,
welclie mit Präcision arbeiten und die katholischen Religion übertraten, daselbst
zu erziehen. Nach einer Fahrt nach Sie-
benbürgen , wo er ein Kloster zu Kron-
stadt für seine Gesellschaft erwarb,
trug er im Linzer Colleqium Kirchenrecht
Gesetze der Wissenschaft trefflich im Klei- > vor, brachte durch milde Gaben aus dem
nen darstellen. Mit diesen Eigenschaften i Kaiserreiche die erwähnte Stiftung des
eines vorzüglichen physikalischen Techno- l (^oließ-iumnoräicum vollends zuStande
logen verbindet G. noch andere, so ist er z und leitete dasselbe durch volle 9 Jahre.
Mineralog, Entomolog nnd ein ausge- l Zuletzt wirkte er 10 Jahre als Spiritual
zeichneter Kalligraph. Das Diplom des
Brünner Ehrenbürgerrechts für Etten-
reich (s. d. IV. Bd. S. 109) und den
Grafen O' Donnell ist von ihm kalli-
grapbirt «Mai 1853). In Würdigung
seiner wissenschaftlichen Verdienste ist G.
von der naturhistorifchen Section der
k. k. mähr. schles. Ackerbaugesellschaft in seines Ordeushaujes in Graz. Während
seines Dienstes als Feldcaplan wurde er
bei Ausübung seines h. Amtes auf dem
Schlachtfetde schwer verwundet; in Ka-
schau, als daselbst die Pest verheerend
wüthete, reichte er unerschrocken dcnSter-
benden den letzten Trost. Zwei Päpste
Inuocenz XII. und Clemens XI.
Apparate."
Gottscheer, Martinus (Schrist stel-
l e r und Pr le st e r der Gesellsch. Jesu,
geb. zu Kirchhof in Oesterreich ob der
Enns 6. Dec. 1648, gest. zu Graz 21.
Sept. 1731). Trat, 18 I . alt, in den
Orden der Ges. Jesu, wurde Doctor der
Philosophie, lehrte in Graz Poesie, diente
als Feldcaplan in der österr. Armee in
Ungarn, begleitete dann den österr. Ge-
sandten nach Dresden, als dieser den
Churfürsten Johann Georg II I . zur
Befreiung Wiens abholte. Nach jahrlan-
gem Aufenthalte in Dresden kam er nach
Linz, daun nach Graz und wurde wieder
beordert, den Graf Franz Ottokar
Siarhemberg auf seiner Gefandt-
schasisreise nach Schweden zn begleiten.
Nach seiner Rückkehr wurde er Regens
des Linzer Seminars und stiftete daselbst
das sogenannte OolIeAiuui norHieuiu
wozu er die erste Idee auf feiner letzten
nordischen Reise gefaßt nnd dessen Zweck
war, Jünglinge jener Gegenden, die zur
Brunn zum wirklichen Mitgliede ernannt! uud drei Kaiser Leopold, Joseph I.
worden. und Kar l VI. hielten den vielverdienten
Neuigkeiten (Brünner politisches Blatt) 1857, Priester in hohen Ehren. Das Oo1I<i^ 1u.m.
Nr. 164: „Eduard Gottliebs physikalische noi-dic^N wurde, nachdem es ein Jahr-
hundert lang bestanden, von Kaiser Jo -
seph II. aufgehoben, die Stiftung selbst
aber au das Convict des Henedictiner-
stiftes zu Krcmömünster übertragen, wo
sie noch besteht. Als Fachschriftsteller
hatte Gottscheer eine große Thätig-
keit entwickelt und es erschienen von
ihm unter anderen:
(Nbä. 1687, 12"., 0.
Thomas ^o?-i ^ngii
Ftapietono" (61-22 1689, 12°.);
1690); —
4"., o. ÜFF.)
^icas"' (I^iQ21711,
Stöckleius ..Merkur ). 1630,
enthält im 24.
Bande S. 141 u. f. die Beschreibung
seiner Reise und Mission in Schweden
und in einem Anhang seine Reise nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon