Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 318 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 318 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5

Bild der Seite - 318 -

Bild der Seite - 318 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5

Text der Seite - 318 -

318 rühmte Sängerin des vorigen Jahrhun- derts. Im folgenden Jahre ging sie nach Berlin, 1302 nach London. Ihr erstes Auftreten am Theater von Havmarket hatte nicht den gewöhnlichen glänzenden Erfolg. Um sich das Publicuin geneigt zu machen, veranlaßte sie Madame Bi l - l ington, damals die berühmteste Sän- gerin Englands, mit ihr gemeinschaftlich in ihrenl Benefiz aufzutreten. Dies ge- schah in einer zu dieser Gelegenheit com- ponirten Oper von Winter: „II L.g.tto äi ?r0S6rpiiiä" (Raub der Proserpina). Die beiden Sängerinnen waren in einem ernsthaften Kampf begriffen. Der Sieg entschied sich für die G r a s s i n i: sie wurde die Mode des Tages, von den Damen vom höchsten Range mit großer Auszeich- nung aufgenommen und empfing die Huldigung der vornehmsten Herren, wor- unter sich auch ihr alter Freund, der Her- zog von Suffei, wieder vorfand. Mit der Herstellung des Kaiserthums richtete N a- po leon auch die italienische Oper wieder ein, die seit 1792 geschlossen war. Zu dieser wurden unter den Ersten Crescen- t ini und die Grassini berufen (1804). Sie war die Königin der Oper. Napo- leon erfreute sich an ihrem Talent und liebte ihre Person; sie erinnerte ihn an die schönen Tage seines frühen Ruhms. Sie durfte allen ihren Launen freien Spielraum lassen, und benutzte diese Freiheit reichlich. Selbst der Kapellmei- ster Paer mußte sich ihren Einfällen fügen. Als sie eines Tages mitCrescen- t in i in „Romeo und Julie" sang, ent- zückten beide den Kaiser so sehr, daß er dem Castraten Crescentiniden Orden der eisernen Krone schickte, was zu dem Witze Veranlassung gab, daß C. „seiner Blessuren wegen" decorirt wurde; an die Grasf in i überschickte aber Napo- leon einen Papierstreifen, worauf von seiner eigenen Hand geschrieben stand: „Oiltig tür Zwanzig Gunsend Franrz. Napoleon." Einmal, im Jahre 1807, schien ihr die Gunst des Kaisers im Fall begriffen. Um sie durch eine Koketterie wieder zu gewinnen, eilte sie zu Blang ini, einem liebenswürdigen Componisten, und for- derte ihn auf, für die Rolle der Kleopa- tra, die sie zuspielen hatte, noch folgende drei Verse in Musik zu setzen: .^clor» i ceuui tuoi, yussto ruio oor ksäole ; 8p082, gllrü «e vuoi, nou. , 3 ä o «srsuo ti Der Vers war an Cäsar gerichtet, aber während der ganzen Vorstellung verlie- ßen die Augen der Sängerin keinen Au- genblick die kais. Loge, in ängstlicher Er- wartung, daß der Eroberer von Aegyp- ten ihr einen SAnaräo ssi-sno d'^raor zuwerfen werde. Nach dem Fall des Kai- serthums 1814 sang sie mit Lord C a st le- re agh äusttini amoroIi) und richtete nach der Loge des Herzogs von Welling- ton dieselben Verse: ^.äorg. i oeu.nl tuoi, die einst das Herz Napoleons bewegt hatten. Blang ini, der alle diese Anecdoten aufbewahrt hat, versichert, daß der Sieger von Waterloo mit seinem Blick nicht habe auf sich warten lassen. Mit dem 1.1815 trat die Grajsiniauf immer von der Bühne ab. Im Schooß des Reichthums setzte sie bald in Paris, bald in Mailand mit Anstand das glän- zende Leben fort, welches sie bis dahin geführt. I n einem Salon 1838 kam die Rede auf Napoleonu.LudwigXVIII. Man stellte sich vor, wie sie sich einander im Elysium begegneten, und die Gras- sini behauptete: „Das erste Wort, das der Kaiser dem König Ludwig gesagt haben wird, muß folgendes gewesen sein: Warum hast Du die Pension unterdrückt, die ich meiner lieben Grass in i gegeben hatte?" Sie starb, 77 Jahre alt, zu Mailand. Frankfurter Konversationsblatt 1352, Nr. 41 (17. Februar): „Eine Hofsängerin des Kaifers Napoleon" von Scudo lnach diesem geboren 1773, gest. 13501. — (Hamburger) Lesefrüchte,
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich