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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 288 -
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288 Republik hatte verhindert, daß seine Re- formen je verwirklicht wurden. I n seinem höheren Alter verfiel er in Folge körper- licher Leiden in solche Schwermuth, daß er sich einmal, um Allem ein Ende zu machen, in die Brenta stürzte. Indeß, er wurde glücklich gerettet, der Sorge des liebenden Bruders und einer zärtlichen Freundin Eatherina D o l f i n - T r o n anheimgestellt, welche ihm neuen Muth und Liebe zum Leben einflößten. Eine andere Dame, eine Französin, welche ihn mehrere Jahre hindurch in seinen Leiden sorgsam pflegte, Namens C 6 nes, trug den Preis seiner Dankbarkeit davon, er heiratete sie kurz vor seinem Tode und versorgte sie, wenn auch nicht eben glän- zend, so doch anständig. Als Schriftsteller hat G. eine ruhmvolle Thätigkeit entfaltet. Mont i steht nicht an, ihn zu nennen: ^simiih ai Oa.ro, il piü, oiK8sio0 äe' Lnoi oontkrQporknei 6 ode xuo teuer fronte a Hua! siasi piu Arg.2ios0 6 corretto." Er steht also in dieser Hinsicht weit über seinem Bruder Car lo, wenn auch dieser viel volksthümlicher ist, eine Frucht der dramatischen Richtung, die Carlo sorgsam pflegte. Gasparo zählt zu den wesentlichsten Förderern der ^.o- oaäenna. äei 6rg.n6i1e8odi, dieser Ge- sellschaft, welche zur Erreichung eines edlen Zweckes, nämlich Erhaltung der Ueberlieferungen eines reinenGeschmackes und einer gesunden Kritik, sich komischer, fast bizarrer Mittel bediente, da bei der damals herrschenden Umbildung mit der Schwerfälligkeit des Ernstes und tüch- tigen Strebens nichts auszurichten war. Die Zahl der Werke G.'s ist nicht groß, sie zählen aber ob Eleganz des Styls und Gediegenheit der Kenntnisse zu den Zier- den der italienischen Literatur. Es sind: „(3iutiiHio 6ec/ii antic/n Pveti Hop?-« la ci-itica moclsT-na cli Dants" ^1784, 40.)^ eine kritisch-polemische Schrift gegen die unbegründeten Angriffe, welche Betti- nell i (f. d. I. Bd. S. 357) unter dem Pseudonym DiodoroDelficoin seinen „I^ttere VirFiii2.uk^ gegen Dante und sein unsterbliches Gedicht gerichtet hatte; — ^/Fe^oni« (Milanä 1826, Silvestri, 16°. mit korträt), Briefe in Versen im horazischen Geiste; — „1,6t- ts^/amilia^ 2 8äe. (1755, 8".), bil- den zum größeren Theile den Inhalt sei- ner in der^ .eoääenng. äei gehaltenen Vorträge; — (letzte Ausg. Nailunä 1841, .))' — »II tT-wn/o clella nnni- ta", Gedicht in vier Gesängen; ferner schrieb G. zwei Zeitungen, u. z. den „O5- HSl-VatoT-e«, welcher wöchentlich zweimal in Venedig herauskam und in der Form von Addisons nöFeotktor" gehalten war. Eine Fortsetzung des „OneT-vatose" war „II montlo nwT-als^ in Tendenz und Haltung dem vorigeu ähnlich. Außer die- sen Originalschriften übersetzte G. ans dem Griechischen die Dialoge Lucians, welche mit besonderer Anmuth ausgeführt sind, das erste Buch des Heliodorus, das Gemälde des Kebes, den Hirtenroman des Sophisten L 0 ng 0 s: Daphnis und Chloe, diese Uebersetzungen sind sämmtlich Zier- den der italienischen Uebersetzungs - Lite- ratur; von neuereu Werken: Pope's Versuch über die Kritik, Fleury's Kir- chengeschichte, Marmontels moralische Erzählungen; er führte diese schwer- fälligen, zeitraubenden und auch geisttöd- tenden Arbeiten aus, um den Lebensunter- halt seiner Familie zu bestreiten, wenn in den Processen über sein väterliches Erbe keine Gelder flüssig gemacht werden konnten. Einen nicht geringen Antheil hatte G. an Foscarini's (s. d. IV. Bd. S. 299) n^ettei-atura veueLilma", und seine eigenen Briefe enthalten darüber die bezeichnende Stelle: „Was ich vier- zehn Jahre nacheinander dazu entwarf, war das Gewebe der Penelope; jeden Tag mutzte es neu gemacht werden und immer
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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