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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 314 -
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314 Monate verweilte, diese Frist aber auf das Beste zu benutzen verstand. Die Aus- beute seines Aufenthaltes in der Sieben- hügelstadt waren eine treffliche Copie der berühmten Gruppe der Niobc, eine große Anzahl Reliefs, Büsten, Antiken und Statuen, dann eine reiche Sammlung von Zeichnungen. 1792 wurde G. Di- rector der höheren Kunstclafsen, und durch physische Leiden selbst zu arbeiten verhindert, widmete er seine ganze Sorg- falt der Ausbildung talentvoller Zöglinge, namentlich in der Landschaft- und Histo- rienmalerei. Seine besten Arbeiten stam- men aus der Zeit nach seiner Rückkehr aus Italien; vorzugsweise meißelte er Büsten und sind unter diesen besonders zu nennen: „Raiser Franz I." ; — „Orchrrzug Narl"; — „Nilichüller <tllmm" ; — „Gunnher Hzydn". Dieses Letzteren innigster Freund war G-, der selbst die Musik leidenschaft- lich liebte, und ein Meister auf der Vio- line war. G. starb zu früh für die Kunst im Alter von 52 Jahren. Erscheint hie und da als Grassy. — Annalen der Literatur des österr. Kaiferthums. 1804. Intelligenzblatt Nr. 1, Sp. 3. — Vaterlän- dische Blätter, redigirt von I. M. Armbru- ste r (Wien) 1808, Nr. 103. — Neue Annalen der Literatur des österr. Kaiserthums (Wien, Doll, 4".) II. Jahrg. (1808) Intelligenzblatt August, Sp. 66. — Oesterreichs Pantheon. Gallerie alles Guten und Nützlichen im Bater- lande (Wien 1831, M. Chr. Adolph, 8°.) II. Bd. S. 116. — Oeftr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 416. — Nagler (G. K. Dr.), Neues allg. Künstler-Lexiton (München 1836, 8«.) V. Bd. S. 340. Grassi, Joseph (Maler , geb. zu Ud in einFriaul 1756, gest. in Dresden 7. Jan. 1838). Grassi selbst gab Wien als seinen Geburtsort und das I . 1768 als sein Geburtsjahr an. In Wien hatte er sich an der Akademie der bildenden Künste ausgebildet und bald wetteiferten feine Arbeiten mit jenen von Füg er (s. d. V. Bd. S. 1) und Lampi. Aber der Umstand, daß ihm ohne genügenden Grund bei der Verleihung eines Reise- stipendiums der nachmalige Director der Akademie, Füg er, vorgezogen wurde, bewog ihn, Wien zu verlassen und nach Warschau zu gehen, wo er bald vollauf zu thun hatte. Als Warschau im Jahre 1794 von den Preußen belagert wurde, entging G. kaum einer großen Gefahr. Er machte Dienste als Unterofficier und eines Tages gerieth er mit seiner Mann- schaft mitten in's Schlachtgewühl und wurde verwundet. I n diesem Zustande traf ihn Kosciuszko, der den Künstler kannte und liebte. Er ließ ihn sogleich in die Stadt bringen und sorgte für seine Pflege. Dies ist die Gefahr, von der Naglers Lexikon Erwähnung macht. Andere Mittheilungen, welche wahrschein- licher lauten, berichten, daß er der Wuth des Pöbels verfallen war, als dieser in Erfahrung gebracht, daß er ruff. Generale porträtirt habe. Ein Bildniß Kosciu- ! szko's, der ihm neue Pässe nach Wien ver- schaffte, rettete ihn vor weiteren Gefahren. ,' Uebrigeus hatte G. in den Wirren jener Tage noch weitere Verluste zu beklagen, er kam um seine ganze Baarschaft, welche nicht weniger als 5000 Stück Dukaten betrug; denn er hatte in Warschau und namentlich in Kiew zahlreiche Arbeiten ausgeführt, die ihm glänzend honorirt wurden j/iehe weiter unten seine Arbei- ten^. Schon im I . 1800 folgte er einem Rufe als Professor an die Kunstakademie zu Dresden. Um diese Zeit eben stand G.'s Künstlerruf in höchster Blme und seine Arbeiten waren sehr gesucht und wurden mit hohen Preisen bezahlt. Bis 1816 wirkte er auf dem genannten Po- sten ; im letztgenannten Jahre trat er aus der Reihe der Dresdner akadem. Pro- fessoren und übernahm 1817 das Dire- ctorat der königl. - sächsischen Pensionäre in Rom. Bis 1821 leitete er dasselbe. Dort malte er im Auftrage des Herzogs von Gotha das Bild: „Apostel Petrus über-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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