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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 322 -
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322 Weise, davon berührt wurde, unter den Kunsijüngern selbst hatte sich die Erkennt- niß dessen, was Noth thue, kräftig Bahn gebrochen, und einige Professoren, meist neu an die Akademie gekommen, förderten diese Richtung soweit es in ihrer Macht stand. Nun begann in diesen Kreisen ein eifriges Studinm der Natur, der Composition nach den alten classi- schen Meistern; die neu organisirte aka- demische Bibliothek, sowie die großartige Sammlung des ErzHerz. Karl boten die Möglichkeit, die neuen Meister wenigstens in guten Nachbildungen oder Radirungen zu studiren; es entwickelte sich ein sehr großer Eifer, aber auch eine selbständige Entwicklung der Individualitäten. G., der überdies mit den ungünstigsten Verhält- nissen zu kämpfen hatte, der in seiner be- drängten materiellen Lage die eine Hälfte des Tages dem Erwerbe widmen mußte und in der andern, sowie in der Nacht, erst feine Studien betreiben konnte, hatte unter den beginnenden Reformen neuen Muth gewonnen. Endlich gegen das Jahr 2844 trat G. mit einer selbständigen Ar- beit vor das Publicum; er fand bei vielen Kunstfreunden Anerkennung, und durch raschen Ankauf feiner ersten Bilder, leb- hafte Aufmunterung; besonders auf den Ausstellungen in Norddeutschland, welche er vielfach beschickte, fanden feine, dem deutschen Waldleben entnommenen Land- schaften großen Beifall. In früherer Zeit viel mit Zinkradirungen für dieFo' rster- sche „Bauzeitung" beschäftigt, wendete er sich 1846 mit Vorliebe diesem Zweige der graphischen Kunst zu, und es entstand all- mälig bis 1349 eine Folge von 16 radir- ten Landschaften, die mit einer gleichen Zahl von Lorenz Schön radirten Blättern ausgegeben wurden und sich einer fehr beifälligen Aufnahme erfreuten. Bald darauf begann er ein größeres Werk, u. z. 36 radirte Naturstudien, welche in sireng correcter Ausführung u. organischer Stu- fenfolge ein Vorlagewerk für den öffent- lichen Zeichnenunterricht bilden sollten. Dieses dem k. k. Unterrichtsministerium vorgelegte Werk wurde von diesem an die gesammten Zeichnenschulen des Kaiser- staates als das in seiner Art Vorzüglichste empfohlen und der Künstler von Sr.Maj. dem Kaiser mit der goldenen Medaille für Kunst:c. ausgezeichnet. Zu gleicher Zeit malte G. auch eine große Anzahl Landschaften, welche in den Ausstellungen der Kunstvereine von Privaten gekauft und überhaupt gesucht wurden. Im I . 1855 begann G. auch die Aquarellmalerei eifrig zu pflegen und wählte hiezu meist mittelalterliche Architekturen. Es entstand nun eine Neihe von Aquarellen, roma- nische und gothische Baudenkmäler Oester- reichs vorstellend, welche durch ihre über- aus gelungene Ausführung in den Aus- stellungen des östr. Kunstvereins die Auf- merksamkeit des Publicums auf sich zogen. Unter diesen ist namentlich eine Folge von Aquarellen zu erwähnen (Kirchenbauten aus Niederöfterr.) welche G. im Auftrage des Hofraths Ritter v. Au er malte, und die in den Ateliers der Staatsdruckerei in Farbendruck als Aquarellimitation aus- geführt zu werden bestimmt waren, um zugleich mit Arbeiten von I . Selleny, Novopacky, Gottfr. Seelos, Wim- mer u. A. Bestandtheile eines National- Prachtwerkes zu bilden. Mittlerweile hatte unter den jungen Künstlern Wiens eine ernste, auf künstlerische Zwecke ge- richtete Bewegung begonnen; man hatte die Nothwendigkeit erkannt, durch eine feste Vereinigung dem ganzen Streben mehr Halt und Nachdruck zu geben; im Winter 1856/7 fanden die ersten größern Versammlungen Statt, an denen G., der in dieserBewegung eine"vollftändigeUeber- einstimmung mit seinen eigenen Kunst- ansichten und Bestrebungen erkannte, mit aller Energie sich betheiligte. Nebst Sel- leny und L. Neustädter zur Nedaction
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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