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ordentlichen Professor der höheren Physik
an der Wiener Hochschule ernannt. Als
solcher nnermüdet thätig, war er auch
bemüht, tüchtige Schüler Heranzubilden,
und zog neben den Problemen der Kry-
stall-Optik auch die magnetischen.und
Wärmeverhältniffe in's Bereich seiner
Untersuchungen. Aber schon während sei-
ner Studien zeigten sich Spuren eines
Leidens, welches zeitweilig innezuhalten
schien, um desto zerstörender wieder auf-
zutreten. Seit März 1859 beständig lei-
dend, offenbarte das Uebel bald seinen
töotlichen Charakter. I n der Blüte der
Jahre, nach kurzer Ehe, aus welcher ihm
ein Kind geboren worden, raffte der Tod
den jungen, hoffnungsvollen Gelehrten da-
hin. Ungeachtet seiner Jugend, semes
Leidens und einer vielseitigen Beschäf-
tigung fand G. noch Muße zu schriftstel-
lerischen Arbeiten m seinem Fache, die
sich ader zum größeren Thclle auf Ab-
handlungen in wissenschaftlichen Sam-
melwerken beschränken. Die von ihm
veröffentlichten Arbeiten sind: „Nhckuch
der Kn,stM°graphie" (Wien 1856). M i l -
lers ^ii-OHtiLli on oi-^tk^ioArHptue"
übersetzt und erläutert, in den „Sitzungs-
berichten der kais. Akademie der Wissen
schuften mathematisch«naturwissenschaft-
licher Classe" (die mit einem " bezeich-
neten erschienen auch besonders gedruckt);
— „Veztimmung des Winkelz der optischen
Äien mittelst der Furbenringe, angewandt ank
den siri2mllti5cheu
Nleibarqt" (IX. Bd. 1852);
— "„Bestimmung der Zwillinge in priHwa
Zchen Krystallen mit Hilke dez Marterten Nichte
(X. Bd. 1853); — *„Nnter2nchung über den
ein- nud zmeiaiigen Glimmer" (XI. Bd. 1853);
— „Nemegnng des Achtes in optisch - einaiigen
AllMings.KrnMlen« (XI. Bd. 1853, XII .
Bd. 1854); — „Teuer die Grünt,gestalt des
Glimmers" (XII. Bv. 1854); — ^„Neitrag
M Ghearie der gemischten Farben" (XII. und
XIII. Bd. 1854): — „Oeber eine merkmiw
dige Nnzstnlltlildnng nm Salmiak" (XV. Bd.
v. Wurzbach, biogr. Lexikon. V. 1855); — "„Geber die Brechung und Nelle-
(und nicht wie es inPo gg eudorffs
Handwörterbuch heißt: „Ueberdie Berech-
nung der Reflexion des Lichtes") des Ach-
tes anSlliillingMchen optisch-einaliger Krystalle"
(XV. Bd. 1855. XIX. 1856, ferner in
den „Denkschriften der kaiserl. Akademie
1855 und 56, und in Po.qgendorffs
Annalen I.XXXXVII1.) I n Verbindung
mit Pekä. rek: „Nü5 sklerometer, nn Apparut
genaueren Messung der Mrte der Nnzstalle"
(XIII. Bd. 1854); - mu Handl: „Ueber
den Zusammenhang zwischen der Aenderung der
Nichten und i>er VrechungzeiMeilteu in Gemengen
uan Flüssigkeiten" (XXV. Bd. 1857). I m
I . 1857 hat die Akad. d. Wissensch. seine
Abhandlung über die Bestimmung der
Krystallgestalten und der optischen Ver-
hältnisse in chemischen Laboratorien er-
zeugter Producte mit einem Preise ge-
krönt. G. war auch Mitarbeiter an der
trefflichen „Zeilschrift für österreichische
Gymnasien", welche im I . 1855 folgende
Aufsätze von ihm enthielt: „Ueber eine
Wtckmiissige MüdiLcation des Mhratstllm'schen
SchwingnngziüMrates" (S. 219) U. „Grgänzull-
gen und Nerichtignugen" zu Ferd. Lut ters:
5^. tkrM6826ttlln kllä^i'g.jx^ d.i. Grund-
riß der Pbysik (Pesth, Hartleben), welch'
letzieres Werk eine Bearbeitung des
Schödler'schen „Buches der Natur" ist.
G. war Mitglied mehrerer gelehrten Ge-
sellschaften und darunter der tön. Aka-
demie der Wissenschaften zu München.
Sein Biograph in der Wiener Zeitung
faßt seine Charakteristik mit folgenden
Worten zusammen: „Unverwüstliche Gei-
steskraft, eine kochst glückliche Beobach-
tungsgabe und Erfindung von Beobach-
tuugsmittelu, eiue seltene Leichtigkeit im
Kalkül und Ausdruck; bei staunenswer«
ther Fachgelehrsamteit eine gediegene all-
gemeine Bildung; dabei ein frischeö, hei-
teres, oft wahrhaft poetisches Gemüth".
Wiener Zeitung 2859, Nr. vom 17. September
S. 3922. — Poggenborff(I. C.), Biogr.-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon