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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 304 -
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304 und weiß, das linle gold und roth abgetheilt, auf dem linlen den schwarzen Adler von 4. Graffenstew, Franz Anton (Thier- maler, geb. in Wien 11. März 1717, gest. um 1730). Bildete sich in Wien in der Akademie der bildenden Künste. Anfänglich malte er Alles und seine Ar- beiten waren ohne höhere Bedeutung. Später aber verlegte er sich auf die Thier- malerei, in welcher Hamilton und Dom seine Vorbilder waren, und leistete in diesem Fache Vorzügliches. 1769 wurde er Mitglied der Akademie, für welche er einen Rehkopf und einen Fasan als Auf- nahmsstücke gemalt hatte. Auch hatte er für den Kaiser Franz I. mehrere Thiere der Scho'nbrunner - Menagerie gemalt. Seine Arbeiten in diesem Genre erfreu- ten sich bald solcher Anerkennung, daß er für Bestellungen aus Italien, Deutsch- land und Rußland arbeitete. lDe Lucaj Das gelehrte Oesterreich. Ein Ver- such (Wien 1778, Trattnern, gr. 8°.) I. Bdes. 2. Stück, S. 307. — Nagler (G. K. Dr.), Neues allgem. Künstler-Lexikon (München 1835 u< f., 8°.) V. Bd. S. 322. Grailich, Wilhelm Joseph (Kry- stallograph, geb. zu Preßburg 16. Febr. 1829, gest. zu Wien 14. Sept. 1859). Sein Vater ist Professor der Phi- lologie am evang. Lyceum zu Preßburg. Die Schulen besuchte der Sohn in seiner Vaterstadt und seiner Neigung für natur- wissenschaftliche Studien folgend, vollen- dete er dieselben an dem Polytechnischen Institute in Wien. Mineralogie und Mathematik trieb er mit besonderem Ei- fer und, kaum 23 Jahre alt, widmete er sich der Untersuchung der optischen Ver- hältnisse complizirter Zwillingskrystalle, insbesondere der räthselhaftenGruppe der Glimmer. Schon im Dec. 1852 legte er seine erste Arbeit: „NutimNnng des Winkels der optischen Aitn mitklzt der Farbelllinge" der kaiserl. Akademie vor. Sie und die Fol- genden erregten die Aufmerksamkeit der Männer vom Fach und drei derselben^ im Ausland geschätzte Gelehrte Oester- reichs, Ettingshausen (s< d. IV. Bd. S. 109), Haidingerund Schrötter unterstützten mit ihrem Rathe den jun- gen geistvollen Forscher. Die Erforschung der Krystalle hatte sich G. zur Lebens- aufgabe gemacht. G. wurde nun Doctor der Philosophie an der Wiener Univer- sität und habilitirte sich als Docent für Krystallographie und höhere mathema- tische Physik. Von dem Mohs'schen Sy- stem in der Krystallographie abweichend, bekannte er sich zu den Methoden von Neumann und Miller und trug durch die Bearbeitung der Krystallographie des Letzteren wesentlich zur Verbreitung die- ser trefflichen Methode im Kaiserftaate bei. Diese Uebersetzung des Mil ler- schen Buches, welche G. bescheiden nur eine Erweiterung desselben nannte, be- zeichnet die wissenschaftliche Kritik als eine Zusammenstellung aller Forschun- gen über die physikalischen Verhältnisse der Krystalle, u. z. als das erste Lehr- buch der Krystallphysik. Nun machte sich G. an die Beantwortung der am 30. Mai 1855 von der kaiserl. Akademie der Wissenschaften ausgeschriebenen Preis- frage: „Ueber die Bestimmung der Kry- stallgeftalten" und erhielt den Preis (1857). Diese Preisschrift, ein Meister- werk in seiner Art, enthält vollständige optische Untersuchungen einer großen An- zahl künstlich dargestellter Krystalle, neue Beobachtungen, Entwickelungen neuer sinnreicher Apparate, und über die unter dem Namen Fluorescenz längst bekannte Erscheinung. Aufschlüsse, wodurch diese die erste wissenschaftliche in die höchsten Probleme der Physik eingreifendeBegrün- dung erlangten. Nach Kenngotts Ab- gang an das Polytechnikum in Zürch wurde G. an dessen Stelle zum Custos- Adjunct am kais. Hof-Mineralienkabinet und dreiviertel Jahre darauf zum außer-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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